Intel soll mit seiner nächsten Prozessorgeneration Nova Lake einen massiven Sprung bei der Grafikleistung planen. Geleakte Details deuten auf eine bis zu 25 Prozent höhere Performance gegenüber aktuellen Chips hin – ein strategischer Schachzug im Kampf um Laptops und Handheld-PCs.
Die integrierte Grafikeinheit (iGPU) der kommenden Nova-Lake-CPUs könnte die Leistung aktueller Spitzenmodelle um ein Fünftel übertreffen. Das berichten zuverlässige Quellen aus der Hardware-Community. Der unter dem Codenamen Xe3P entwickelte Grafikchip soll die gerade erst eingeführte Panther-Lake-Generation deutlich hinter sich lassen. Für Intel wäre das der nächste Schritt in einer aggressiven Roadmap, mit der der Konzern bis 2027 die Führung im Markt für mobile und einfache Desktop-Grafik übernehmen will.
Leistungssprung: Bis zu 25 Prozent mehr Performance
Die Gerüchte, die am 9. und 10. Januar kursierten, sind konkret: Die Nova-Lake-Generation zielt auf einen erheblichen Grafik-Boost ab. Der bekannte Leaker „OneRaichu“ und andere Insider bestätigen, dass die Xe3P-Architektur die Standard-Xe3-Grafik der Core Ultra 300 (Panther Lake) Serie übertreffen soll. Die Rohleistung der Top-Konfigurationen könnte demnach um 20 bis 25 Prozent steigen.
Im Fokus steht dabei die „Xe3P-12C“-Variante – eine integrierte Grafikeinheit mit 12 Kernen. Zwar setzt auch Panther Lake in High-End-Mobile-CPUs auf 12 Xe3-Kerne, doch die „P“-Variante für Nova Lake soll durch architektonische Verfeinerungen und besseres Power-Scaling zusätzliche Bildraten herausholen. Halten diese Zahlen stand, könnte Nova Lakes iGPU die Leistung einfacher dedizierter Grafikkarten von vor wenigen Jahren erreichen. Für viele Büro-Laptops und Kompakt-PCs wären dann separate GPUs überflüssig.
Dieser erneute Schub ist bemerkenswert. Panther Lake selbst brachte bereits einen deutlichen Sprung gegenüber der Vorgängergeneration Lunar Lake. Legt Intel nun nochmals 20-25 Prozent obendrauf, unterstreicht das den rasanten Innovationszyklus. Ein klarer Schachzug, um der wachsenden Konkurrenz durch AMDs künftige Ryzen-APUs und ARM-basierte Windows-Chips zu begegnen.
Die Architektur: Was steckt hinter „Xe3P“?
Seit das Kürzel „Xe3P“ Ende letzten Jahres in Treiber-Patches auftauchte, wird spekuliert. Die neuen Leaks geben nun Aufschluss. Analysten deuten das „P“ als „Performance“ oder „Plus“. Es unterscheidet die Architektur von den stromsparenden Grafiklösungen (LPG) für Mobilprozessoren.
Im Gegensatz zur Standard-Xe3-Architektur in Panther Lake soll Xe3P für höhere thermische Verlustleistungen und anspruchsvollere Grafiklasten optimiert sein. Enthusiasten diskutieren über verbesserte Ausführungseinheiten (EUs) und ein optimiertes Taktschema. Möglich ist auch ein verfeinerter Fertigungsprozess – vielleicht eine Iteration von Intels 18A oder eine externe Partnerschaft mit TSMC für den Grafik-Tile. Das würde höhere Dauertaktfrequenzen bei gleichem Stromverbrauch ermöglichen.
Zudem soll Xe3P fortschrittliche Media-Engines und Display-Controller für Hochgeschwindigkeits-Monitore integrieren. Eine Schlüsselfunktion für den wachsenden Markt der Premium-Gaming-Laptops und Handhelds. Die Segmentierung zwischen Xe3 und Xe3P erinnert an frühere Intel-Strategien mit „Iris Xe“, doch die Hardware-Unterschiede scheinen diesmal deutlicher. Xe3P ist wahrscheinlich High-End-SKUs vorbehalten, etwa der H-Serie für leistungsstarke Laptops. So adressiert Intel gezielt Creator und Gelegenheits-Gamer, die auf integrierte Grafik für Videoschnitt oder Gaming unterwegs angewiesen sind.
Zeitplan: Breite Markteinführung erst 2027
Die Leistungsversprechen sind ambitioniert, doch die Leaks deuten auch auf einen späteren Start hin. Während frühe Roadmaps auf Ende 2026 hoffen ließen, zeigen aktuelle Insider-Informationen auf 2027 für die breite Markteinführung. Dieser Zeitrahmen ergibt Sinn, denn Panther-Lake-Geräte werden den Markt 2026 dominieren.
Der Start 2027 gibt Intel Zeit, die Xe3P-Architektur und die neuen CPU-Kerne (Codenamen „Coyote Cove“ und „Arctic Wolf“) auszureifen. Zudem positioniert es Nova Lake im direkten Duell mit AMDs erwarteten „Medusa Point“- oder Zen-6-APUs. Die Schlacht um die beste integrierte Grafik wird 2027 eskalieren.
Die Verzögerung mag Enthusiasten enttäuschen, die auf einen schnellen Panther-Lake-Nachfolger hofften. Sie stellt jedoch sicher, dass der 18A-Fertigungsprozess und fortschrittliche Packaging-Technologien für die Massenproduktion optimiert werden. Die geleisteten 20-25 Prozent sind wohl frühe Simulationen oder Silizium-Projektionen. Die finalen Verkaufseinheiten könnten durch bessere Ausbeute und Kühllösungen der Hersteller noch mehr Leistung bringen.
Marktkontext: iGPUs werden zur Gaming-Plattform
Das Timing der Leaks ist strategisch: Kurz nach den großen CES-2026-Ankündigungen hält sich Intel so im Nachrichtenzyklus. Der Markt für integrierte Grafik hat sich radikal gewandelt. Aus einer simplen Bildausgabe ist eine ernstzunehmende Gaming-Plattform geworden – befeuert durch den Boom von Handheld-Gaming-PCs und schlanken Creator-Laptops.
Intels Fokus auf iGPU-Leistung ist eine direkte Antwort auf den Erfolg von Geräten wie dem Steam Deck. Mit Nova Lake und Xe3P positioniert sich Intel als Premium-Anbieter für die nächste Generation von Handhelds, einem Markt, den derzeit AMD dominiert. Ein 25-Prozent-Sprung würde 1080p-Gaming mit 60 Bildern pro Sekunde in modernen AAA-Titeln auf integrierter Grafik zum Standard machen – ein lange ersehntes Ziel für mobile APUs.
Gleichzeitig bedroht der Vorstoß in die High-Performance-iGPU das untere Ende des Marktes für dedizierte Grafikkarten. Wenn iGPUs wie Xe3P populäre E-Sports-Titel und kreative Anwendungen bewältigen, schrumpft das Geschäft mit Einsteiger-GPUs (wie der RTX 5050 oder RX 8500 Klasse) weiter. Die GPU-Hersteller müssten sich noch stärker auf die mittleren und hohen Segmente konzentrieren.
Die Hardware-Community wartet nun auf offizielle Bestätigungen von Intel. Die nächsten Hinweise werden wohl aus anstehenden Treiber-Updates und Linux-Kernel-Patches kommen. Die Messlatte von 20-25 Prozent mehr Leistung ist hoch gesetzt. Erste Benchmarks von Engineering-Samples später in 2026 werden zeigen, ob Intel sie erreicht.
Für Verbraucher, die jetzt kaufen wollen, gibt es die greifbare Realität der Panther-Lake-Geräte. Doch für alle, die in mobile Workstations investieren oder den nächsten Sprung für Handheld-Gaming erwarten, macht das Xe3P-Versprechen eines klar: 2027 wird ein weiterer Meilenstein für die Grafikleistung. Ob Intel diesen Zeitplan ohne Verzögerungen einhalten kann, wird entscheidend sein, um die angestrebte Führungsposition im Client-Computing zurückzuerobern.





