IntelligentCarveout entdeckt: Windows 11 regelt GPU-KI-Speicher neu

Microsoft testet mit IntelligentCarveout eine manuelle Speicherverwaltung für KI-Workloads in Windows 11, die besonders für NVIDIAs RTX-Spark-Plattform relevant ist.

Ein aktueller Windows-11-Build von Microsoft enthält ein bislang unangekündigtes Feature namens „IntelligentCarveout“, das die Reservierung von gemeinsam genutztem Arbeitsspeicher zwischen GPU und KI-Beschleunigern regeln soll. Der Fund im Build 29648.1000 wurde am 17. August 2026 bekannt.

Manuelle Kontrolle über Unified Memory

Laut techspot.com erlaubt IntelligentCarveout Nutzern, die Aufteilung von Unified Memory zwischen Gaming- und KI-Anwendungen manuell zu steuern. Wie 0xzx.com berichtet, lässt sich das Feature über den ViveTool-Code 61121285 aktivieren. Zur Auswahl stehen dabei die Einstellungen Custom, Recommended, High, Maximum und Not Allowed – ein System also, das je nach Nutzungsszenario unterschiedlich aggressive Speicherzuteilungen ermöglicht.

Verfügbar ist die Funktion laut 0xzx.com auf Geräten mit NPU, etwa auf Copilot+-PCs. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum hat Microsoft bislang nicht genannt.

Zielplattform: NVIDIAs RTX Spark

Wie videocardz.com berichtet, richtet sich das Feature insbesondere an NVIDIAs RTX Spark, eine Plattform mit bis zu 128 GB Unified Memory. Der zugrundeliegende RTX-Spark-SoC verfügt laut techpowerup.com über 6.140 CUDA-Cores, eine 20-Core-Arm-CPU sowie 128 GB LPDDR5X-Speicher.

Diese Architektur unterscheidet sich grundlegend von klassischen Grafikkarten mit dediziertem VRAM: Statt eines fest zugeordneten Speicherpools teilen sich CPU und GPU einen gemeinsamen Speicherbereich, dessen Aufteilung bislang starr vorgegeben war.

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Genau hier setzt IntelligentCarveout an. Laut videocardz.com hat Microsoft bereits im Mai Änderungen bestätigt, mit denen der für die GPU zugängliche Speicher erhöht werden sollte, um größere KI-Modelle lokal ausführen zu können. Auch techpowerup.com bestätigt, dass Microsoft eine höhere Obergrenze für GPU-zugänglichen Speicher andeutet, um umfangreichere KI-Modelle zu unterstützen.

Vergleich mit bestehenden Lösungen

Der Ansatz ist nicht völlig neu: Laut wccftech.com bietet AMD mit Variable Graphics Memory bereits eine ähnliche Funktion an. Auf dem Ryzen AI Max+ 395 lassen sich demnach bis zu 96 GB Arbeitsspeicher für die GPU reservieren. Microsofts IntelligentCarveout würde diesen Ansatz systemweit in Windows 11 verankern und dabei auch für NVIDIA-Hardware nutzbar machen.

Der Unterschied zu klassischen dedizierten Grafikspeichern zeigt sich im direkten Vergleich: Laut techspot.com verfügt eine NVIDIA RTX 5090 über 32 GB VRAM, doch der geteilte LPDDR5x-Speicher bei Unified-Memory-Architekturen ist grundsätzlich langsamer als dedizierter Grafikspeicher.

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Der Vorteil solcher Systeme liegt daher weniger in der Geschwindigkeit als in der schieren Kapazität – ein Aspekt, der besonders für das lokale Ausführen großer KI-Modelle relevant ist, die traditionelle Grafikkarten mit ihrem begrenzten VRAM an Kapazitätsgrenzen bringen würden.

Offene Fragen zum Rollout

Da Microsoft das Feature bislang nicht offiziell angekündigt hat und es sich derzeit nur über Entwickler-Tools wie ViveTool freischalten lässt, bleibt unklar, wann und in welcher Form IntelligentCarveout regulären Windows-11-Nutzern zur Verfügung stehen wird.

Die Ausrichtung auf NPU-Geräte und speziell auf die RTX-Spark-Plattform deutet jedoch darauf hin, dass Microsoft die Speicherverwaltung gezielt an den wachsenden Bedarf von KI-Workloads auf Consumer-Hardware anpassen will.