Intel verdoppelt Grafikleistung – Nvidia und AMD erhöhen Preise

Intels neuer Treiber verdoppelt die Leistung seiner Arc-Grafikkarten, während die Preise für High-End-Modelle von Nvidia und AMD stark steigen. Der Markt wird zunehmend durch Software-Innovationen geprägt.

Die Grafikkarten-Branche erlebt eine Zeitenwende: Während Intel mit einer Software-Aktualisierung die Leistung seiner Arc-Karten massiv steigert, treiben die Marktführer Nvidia und AMD die Preise für High-End-Modelle in die Höhe. Diese Entwicklung stellt den Wertmaßstab für Gamer und Content-Creator auf den Kopf und bringt Bewegung in den hart umkämpften GPU-Markt.

Der entscheidende Impuls kommt von Intel. Ein kürzlich veröffentlichter Treiber aktiviert XeSS 3 Multi-Frame Generation (MFG), eine neue Technologie zur Erzeugung künstlicher Bilder. Erste Tests zeigen Erstaunliches: Die Bildraten in einigen AAA-Spielen verdoppeln sich mehr als für aktuelle Battlemage- und ältere Alchemist-GPUs. Dieser Software-Durchbruch kommt zum perfekten Zeitpunkt, denn die Kosten für Spitzen-Grafikkarten schnellen gerade in die Höhe. Damit eröffnet sich für den preisbewussten Anbieter Intel eine Chance, den Status quo herauszufordern.

Intels Software-Offensive: Gamechanger für Arc?

Der am 13. Februar veröffentlichte Treiber mit XeSS 3 MFG zeigt bemerkenswerte Ergebnisse. In Spielen wie Cyberpunk 2077 steigert die Einstellung „4x MFG“ die Bilder pro Sekunde (FPS) bei Karten wie der Intel Arc B580 oder der Arc A770 um über 200 Prozent. Ein zentraler Kritikpunkt bei solcher Bildgenerierung ist meist eine höhere Eingabelatenz. Doch Intels eigene XeLL-Latenzreduktion arbeitet offenbar effektiv und hält das Gameplay flüssig.

Die Latenz mit aktivierten Features bleibt dabei deutlich niedriger als beim Spielen in nativer Auflösung ohne Hilfstechnologien. Diese Entwicklung verändert Intels Marktposition grundlegend. Preisgünstige und mittlere Karten wie die Arc B580 sind damit nicht mehr nur mit Vorgängermodellen der Konkurrenz konkurrenzfähig. Sie schlagen plötzlich in einer höheren Gewichtsklasse zu und werden zur überzeugenden Option für budgetbewusste Gamer. Das Update unterstreicht Intels Entschlossenheit, das Arc-Ökosystem durch nachhaltige Software-Pflege zu stärken.

Das High-End-Duell: Nvidias Dominanz trifft auf AMDs Wert

Während Intel auf Software setzt, liefern sich Nvidia und AMD am oberen Marktende einen erbitterten Kampf. Die Nvidia GeForce RTX 5090 behält mit ihrer Blackwell-Architektur und DLSS 4 die Krone in puncto Rohleistung, besonders im anspruchsvollen 4K-Gaming mit Raytracing. Diese Leistung hat jedoch ihren Preis: Auch die RTX 5080 und 5070 Ti sind extrem teuer. Nvidia arbeitet parallel an der Software und veröffentlichte noch am 17. Februar neue Beta-Treiber für Entwickler.

Auf der anderen Seite hat AMDs RDNA 4-Architektur die Radeon RX 9070 XT zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten gemacht. Sie gilt vielen als beste Allround-Grafikkarte, dank ihres ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnisses. In der klassischen Rasterleistung liegt sie nah an der teureren GeForce RTX 5070 Ti, auch wenn Nvidia bei Raytracing die Nase vorn hat. Die AMD Radeon RX 9060 XT, besonders die 16GB-Version, hat sich zudem als Top-Angebot für 1440p-Gaming etabliert.

Der exorbitante Preis für Spitzenleistung

Die Leistungsvergleiche der Top-Modelle werden zunehmend von einer harten Realität überschattet: den explodierenden Preisen. Ein aktueller Bericht zeigt globale Preiserhöhungen für GPUs von etwa 15 Prozent in den letzten drei Monaten. High-End-Karten von Nvidia trifft es am härtesten. Der Preis für das Flaggschiff RTX 5090 ist weltweit schätzungsweise um 31 Prozent gestiegen, bei der RTX 5080 und 5070 Ti sind es rund 25 Prozent.

Verantwortlich sind mehrere Faktoren, darunter eine sogenannte „RAMpocalypse“ – Engpässe bei Speicherchips, die die Komponentenkosten in die Höhe treiben. AMDs Grafikkarten verzeichneten weniger starke Preissprünge, was ihre Attraktivität im Wertvergleich zusätzlich steigert. Dieser Preisdruck im High-End-Segment könnte ungewollt mehr Käufer in die Mittelklasse treiben. Genau hier kommt Intels leistungsverdoppelndes Software-Update wie gerufen. Es ermöglicht hohe Bildraten, ohne den exorbitanten Preis einer Premium-GPU.

Ausblick: Der Software-Krieg entscheidet

Der GPU-Markt Anfang 2026 wird von drei Trends geprägt: Nvidias unangefochtene Spitzenleistung, AMDs starke Preis-Leistung und Intels aufstrebende Rolle als disruptiver Software-Innovator. Technologien wie DLSS, FSR und XeSS sind keine Nebensächlichkeiten mehr. Sie sind zentrale Säulen des Wertversprechens einer Grafikkarte und können Leistungsberechnungen radikal verändern.

Intels Erfolg mit XeSS 3 MFG beweist, dass sich aus bestehender Hardware noch erhebliche Leistungsreserven heben lassen. Ein entscheidender Vorteil in einem Markt, der unter steigenden Kosten und Komponentenknappheit leidet. Während die Preise für Flaggschiffe wie die RTX 5090 weiter klettern, wächst die Attraktivität einer erschwinglichen GPU wie der Arc B580, die nun flüssiges 1440p-Gaming ermöglicht.

Die Zukunft gehört dem intensivierten Software-Wettlauf. Der Kampf um die beste Hochskalierungs- und Bildgenerierungstechnologie wird genauso wichtig sein wie die zugrundeliegende Hardware. Die anhaltende Preisschwankung bei Komponenten wird die GPU-Kosten voraussichtlich hoch halten, was jeden Vergleich von Leistung pro Euro kritisch macht. Intel hat mit seinem jüngsten Zug die Debatte neu entfacht und bewiesen: Auf dem GPU-Schlachtfeld ist ein dritter, potenter Kontrahent bereit für den Kampf.