Intels Angriff auf AMDs Handheld-Markt erleidet einen Rückschlag. Die speziellen Gaming-Prozessoren kommen später als geplant – und geben der Konkurrenz mehr Zeit.
Die ambitionierten Pläne des Chipherstellers Intel, den von AMD dominierten Markt für Gaming-Handhelds herauszufordern, sind ins Stocken geraten. Wie mehrere Tech-Portale diese Woche berichten, verschiebt sich der Start der speziellen Panther Lake-Prozessoren für portable Konsolen vom ersten auf das zweite Quartal 2026. Diese Verzögerung könnte den Marktstart neuer, leistungsstarker Geräte nach hinten verschieben und Rivalen wie AMD ein längeres Zeitfenster ohne ernsthafte Konkurrenz verschaffen.
Ein unerwarteter Dämpfer für die Handheld-Offensive
Im Zentrum der Verzögerung stehen die Intel Core G3 und Core G3 Extreme Chips. Dabei handelt es sich um maßgeschneiderte System-on-a-Chip (SoC)-Designs, die auf der hochgelobten Panther-Lake-Architektur basieren. Die Nachricht von der Verschiebung wurde zuerst von dem bekannten Insider „Golden Pig Upgrade“ auf Weibo verbreitet. Intel hatte zwar die Entwicklung dedizierter Handheld-Chips bestätigt, einen offiziellen Launch-Zeitplan aber nie genannt. Ein Start im zweiten Quartal bedeutet, dass Geräte mit den neuen Prozessoren wohl frühestens im Sommer 2026 verfügbar sein werden.
Das Timing ist ungünstig für Intel. Erst im Januar 2026 hatte der Konzern auf der CES mit der Leistung der neuen, auf dem fortschrittlichen 18A-Prozess gefertigten Architektur gepunktet und seine Strategie für eine komplette Handheld-Gaming-Plattform verkündet. Partner wie MSI, Acer und GPD sollen künftig Geräte damit ausstatten. Ziel ist es, die Marktherrschaft von AMD zu brechen, dessen Ryzen Z-Serie – insbesondere der Ryzen Z2 Extreme – derzeit die meisten High-End-Handhelds antreibt.
Die große Hoffnung: Grafikkraft und Effizienz
Die hohen Erwartungen an Intels Handheld-Chips speisen sich vor allem aus dem versprochenen Sprung bei der Grafikleistung und Energieeffizienz. Die Panther-Lake-Architektur bringt eine neue integrierte Grafikeinheit, Xe3, mit.
Laut Branchenberichten soll der Top-Chip Core G3 Extreme eine iGPU vom Typ Arc B380 mit 12 Xe3-Kernen erhalten. Das Standardmodell Core G3 würde mit einer Arc B360 und 10 Kernen ausgestattet sein. Beide Varianten sollen über eine 14-Kern-CPU-Konfiguration verfügen, die Performance- mit Effizienz- und Low-Power-Kernen kombiniert. Diese Mischung aus starker Grafik und hybrider CPU-Architektur verspricht Leistung, die endlich mit AMD in den engen thermischen und energetischen Grenzen eines Handhelds mithalten oder sie übertreffen könnte.
AMD profitiert, Hersteller müssen warten
Die unmittelbare Konsequenz der Verzögerung ist ein anhaltender Vorteil für AMD. Hersteller wie ASUS, Lenovo und Valve haben mit AMDs Hardware eine starke Marktposition aufgebaut. Intels Einstieg mit einem konkurrenzfähigen Chip hätte diese Dynamik stören und zu mehr Vielfalt und Preiswettbewerb führen können. Nun ist diese Disruption vorerst auf Eis gelegt.
Interessant ist, dass die Verzögerung offenbar nur die speziellen Handheld-SoCs betrifft. Die breitere Panther-Lake-Familie für Laptops soll planmäßig erscheinen. Das deutet darauf hin, dass die Feinabstimmung der Chips für das anspruchsvolle Low-Power-High-Performance-Profil portabler Konsolen die Herausforderung darstellt.
Der Kampf verschiebt sich in die zweite Jahreshälfte
Trotz des Rückschlags ist der Kampf um den Handheld-Markt nur verschoben, nicht abgesagt. Intels Panther-Lake-Chips für Handhelds werden für das zweite Quartal 2026 erwartet. Wenn sie kommen, dürften sie einen erbitterten Kampf um Marktanteile entfachen. Die versprochene Leistung der Xe3-Grafik und die Effizienz des 18A-Prozesses bleiben überzeugende Verkaufsargumente.
Für Gamer bedeutet dies weiteres Warten auf eine neue Generation Intel-basierter Handhelds. Für AMD und seine Partner bietet die Verzögerung mehr Zeit, die eigene Position zu festigen. Die Entscheidung über die Zukunft des High-End-Handheld-Gamings fällt nun wohl erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2026.





