Die Halbleiter-Riesen Intel und Arm verlagern den KI-Kampf vom Rechenzentrum in die reale Welt. Ihre neuen Strategien zielen auf Roboter, Fabriken und autonome Fahrzeuge – und definieren damit die nächste Ära der Künstlichen Intelligenz.
Die nächste KI-Welle rollt an
Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz wird nicht nur auf Bildschirmen stattfinden, sondern in Fabrikhallen, auf Straßen und in Lagerzentren. Diese Überzeugung treibt derzeit einen strategischen Umbruch bei den weltweit führenden Chip-Designern an. Sowohl Arm Holdings als auch Intel haben entscheidende Schritte unternommen, um die sogenannte „Physical AI“ oder „verkörperte KI“ voranzutreiben. Dabei handelt es sich um Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, schlussfolgern und direkt in ihr handeln können.
Während Arm durch eine umfassende Unternehmensumstrukturierung ein eigenes Geschäftsfeld für diesen Bereich schuf, positioniert Intel seine neueste Prozessor-Generation gezielt für Robotik und Industrieautomatisierung. Beide Manöver unterstreichen eine klare Branchenerkenntnis: Der lukrative Wettlauf um die KI der Zukunft wird sich zunehmend in der physischen Welt abspielen.
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Arm strukturiert sich neu: Ein Geschäftsfeld für die reale Welt
Anfang Januar 2026 vollzog Arm eine bedeutende Neuaufstellung. Das Unternehmen gliedert seine Aktivitäten nun in drei Kernbereiche: Cloud und KI, Edge (für mobile Geräte und PCs) und die neu geschaffene Einheit „Physical AI“. Diese bündelt die bisherigen Automotive- und Robotik-Aktivitäten des Unternehmens.
Der Grund für diese Fusion liegt auf der Hand: Roboter und intelligente Fahrzeuge stellen sehr ähnliche Anforderungen an die zugrundeliegende Hardware. Beide benötigen maximale Energieeffizienz für den Betrieb am „Edge“, also direkt am Einsatzort, ohne ständige Cloud-Anbindung. Zudem sind höchste Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards für kritische Aufgaben sowie eine ausgefeilte Sensoreinbindung unerlässlich.
„Durch die Vereinigung dieser Entwicklungsbemühungen schaffen wir wiederverwendbare Plattformen“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Diese könnten sowohl für intelligente Fahrzeuge als auch für autonome Roboter genutzt werden und so die Entwicklungszyklen der Hersteller verkürzen. Geführt wird die neue Einheit von Drew Henry. Arm plant zudem, zusätzliches Personal speziell für den Robotikmarkt einzustellen – ein klares Signal für eine langfristige Investition in einen Sektor, den man als Wachstumsmotor der Zukunft sieht.
Intels Vorstoß mit Panther-Lake-Chips
Intel verfolgt eine ähnliche Vision, allerdings mit einem anderen Ansatz. Statt eine neue Geschäftseinheit zu formen, erweitert der Konzern strategisch den Einsatzbereich seiner neuesten Prozessor-Architektur. Die aktuellen Intel Core Ultra Series 3 Prozessoren, Codenamen „Panther Lake“, sind nun auch für eingebettete und industrielle Anwendungen zertifiziert.
Diese Chips, gefertigt im fortschrittlichen Intel 18A-Herstellungsprozess, zielen explizit auf die Robotik-, Automatisierungs- und Gesundheitsbranche ab. Sie sollen eine leistungsstarke und dennoch energieeffiziente Basis für intelligente Edge-Geräte bieten. Der Clou: Ein einziger Panther-Lake-Chip kann sowohl die Echtzeit-Steuerung eines Roboters als auch komplexe KI-Wahrnehmungsaufgaben übernehmen. Das reduziert den technischen Aufwand und die Kosten für Entwickler erheblich.
Dieser Schritt baut auf früheren Initiativen wie der „Robotics AI Suite“ aus dem Jahr 2025 auf. Intel schafft damit ein durchgängiges Ökosystem, das von Consumer-KI-PCs bis hin zu Industrierobotern reicht. Das Ziel ist klar: Man will zum Standard-Hardwarelieferanten für den boomenden Markt der physischen KI werden.
Der Wettlauf um das „Gehirn“ der intelligenten Maschinen
Die parallelen Manöver von Arm und Intel markieren einen Wendepunkt in der Halbleiterindustrie. Jahrelang lag der Fokus auf großen Sprachmodellen und digitalen Cloud-Anwendungen. Jetzt verlagert sich der Schwerpunkt rapide auf KI-Systeme, die mit der physischen Welt interagieren.
Diese Transition erfordert eine neue Prozessorklasse: Sie muss nicht nur leistungsfähig, sondern auch extrem energieeffizient, sicher und in der Lage sein, Sensordaten mit minimaler Latenz zu verarbeiten. Arm setzt hier auf seine historische Stärke in effizienten Architekturen und seine riesige Entwickler-Community. Intel punktet mit seiner Fertigungskompetenz und der integrierten Rechenleistung aus CPU, GPU und NPU.
Doch sie sind nicht allein. Auch Wettbewerber wie NVIDIA sind mit eigenen Robotik-Plattformen tief in diesem Feld engagiert. Der Wettlauf, das „Gehirn“ für die nächste Generation intelligenter Maschinen zu liefern, hat begonnen und wird das technologische Landschaftsbild der kommenden Jahrzehnte prägen. Die Ära der physischen KI ist kein fernes Zukunftskonzept mehr – sie ist das neue strategische Muss für alle führenden Chip-Hersteller.
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