Intel Panther-Lake: Erste Massenproduktion mit ASML-Hightech

Notebook-Hersteller verbauen oft ältere Chip-Generationen und verkaufen sie als Neuheiten. Das führt zu hohen Preisunterschieden bei vergleichbarer Ausstattung.

Immer mehr Laptop-Hersteller verkaufen neue Geräte mit veralteten Prozessoren – und kaschieren das mit cleverem Marketing. Was nach aktueller Technik klingt, entpuppt sich oft als jahrealte Chip-Generation.

Alte Chips, neue Namen: Wie Hersteller Kunden täuschen

Die Taktik ist durchschaubar, aber effektiv: Statt neuer Prozessor-Architekturen verbauen AMD und Intel in vielen aktuellen Notebook-Modellen ältere Silizium-Generationen – und geben ihnen einfach einen neuen Namen. Aus dem Ryzen 7000 (Architektur von 2023) wird so für den Markt 2025/2026 die Ryzen-200-Serie. Teile davon basieren sogar auf dem noch älteren Zen-3+-Design aus dem Jahr 2022. Intel wiederum setzt auf das Etikett „Refresh“, um bestehende Designs als Neuentwicklungen zu verkaufen.

Die Folge: krasse Preisunterschiede bei vergleichbarer Ausstattung. Ein Lenovo ThinkPad mit Ryzen-250-Prozessor kostet zwischen 900 und 1.000 Euro. Konkurrenzmodelle wie das Dell XPS 13 oder das Apple MacBook Neo gibt es dagegen schon für rund 600 Euro – mit modernerer Chip-Architektur. Ein zusätzliches Problem: Die älteren Prozessoren haben oft nur eine Neural Processing Unit (NPU) mit 16 TOPS Leistung. Das reicht für moderne KI-Anwendungen nicht aus.

Marktflaute und Chip-Krise treiben die Kosten

Der Griff zu alter Technik hat handfeste wirtschaftliche Gründe. Der PC-Markt steckt in der Krise. Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognosen für 2026 kräftig nach unten korrigiert: Statt Wachstum erwarten sie nun einen Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 14 Prozent auf nur noch 255 Millionen Geräte.

Schuld sind steigende Preise für Prozessoren und vor allem eine massive Verknappung bei Speicherchips. Marktforscher von Gartner rechnen mit Preissteigerungen von bis zu 130 Prozent für RAM und SSD-Komponenten bis Ende 2026. Für die Hersteller bleibt da nur ein Ausweg: Sie sparen beim Prozessor – und lassen sich die alten Chips trotzdem mit Premium-Aufschlägen bezahlen.

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Lichtblicke: Echte Neuentwicklungen am Markt

Ganz ohne Innovation läuft es aber nicht. Am 15. Juli 2026 brachte Lenovo das ThinkPad E16 Gen 4 auf den Markt – unter anderem in Australien und Singapur. Es setzt auf Intels Wildcat-Lake-Silizium (18A) und eine NPU mit 17 TOPS. Das ist zwar immer noch unter den Copilot+-Anforderungen, aber ein Schritt nach vorn.

Nur zwei Tage später, am 17. Juli 2026, folgte das ThinkPad L16 Gen 3 mit Intel Panther-Lake-Prozessoren und Unterstützung für bis zu 64 GB DDR5-5600-RAM. Passend dazu ein Meilenstein aus der Chip-Produktion: Intel hat am 16. Juli 2026 die ersten Panther-Lake-Chips in Serie gefertigt – mit den hochmodernen High-NA-EUV-Lithografieanlagen von ASML. Diese 400 Millionen Euro teuren Maschinen ermöglichen feinere Strukturen auf dem Chip. Intel ist der erste Hersteller, der damit die Massenproduktion erreicht hat.

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Software wird zum Bremsklotz für alte Hardware

Doch selbst die beste Fertigungstechnik nützt nichts, wenn die Software nicht mitspielt. Windows 11 hat klare Hardware-Hürden eingebaut – etwa die Pflicht für PopCnt-Befehle, die CPUs ohne SSE4.2-Unterstützung ausschließt. Ältere Chips fliegen damit raus.

Die Leistungsdaten zeigen das Gefälle zwischen den Prozessor-Klassen deutlich: Der günstige Intel Core 5 320 im neuen ThinkPad E16 Gen 4 erreicht im PassMark-Test einen Multi-Core-Score von 15.222 Punkten. Das ist 21 bis 27 Prozent besser als manche High-End-Mobilchips – aber immer noch Mittelklasse. Die kommende Nova-Lake-S-Serie von Intel, die Anfang 2027 erwartet wird, soll dagegen Konfigurationen von 16 bis 52 Kernen bieten. Ein echter Sprung – den die Kunden dann hoffentlich auch bekommen, wenn sie dafür bezahlen.