Intel treibt seinen Kurs im KI-Markt voran – und setzt dabei auf eine überraschende Speicherstrategie. Neue Leak-Bilder enthüllen den Crescent Island GPU-Beschleuniger.
Der Chiphersteller aus Santa Clara bereitet sich auf den Angriff auf das boomende Geschäft mit KI-Inferenz vor. Am 19. Mai 2026 tauchten detaillierte Aufnahmen der Leiterplatte (PCB) des kommenden Rechenzentrums-Beschleunigers auf. Sie zeigen einen massiven chip mit ungewöhnlichem Speicherlayout – und bestätigen Intels Abkehr vom Branchenstandard HBM (High-Bandwidth Memory) für dieses Segment.
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Xe3P-Architektur trifft auf 160 GB LPDDR5X
Das Herzstück von Crescent Island ist ein gewaltiger Grafikchip auf Basis der Xe3P-Architektur. Diese Performance-Version der Xe3-Generation hatte Intel im Oktober 2025 offiziell auf die Roadmap gesetzt. Der Die selbst erscheint deutlich größer als aktuelle Flaggschiff-Chips wie der BMG-G31.
Die eigentliche Überraschung liegt im Speicher-Subsystem. Die Platine verfügt über 20 Lötplätze für LPDDR5X-Module – zwölf auf der Vorderseite, acht auf der Rückseite. Analysten gehen davon aus, dass Intel mit 8-GB-Bausteinen bestücken wird. Das ergibt satte 160 Gigabyte VRAM über ein 640-Bit breites Speicherinterface. Die erwartete Bandbreite liegt zwischen 704 und 760 GB/s.
Die Stromversorgung übernimmt eine 15-Phasen-Kernspannungsversorgung plus drei Phasen für den Speicher. Ein einzelner 16-Pin-Stromanschluss an der Rückseite versorgt den Beschleuniger. Ein USB-Typ-C-Anschluss dient laut Branchenkreisen der Entwicklung und Fehlersuche.
Strategiewechsel: Luftkühlung statt Flüssigkeitskühlung
Die Entscheidung für LPDDR5X statt HBM3E oder HBM4 ist kein Zufall. Während Konkurrenten wie NVIDIA und AMD bei ihren High-End-Training-Chips auf HBM setzen, geht Intel einen anderen Weg. Crescent Island ist für luftgekühlte Unternehmensserver ausgelegt – und das senkt die Kosten drastisch.
Intel hatte bereits im Herbst 2025 angekündigt, dass der Beschleuniger ohne aufwendige Flüssigkeitskühlung auskommen soll. LPDDR5X umgeht zudem die Lieferketten-Engpässe, die HBM in den vergangenen Jahren immer wieder plagten. Die Xe3P-Architektur ist speziell für sogenannte „Tokens-as-a-Service“-Anbieter und große Inferenz-Workloads optimiert – nicht für das Trainieren riesiger Modelle.
Das bedeutet: Höhere Leistung pro Watt in Standard-Rechenzentren, ohne teure Infrastruktur-Upgrades.
Vom gescheiterten Falcon Shores zur neuen Strategie
Crescent Island ist das Ergebnis einer grundlegenden Neuausrichtung. Ende 2024 und Anfang 2025 hatte Intel die kommerzielle Veröffentlichung des geplanten Falcon Shores-Hybridchips gestrichen. Das Projekt dient nun nur noch als interne Entwicklungsplattform.
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Stattdessen verfolgt Intel eine Zwei-Gleis-Strategie: Crescent Island für den Massenmarkt der Inferenz, und Jaguar Shores für High-Performance-Computing und KI-Training. Jaguar Shores soll 2027 kommen – dann wieder mit HBM4-Speicher und Silizium-Photonik-Verbindungen.
Der Fokus auf KI hatte allerdings seinen Preis. Berichte aus dem Frühjahr 2026 bestätigten die Einstellung der „Celestial“-Gaming-Grafikkarten. Die Ingenieursteams wurden komplett auf die Xe3P-KI-Beschleuniger und die integrierte Grafik für die kommende Nova-Lake-CPU-Plattform umgeleitet.
Wann kommt Crescent Island auf den Markt?
Intel hatte auf dem OCP Global Summit 2025 erste Kundenmuster für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt. Die nun aufgetauchten, nahezu fertigen PCB-Designs deuten darauf hin, dass der Zeitplan eingehalten wird.
Offizielle Leistungsdaten und Preise stehen noch aus. Intel verspricht einen leistungs- und kostenoptimierten Beschleuniger für Unternehmen. Die einheitliche Software-Plattform, die bereits auf den aktuellen Arc-Pro-Karten läuft, soll Entwicklern den Umstieg erleichtern. Marktstart könnte bereits Ende 2026 oder Anfang 2027 sein.

