Besonders Bankkunden und Krypto-Anleger stehen im Fokus der Täter, die technische Manipulation mit psychologischer Täuschung kombinieren. Die Verluste reichen von vierstelligen Beträgen bis in den sechsstelligen Bereich.
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Vishing: Rentnerin verliert 25.000 Euro durch Fernzugriff
Ein Fall aus Köln zeigt die Gefahr des sogenannten Vishings (Voice-Phishing). Eine Rentnerin verlor 25.000 Euro, nachdem sich ein Betrüger am Telefon als Commerzbank-Mitarbeiter ausgegeben hatte. Unter dem Vorwand technischer Notwendigkeiten installierte der Täter die Fernwartungssoftware AnyDesk auf ihrem Laptop.
Anschließend tätigte er mehrere Überweisungen von einem Privatkonto. Nur eine rechtzeitige Kontosperrung verhinderte den zusätzlichen Verkauf von Wertpapieren im Wert von 150.000 Euro.
Smishing: Gefälschte SMS kosten Konten aus
Parallel dazu läuft in Hamm eine Serie von Smishing-Angriffen. Betroffene erhalten SMS mit Links zu gefälschten Bankseiten. Eine 23-Jährige installierte eine manipulierte App und gab persönliche Daten preis – ihr Konto war danach geplündert.
Weitere Opfer zwischen 48 und 69 Jahren meldeten ebenfalls leere Konten. Die Täter hatten die Nachrichten unter der gefälschten Rufnummer der jeweiligen Hausbank verschickt.
KI-Fake-Video wirbt für Krypto-Betrug
Die Methoden werden technisch immer raffinierter. Im bayerischen Rottal-Inn fiel eine Frau auf ein KI-generiertes Fake-Interview herein. Das Video zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz und Journalistin Sandra Maischberger – beide waren missbräuchlich dargestellt, um für eine angebliche Krypto-Investmentplattform zu werben.
Die Betroffene überwies einen mittleren fünfstelligen Betrag auf ausländische Konten. Gefälschte Gewinntabellen gaukelten ihr eine positive Wertentwicklung vor.
Uniswap-Nutzer verlieren 400.000 Dollar durch Google-Anzeigen
Auch Nutzer der dezentralen Börse Uniswap gerieten ins Visier. Angreifer schalteten manipulierte Google-Anzeigen, die auf gefälschte Webseiten führten. Ein Händler verlor am 26. Mai über 400.000 US-Dollar durch eine Schadsoftware, die sein digitales Portemonnaie leerte.
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Branchenanalysten dokumentierten eine großflächige Kampagne: Hunderte blockierte Links und ein Gesamtschaden von mehr als 1,2 Millionen US-Dollar.
Schockanrufe: Seniorin verliert über 100.000 Euro
Neben digitalen Angriffen bleiben klassische Methoden gefährlich. In Tuttlingen erbeuteten Täter über 100.000 Euro von einer 79-Jährigen. Sie gaben vor, die Seniorin stehe im Fokus einer kriminellen Bande. In München und Oldenburg übergaben Opfer nach Schockanrufen Bargeld und Goldmünzen an unbekannte Abholer.
Erfolg in Zürich: Fast 200.000 Franken zurückgeholt
Trotz schwieriger Spurensuche gibt es vereinzelte Erfolge. In Zürich erhielt eine Frau fast 200.000 Franken zurück, die sie durch Liebesbetrug verloren hatte. Die Schweizer Behörden froren das Geld auf einem Kryptokonto auf den Seychellen ein und überwiesen es zurück.
Experten führen den Erfolg auf verbesserte internationale Kooperation mit großen Kryptobörsen zurück. Dennoch warnen Verbraucherschützer eindringlich: Die Rückführung gestohlener Mittel bleibt die absolute Ausnahme.

