Die Entwicklung der nächsten Prozessorgeneration von Intel schreitet voran. Aktuellen Berichten zufolge haben Plattformen der kommenden „Nova Lake“-Architektur wichtige Konformitätstests für moderne Schnittstellenstandards bestanden. Gleichzeitig geben unbestätigte Informationen detaillierte Einblicke in die Spezifikationen der geplanten Desktop-Modelle.
Zertifizierungen für USB4 und PCI Express 5.0
Laut Berichten vom 2. Oktober 2026 haben mobile Nova-Lake-H-Plattformen die offiziellen Konformitätstests der USB-IF bestanden. Die Geräte mit den Identifikationsnummern D331 und D333 wurden für den Standard USB4 mit Übertragungsraten von bis zu 80 Gbit/s zertifiziert. Diese Bestätigung für USB4 v2.0 schließt demnach auch die technische Möglichkeit für einen asymmetrischen Betriebsmodus mit bis zu 120 Gbit/s ein.
Parallel dazu liegen Ergebnisse für die Anbindung von Peripheriekomponenten vor. Verschiedene Nova-Lake-Varianten sowie die Intel-900er-Desktop-Chipsätze haben die PCIe-5.0-Tests der PCI-SIG erfolgreich absolviert. Die entsprechenden Zertifizierungen umfassen unter anderem die IDs D461, D465 sowie den Bereich von D467 bis D46A für PCIe-5.0-x16-Root-Complex-Schnittstellen.
Für die Desktop-Version Nova Lake-S wird laut vorliegenden Daten eine Unterstützung von PCIe 5.0, jedoch noch nicht von PCIe 6.0, erwartet. Die Konfiguration soll dabei eine x16- oder eine geteilte x8/x8-Anbindung für Grafikkarten sowie einen x4-Slot für SSDs vorsehen.
Zwar wurde ein Desktop-Chipsatz mit der Kennung 6E6E bereits für USB 3.2 Gen 2×2 mit bis zu 20 Gbit/s gelistet, eine explizite Listung eines Nova-Lake-S-Prozessors mit USB4-Unterstützung in der Integrators List der USB-IF steht jedoch noch aus. Branchenkenner weisen darauf hin, dass eine bereits erfolgte Validierung ähnlicher Produkte das Verfahren für weitere Modelle beschleunigen könne.
Leaks zu Desktop-Modellen der Core-Ultra-Serie
Ergänzend zu den technischen Zertifizierungen sind Anfang Oktober Informationen zu insgesamt sieben unbestätigten Desktop-Modellen der Nova-Lake-S-Reihe bekannt geworden.
Als Spitzenmodell wird der Core Ultra 9 4970K BFC gehandelt. Dieser soll über insgesamt 28 Kerne verfügen, die sich in 8 Performance-Kerne (P-Cores), 16 Effizienz-Kerne (E-Cores) und 4 Low-Power-Effizienz-Kerne (LPE-Cores) aufteilen.
Das Modell verfüge zudem über bLLC (Big Last Level Cache), eine thermische Design-Leistung (TDP) von 125 W sowie eine integrierte Grafikeinheit mit 32 Execution Units (EU).
Ein weiteres Modell, der Core Ultra 9 4950K, wird mit 24 Kernen (8 P- und 16 E-Kerne) beschrieben, verzichtet jedoch laut den Berichten auf den zusätzlichen bLLC-Zwischenspeicher. Intel hat diese Bezeichnungen und technischen Daten bislang nicht offiziell bestätigt. In Fachkreisen wird ein Marktstart der Nova-Lake-Plattform für das erste Quartal 2027 spekuliert.
Mobile Implementierung am Beispiel von Panther Lake
Während Nova Lake für den Desktop- und High-End-Bereich vorbereitet wird, zeigt sich der Fortschritt bei Intels mobilen Plattformen auch bei Partnern wie AAEON. Das Unternehmen stellte Anfang Oktober den Mini-PC UP Xtreme PTL Edge Air vor, der auf der Panther-Lake-Architektur basiert.
Dieses für industrielle Anwendungen wie Robotik und Medizintechnik konzipierte Gerät nutzt die Frore-AirJet-Kühlung, die ohne herkömmliche Lüftervibrationen auskommt und eine Geräuschemission von unter 21 dBA ermöglichen soll. Durch diese Kühltechnologie ist das Gehäuse mit Abmessungen von 236 × 129 × 35,8 mm laut Herstellerangaben um 35 % dünner und 43 % leichter als konventionell gekühlte Modelle.
Das System unterstützt Konfigurationen bis zum Core Ultra X7 358H mit einer Arc-B390-Grafikeinheit und bietet eine KI-Leistung von bis zu 180 TOPS. Der Gesamtstromverbrauch des Systems wird auf rund 100 W beziffert, wobei die spezielle Kühlung den Verbrauch um 5 bis 6 % erhöhe. Ein Modell mit Core-Ultra-5-Bestückung wurde im herstellereigenen Shop zeitweise für 1.366 US-Dollar gelistet.

