iOS 18.6 bis 26.1: DarkSword greift private Wallet-Daten auf iPhones ab

Sicherheitsforscher warnen vor iOS-Angriffen, die Wallet-Zugangsdaten und private Schlüssel auslesen können.

•

Sicherheitsanalysen schlagen Alarm wegen gezielter Attacken auf Besitzer von Kryptowährungen, die mobile Endgeräte von Apple einsetzen. Im Mittelpunkt der Warnungen steht die Schadsoftware DarkSword. Nach Angaben des IT-Sicherheitsunternehmens SlowMist nutzt die Malware spezifische Schwachstellen im mobilen Betriebssystem iOS aus, um die integrierte Sandbox von Apps zu durchbrechen.

Auf diese Weise erhalten die Angreifer Zugriff auf vertrauliche Krypto-Wallet-Daten, die lokal auf iPhones oder iPads gespeichert sind. Als primäre Angriffsziele gelten Passwörter und Zugangsdaten aus dem Apple-Schlüsselbund (Keychain), lokale Textnotizen sowie Dateien, die private Schlüssel zu Krypto-Wallets enthalten.

Umgehung der App-Sandbox und gezielter Datendiebstahl

Die Sicherheitsforscher von SlowMist heben hervor, dass auch bereits installierte Anwendungen auf den Endgeräten mit DarkSword manipuliert sein können. Ziel der Operationen ist die Entwendung digitaler Währungen. Yu Xian, Gründer von SlowMist, wies auf die Ausspähung privater Speicherbereiche hin und erklärte, dass die Schadsoftware neben Schlüsselbund-Informationen gezielt Notizen, Memos und gespeicherte Schlüsseldateien abgreife.

Branchenbeobachter wie BlockBeats grenzten das effektive Zeitfenster für die Ausnutzung der zugrundeliegenden Schwachstellen ein: Betroffen seien demnach insbesondere die Systemversionen iOS 18.6 bis 18.7.2 sowie iOS 26.0 bis 26.1. Vor diesem Hintergrund wird Betroffenen ein zeitnahes Upgrade auf iOS 27 nahegelegt.

Anzeige

Viele iPhone-Nutzer übersehen nach einem System-Update sicherheitsrelevante Einstellungen, die ihre privaten Daten gefährden können. Apple-Experte Detlef Meyer zeigt Ihnen in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihre Privatsphäre mit wenigen Klicks wirksam schützen. Was Sie nach jedem iOS-Update sofort prüfen sollten

Infektionswege über Werbenetzwerke und manipulierte Webseiten

Parallel dazu dokumentieren Analysen von iVerify und Report URI groß angelegte Kampagnen gegen Geräte mit älteren Betriebssystemversionen. Forscher führen den Diebstahl von Krypto-Vermögen über manipulierte Webseiten auf eine Gruppierung namens DeadTag zurück.

Diese Akteure kaufen abgelaufene Domains auf, übernehmen verwaiste Skript-Referenzen und registrieren Schätzungen zufolge bis zu zehn neue Adressen pro Woche.

Berichten zufolge wurde der Schadcode auf mindestens 6.600 legitimen Webseiten platziert, die monatlich zusammen rund 49 Millionen Aufrufe verzeichnen. DeadTag verkaufe den Zugang an Dritte weiter, deren Kunden Exploit-Kits wie Coruna und DarkSword gegen ungepatchte iOS-Systeme ausspielen.

Für die Übertragung kommen mehrere Schemata zum Einsatz:
– Malvertising ohne Interaktionszwang: Wie iVerify-CEO Rocky Cole erläuterte, können Infektionen bereits beim bloßen Vorbeiscrollen an Online-Anzeigen ausgelöst werden, beispielsweise auf Social-Media-Plattformen wie Instagram oder auf scheinbar unauffälligen Webseiten.

Vor dem eigentlichen Angriff überprüft die Schadsoftware dabei die installierte Betriebssystemversion.
– Manipulation über Drittanbieter-Skripte: Ein weiteres Angriffsmuster nutzte rund 680 abgelaufene Domains, die ursprünglich auf über 8.000 Websites für Chatbots oder Webanalyse-Dienste eingebunden waren, um anfällige iPhones auf Schadsoftware umzuleiten.

Warnungen vor veralteten Systemständen und Empfehlungen

Dass Schwachstellen im Apple-Ökosystem weitreichende Risiken bergen, unterstreichen auch behördliche Warnungen. So wies das Nationale Zentrum für Cybersicherheit Saudi-Arabiens auf Lücken zur Codeausführung in älteren Systemständen wie iOS 16.4.1, iPadOS 16.4.1, macOS Ventura 13.3.1 und Safari 16.4.1 hin, von denen ältere iPhone-Generationen und zahlreiche iPad-Modelle betroffen sind.

Berichte über IT-Sicherheitsmeldungen listen zudem Schwachstellen in macOS Tahoe, Golden Gate und Sequoia auf, die Angreifern Rechteausweitungen bis auf Kernel-Ebene ermöglichen.

Anzeige

Wer sich vor den zunehmenden Gefahren durch Hacker und Datenmissbrauch schützen möchte, sollte die Sicherheits-Grundlagen seines iPhones genau kennen. Dieser kostenlose Guide macht Technik endlich verständlich und hilft Ihnen, Ihr Gerät sicher und ohne Fachwissen zu bedienen. Sicherheits-Ratgeber für das iPhone kostenlos herunterladen

Apple stellte für ältere Systemversionen unter anderem mit iOS 26.7.1 ein Sicherheitsupdate bereit, um eine Zero-Day-Schwachstelle im 2D-Rendering von CoreGraphics zu beheben, die nach vorliegenden Erkenntnissen in gezielten Angriffen gegen Einzelpersonen ausgenutzt wurde.

Angesichts der aktuellen Bedrohungslage raten Sicherheitsexperten zu einer konsequenten Aktualisierung von Mobilgeräten auf den jeweils neuesten Softwarestand. Darüber hinaus empfiehlt sich für Besitzer digitaler Vermögenswerte die Aktivierung des Apple-Blockierungsmodus (Lockdown Mode) bei sensiblen Wallet-Transaktionen sowie eine sorgfältige Überprüfung installierter Apps auf verdächtige Aktivitäten.