Intel stolpert trotz Umsatzplus in die Jahresverlustzone

Intel schließt 2025 mit Verlust ab und warnt vor schwachem Quartal. Ein massiver Lieferengpass bei KI-Chips verhindert die Nutzung der hohen Nachfrage und löste einen Kurssturz aus.

Der Chip-Riese Intel schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem überraschenden Verlust von 300 Millionen Euro ab. Ein gravierender Lieferengpass verhindert, dass das Unternehmen von der hohen Nachfrage nach KI-Chips profitieren kann. Die Aktie stürzte daraufhin um mehr als zwölf Prozent ab.

Schwache Prognose löste Börsenkater aus

Eigentlich hätte der Quartalsbericht Grund zur Freude bieten können: Der Umsatz von 13,7 Milliarden Euro im vierten Quartal übertraf die Erwartungen der Wall Street. Doch alle Blicke richteten sich sofort auf die düstere Prognose für das erste Quartal 2026. Intel erwartet einen Umsatz von lediglich 11,7 bis 12,7 Milliarden Euro und rechnet mit einem Gewinn je Aktie nahe null. Diese Aussichten liegen deutlich unter den Analystenschätzungen und lösten einen massiven Kurssturz aus. Über 30 Milliarden Euro an Börsenwert wurden binnen Stunden vernichtet.

Lieferengpass als Hauptproblem

Verantwortlich für die schwache Vorausschau sind massive Lieferkettenprobleme. Die Nachfrage nach Intels Server- und KI-Chips für Rechenzentren ist explosionsartig gestiegen – doch der Konzern kann sie nicht bedienen. Die Produktion in den eigenen Fabriken und bei Zulieferern wie TSMC kommt nicht hinterher.

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„Unser verfügbares Angebot wird im ersten Quartal 2026 den Tiefpunkt erreichen“, räumte Finanzchef David Zinsner ein. Eine Besserung der Lage sei erst im zweiten Quartal zu erwarten. Ein fatales Timing, denn gerade jetzt boomen Investitionen in KI-Infrastruktur. Kann Intel nicht liefern, laufen Kunden zur Konkurrenz.

Geschäftsfelder entwickeln sich gegenläufig

Die Zahlen offenbaren eine gespaltene Firma: Während das Geschäft mit PC-Prozessoren (Client Computing Group) mit einem Umsatzminus von sieben Prozent weiter schrumpft, legte die Data Center and AI-Sparte kräftig um 15 Prozent zu. Genau hier liegt die Zukunft – und genau hier fehlen die Chips.

Diese Situation zwingt das Management zu schwierigen Entscheidungen: Soll die knappe Produktionskapazität in die Verteidigung des stagnierenden PC-Marktes fließen oder in den Ausbau des profitablen KI-Geschäfts? Parallel meldet die neu aufgestellte Auftragsfertigungssparte Intel Foundry einen Quartalsumsatz von 4,5 Milliarden Euro und macht kleine Fortschritte im harten Wettbewerb mit der Konkurrenz.

Comeback-Strategie unter Druck

Die heftige Börsenreaktion zeigt, wie hoch die Erwartungen an Intels Comeback waren. Die Aktie war zuletzt stark gelaufen, angetrieben von Fortschritten bei modernen Fertigungsverfahren und milliardenschweren Staatshilfen. Die aktuelle Warnung wirkt wie eine kalte Dusche und erinnert daran, dass der Weg zur alten Stärke voller Risiken ist.

Die Lieferengpässe nähren grundsätzliche Zweifel: Ist Intel operativ in der Lage, in der hyperschnellen KI-Ära mitzuhalten? Die Nachfrage ist da, doch ohne Chips kann das Unternehmen den Marktschwung nicht nutzen. Ein Rückschlag mit möglichen langfristigen Folgen.

Blick nach vorn: AI-PCs und neue Fertigungstechnik

Trotz der akuten Krise treibt Intel seine Langfrist-Strategie voran. Kürzlich brachte der Konzern die Core Ultra Series 3-Prozessoren für den neuen Markt der AI-PCs auf den Markt. Gleichzeitig wirbt man um Kunden für das nächste Generation Fertigungsverfahren 14A.

Die unmittelbare Priorität bleibt jedoch die Lösung der Produktionskrise. Das erste Quartal wird nach eigenen Angaben das schwierigste. Gelingt es Intel nicht, die Engpässe schnell zu überwinden, könnte die aktuelle Wachstumschance in der KI-Ära vertan sein. Investoren und Kunden werden genau beobachten, ob aus der starken Nachfrage auch wieder solides Wachstum wird.

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