Der Quartalsbericht zeigt Fortschritte beim Foundry-Umbau – und klärt das Verhältnis zu NVIDIA.**
Der Chiphersteller aus Santa Clara meldete für die ersten drei Monate des Jahres einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro – ein Plus von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders im Fokus der Investoren stand die Sparte Intel Foundry, die 5,4 Milliarden Euro beisteuerte. Doch die Zahlen offenbaren auch: Der Ausbau der externen Fertigung steckt noch in den Kinderschuhen. Gerade einmal 174 Millionen Euro dieser Foundry-Erlöse stammten von externen Kunden. Der Löwenanteil kommt weiterhin aus Intels eigener Produktentwicklung.
Die NVIDIA-Investition: Milliarden für die Zukunft
Die Berichtssaison kommt nur wenige Monate nach einer spektakulären Finanztransaktion: Anfang 2026 investierte NVIDIA fünf Milliarden Euro in Intel und sicherte sich damit rund vier Prozent der Anteile. Branchenbeobachter werteten den Schritt damals als strategischen Vorstoß zur Lieferketten-Diversifizierung. Bislang ist NVIDIA für seine High-End-KI-Chips fast vollständig auf den taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC angewiesen.
Doch der Quartalsbericht macht klar: Von einer Massenproduktion von NVIDIAs Grafikprozessoren (GPUs) in Intels Fabriken ist man noch weit entfernt. NVIDIA setzt weiterhin auf TSMC für seine modernsten Architekturen – die Blackwell-Serie und die kürzlich vorgestellte Rubin-Plattform. Die Milliarden-Investition gilt Marktforschern zufolge vor allem als langfristige Absicherung gegen geopolitische Risiken. Sie sichert NVIDIA künftigen Zugang zu Intels heimischer Fertigung und fortschrittlichen Verpackungstechnologien.
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Intels 18A-Knoten: Fortschritte, aber noch nicht reif für NVIDIA
Ein Kernstück von Intels Strategie ist der 18A-Prozessknoten (1,8 Nanometer). Intel-Manager erklärten in der Telefonkonferenz, dass die Produktion nun hochgefahren werde. Aktuell versorgt der Knoten interne Produkte wie die Panther-Lake- und Wildcat-Lake-CPU-Familien.
Die Ausbeute (Yield) des 18A-Knotens habe sich im ersten Quartal stetig verbessert, räumten die Verantwortlichen jedoch ein. Branchenschätzungen zufolge liegt die funktionale Ausbeute derzeit zwischen 55 und 65 Prozent. Für kommerzielle Profitabilität bei externen Foundry-Kunden sind Werte von 70 bis 80 Prozent nötig. Intels Finanzchef zeigte sich zuversichtlich, diese Ziele bis zur Jahresmitte zu erreichen.
Während NVIDIA beim 18A-Knoten noch abwartet, hat Intel andere namhafte Kunden gewonnen. Tesla ist der erste externe Kunde für den Nachfolgeknoten 14A. Zudem beteiligt sich Intel am TeraFab-Projekt, einer ambitionierten Fertigungsinitiative von Tesla für Spezialchips in Robotik und autonomen Systemen. Intels CEO betonte, der 14A-Knoten sei in seiner Entwicklung bereits weiter als der 18A-Knoten zum gleichen Zeitpunkt.
Systemebene statt Foundry: Die wahre Partnerschaft mit NVIDIA
Die eigentliche Tiefe der Zusammenarbeit zwischen Intel und NVIDIA liegt derzeit auf Systemebene – nicht in der Chipfertigung. Intel bestätigt, dass seine Xeon-6-Prozessoren als Host-CPUs für NVIDIAs neue DGX-Rubin-NVL8-Systeme ausgewählt wurden. Diese Integration unterstreicht Intels Rolle als Lieferant der „Kopfeinheiten“, die die massiven GPU-Cluster in KI-Rechenzentren steuern.
Intel-Manager betonten, dass die CPU im KI-Ökosystem wieder an Bedeutung gewinne – besonders mit dem Wandel hin zu Inferenz- und agentischen KI-Anwendungen. Dieser Trend bescherte Intels Rechenzentrums- und KI-Sparte (DCAI) einen Umsatzsprung von 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro im ersten Quartal.
Wettbewerbslandschaft: Vom Gegner zum Partner
Die Halbleiterbranche erlebt eine Phase beispielloser Nachfrage. Der Gesamtmarkt für KI-Infrastruktur soll bis 2027 die Billionen-Euro-Marke erreichen. Diese Dynamik hat die Börsenwerte der Branchenführer in schwindelerregende Höhen getrieben: NVIDIA durchbrach am 24. April 2026 die Fünf-Billionen-Euro-Marke.
Vor diesem Hintergrund entwickelt sich das Verhältnis zwischen NVIDIA, Intel und TSMC vom direkten Wettbewerb zu einem komplexen Ökosystem der „Kooperation“. TSMC bleibt der unangefochtene Marktführer im reinen Foundry-Geschäft. Ein Großteil seiner 2-Nanometer-Kapazität ist Berichten zufolge bis Ende 2026 an Kunden wie Apple, NVIDIA und AMD ausverkauft.
Doch die immensen Investitionen für 2 Nanometer und darunter – TSMCs Investitionsausgaben für 2026 werden auf über 50 Milliarden Euro geschätzt – schaffen eine Marktlücke. Intel positioniert sich als notwendige Zweitquelle. Die „Zwei-Intels“-Strategie, die eine formelle Trennung von Produkt- und Foundry-Sparten vorsieht, soll die nötige „Foundry-DNA“ aufbauen, um bei konkurrierenden Chip-Designern zu punkten.
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Ausblick: Der Weg bis 2028
Die aktuelle Konstellation zwischen Intel und NVIDIA deutet auf eine pragmatisch getaktete Annäherung hin. Für NVIDIA hat die Aufrechterhaltung von Volumen und Leistung seiner Rubin- und Rubin-Ultra-Chips oberste Priorität – am besten bedient durch TSMCs bewährte N2- und N3-Knoten. Für Intel geht es darum, die 18A- und 14A-Knoten so weit zu bringen, dass sie die nötigen Ausbeuten und Kostenstrukturen für externe Kunden liefern.
Die Fünf-Milliarden-Investition dient als Fundament für eine „mehrgenerationale Zusammenarbeit“. Analystenberichte deuten darauf hin, dass eine formelle Verlagerung von NVIDIAs GPU-Massenproduktion zu Intel Foundry frühestens 2028 erfolgen könnte – möglicherweise zeitgleich mit NVIDIAs „Feynman“-Architektur. Dieser Zeitplan würde Intel erlauben, seine 18A-P- und 14A-Knoten vollständig zu stabilisieren und NVIDIA die Möglichkeit geben, seine komplexen Designs auf Intels RibbonFET- und PowerVia-Architekturen zu übertragen.
In der Zwischenzeit wird Intel für NVIDIA wohl Packaging- und CPU-Partner bleiben, nicht der primäre Fertiger. Intels wachsende Montage- und Testkapazitäten in Malaysia sowie der Fokus auf fortschrittliche Verpackungstechnologien wie Foveros und EMIB-T bieten kurzfristigere Kooperationsmöglichkeiten – denn TSMCs eigene Packaging-Kapazitäten bleiben ein erheblicher Engpass für die gesamte Branche.
Intels Ziel, bis Ende 2026 20 Prozent des globalen Marktes für fortgeschrittene Logikchips zu erobern, hängt entscheidend davon ab, formelle Foundry-Verpflichtungen von Großkunden zu erhalten. Für NVIDIA liegt der Fokus weiterhin darauf, die nahezu unstillbare Nachfrage der Hyperscaler-Cloud-Anbieter zu bedienen, die in diesem Jahr voraussichtlich über 650 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur investieren werden. Die unmittelbare Zukunft der KI-Hardware-Fertigung bleibt vorerst in Taiwan verankert – auch wenn die ersten amerikanischen 1,8-Nanometer-Chips aus Intels Fabriken in Arizona kommen.





