Intel und AMD: Prozessoren und Chips könnten um rund 10 Prozent teurer werden

Steigende Fertigungs- und Speicherkosten belasten die Chipbranche; Intel und AMD bereiten Aufschläge von rund zehn Prozent vor.

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Angesichts steigender Fertigungskosten und anhaltender Lieferengpässe bereiten die führenden Halbleiterhersteller Intel und AMD deutliche Preisanpassungen vor. Marktberichten zufolge wird Intel bereits zum 5. Oktober 2026 die Preise für Desktop- und Laptop-Prozessoren um rund 10 % anheben. Auch der Konkurrent AMD plant für das vierte Quartal 2026 eine umfassende Preiserhöhung von etwa 10 % über sein gesamtes Produktportfolio hinweg.

Intel reagiert auf Kostenexplosion bei Komponenten

Für Intel markiert die geplante Anpassung im Oktober bereits die dritte Preiserhöhung innerhalb von zwölf Monaten. Zuvor hatte der Konzern die Preise bereits im ersten Quartal um 10 % sowie im Sommer selektiv gesteigert. Der CEO von Intel verwies in diesem Zusammenhang auf eine drastische Entwicklung bei den Zuliefererkosten: Die Preise für Speicher seien um das Fünf- bis Siebenfache gestiegen.

Gleichzeitig kämpft der Chiphersteller mit massiven Lieferproblemen. Nach Angaben der Konzernleitung könne Intel derzeit nicht mehr als die Hälfte der eingehenden Prozessor-Bestellungen erfüllen. Eine Entspannung dieser Situation werde nicht vor dem Jahr 2028 erwartet.

Bereits im zweiten Quartal stiegen die Durchschnittspreise für Intel-Server-CPUs im Jahresvergleich um 48 %. Trotz dieser Herausforderungen verzeichnete die Client Computing Group in diesem Zeitraum einen Umsatz von 8,9 Mrd. US-Dollar, was mehr als die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes ausmachte.

AMD plant einheitliche Preisaufschläge im vierten Quartal

Der Mitbewerber AMD bereitet laut Berichten vom Anfang Oktober eine einheitliche Preiserhöhung von rund 10 % vor. Diese soll im vierten Quartal 2026 in Kraft treten und KI-Beschleuniger, Consumer-Grafikkarten, CPUs sowie Mainboard-Chipsätze umfassen. Hintergrund der Maßnahme sind vor allem die gestiegenen Kosten für die Wafer-Fertigung bei TSMC, wo AMD fast alle seine Chips produzieren lässt.

Trotz des Kostendrucks erweitert AMD sein Angebot im High-End-Bereich. Mit der neuen EPYC-9006-Serie stellte das Unternehmen Prozessoren vor, die in der Spitze bis zu 256 Kerne bieten und im 2nm-Verfahren bei TSMC gefertigt werden.

Die Preise für diese Server-Chips reichen von 700 US-Dollar für das Einstiegsmodell bis zu 14.994 US-Dollar für das Topmodell EPYC 9996. Die Börse reagierte positiv auf die Wachstumspläne: Die AMD-Aktie verzeichnete nach Bekanntwerden der Preispläne im September zeitweise einen Anstieg von 9,9 %.

TSMC und Speichermangel treiben die Kosten

Ein wesentlicher Treiber der Preisspirale ist der Auftragsfertiger TSMC, der seine Kunden über eine Erhöhung der Foundry-Preise um rund 10 % informiert hat. Besonders die moderne Fertigung in Verfahren unter 7nm verteuert sich demnach um 5 % bis 10 %.

Ein einzelner 3nm-Wafer wird mittlerweile mit etwa 20.000 US-Dollar veranschlagt. Zudem liegen die Produktionskosten im neuen Werk in Arizona laut Branchenberichten zwischen 5 % und 20 % über dem Niveau der Standorte in Taiwan.

Zusätzlich verschärft der angespannte Speichermarkt die Situation. Marktforscher von TrendForce erwarten für das vierte Quartal 2026 bei konventionellen DRAM-Vertragspreisen einen Anstieg von 10 % bis 15 % gegenüber dem Vorquartal, während NAND-Flash-Speicher um 15 % bis 20 % teurer werden könnten.

Der Hersteller SK Hynix warnte bereits vor einer Speicherknappheit, die bis über das Jahr 2030 hinaus anhalten könne. Der US-Konkurrent Micron meldete für sein viertes Finanzquartal 2026 einen Umsatzsprung auf 54,23 Mrd. US-Dollar und gab an, dass die Kapazitäten für Hochleistungsspeicher (HBM) bis Ende 2027 ausverkauft seien.

Auswirkungen auf PC-Hersteller und Endkunden

Die Preissteigerungen der Chip-Produzenten treffen auf eine PC-Branche, die bereits mit geringen Margen zwischen 4 % und 7 % operiert. Führende Hersteller wie Lenovo, HP und Dell haben ihre Preise bereits seit dem Frühjahr 2026 angehoben.

Die Finanzchefin von HP erläuterte dazu, dass die Kosten für Speicher und Storage mittlerweile rund 35 % der gesamten Materialkosten eines PCs ausmachten, nachdem dieser Anteil zuvor bei 15 % bis 18 % gelegen habe.

Während die Umsätze der PC-Hersteller aufgrund höherer Durchschnittspreise teils deutlich stiegen – Dell verzeichnete im kommerziellen Bereich ein Umsatzplus von 22 % –, gingen die tatsächlich verkauften Stückzahlen bei Anbietern wie HP zuletzt zurück. Branchenexperten beobachten zudem, dass PC-Marken bereits beginnen, die SSD-Kapazitäten in Mainstream-Modellen zu reduzieren, um die Endkundenpreise stabil zu halten.