iOS 26.4: KI-Playlists und sichere Nachrichten – aber keine neue Siri

Apple integriert KI-gesteuerte Playlist-Erstellung in seine Musik-App und aktiviert Diebstahlschutz standardmäßig. Die erwartete große Siri-Überholung bleibt in dieser Beta-Version jedoch aus.

Apple integriert generative KI tief in seine Musik-App und rüstet die Sicherheit auf. Doch die heiß erwartete Siri-Überholung lässt weiter auf sich warten.

Mit dem ersten Beta-Update für iOS 26.4 setzt Apple seinen Kurs fort, künstliche Intelligenz in die eigenen Dienste zu weben. Der Fokus liegt diesmal auf personalisierter Musik und verbesserter Sicherheit. Auffällig abwesend ist jedoch die seit Monaten angekündigte Neuerfindung des Sprachassistenten Siri, die sich offenbar verzögert.

Playlist Playground: Der KI-DJ in der Apple Music-App

Das mit Spannung erwartete Flaggschiff-Feature heißt „Playlist Playground“. Es handelt sich um ein generatives KI-Werkzeug, das direkt in Apple Music eingebaut ist. Nutzer können in natürlicher Sprache Wünsche äußern – etwa „Disco-Hits, die die 1970er definierten“ oder „beschwingte Songs für einen verregneten Morgen“. Das System generiert daraus eine kuratierte Playlist mit etwa 25 Titeln.

Die Funktion ähnelt dem bereits bekannten „Image Playground“ für Bilder, ist aber für Audio ausgelegt. Besonders clever: Die KI kann auch aus einer Auswahl von mindestens zehn vorhandenen Songs lernen. Sie analysiert die Stimmung und die musikalischen Merkmale und baut darauf eine erweiterte Playlist auf. Gefällt das erste Ergebnis nicht, lassen sich mit Folgeanfragen präzise Anpassungen vornehmen, ohne von vorne beginnen zu müssen. Der Zugang ist derzeit auf Geräte beschränkt, die Apple Intelligence unterstützen.

Anzeige

Apple führt viele neue Begriffe ein — von „Playlist Playground“ bis „Apple Intelligence“ — und das kann schnell verwirren. Wer die wichtigsten iPhone‑Begriffe einfach und verständlich erklärt haben möchte, findet im kostenlosen iPhone‑Lexikon 53 Einträge mit klaren Erklärungen und Aussprachehilfen. Ideal, wenn Sie iOS‑Neuerungen wie diese besser einordnen wollen. Jetzt iPhone‑Lexikon kostenlos anfordern

Video-Podcasts und dynamisches Album-Art

Ein weiterer Schwerpunkt des Updates liegt auf verbessertem Medienkonsum. Apple Podcasts erhält Unterstützung für HTTP Live Streaming (HLS) bei Video-Podcasts. Diese Technologie gibt Podcastern mehr Kontrolle und Monetarisierungsoptionen. Für Hörer bedeutet das: Sie können nahtlos zwischen Audio- und Video-Version einer Folge wechseln, ohne die Stelle zu verlieren. Videos lassen sich nun auch zum Offline-Anschauen herunterladen.

Auch Apple Music wird optisch aufgewertet. Bei unterstützten Inhalten füllen animierte Cover-Arworks den gesamten Bildschirm aus, und die Benutzeroberfläche passt ihre Farben dynamisch an das Albumcover an. Eine neue Funktion „Konzerte in deiner Nähe“ hilft zudem dabei, Live-Auftritte von Künstlern aus der eigenen Bibliothek zu entdecken.

Sicherheit first: RCS-Verschlüsselung und Diebstahlschutz

Im Bereich Sicherheit bringt iOS 26.4 zwei wichtige Neuerungen. Erstens startet Apple Tests für eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) im RCS-Messaging. In der Testphase ist diese Verschlüsselung zunächst auf Gespräche zwischen iPhones beschränkt. Die branchenweite Einführung des RCS-Standards soll die Kommunikation mit Android-Geräten modernisieren – Apple setzt nun mit Verschlüsselung nach.

Zweitens wird die Funktion „Schutz bei Gerätediebstahl“ nun standardmäßig aktiviert. Bisher war sie optional. Erkennt das iPhone, dass es sich nicht an einem vertrauten Ort wie Zuhause oder der Arbeit befindet, verlangt es für sensible Aktionen – wie das Auslesen von Passwörtern oder das Ändern des Apple-ID-Passworts – zwingend die biometrische Authentifizierung per Face ID oder Touch ID.

Wo bleibt Siri 2.0?

Die Enttäuschung in der Tech-Community ist dennoch spürbar. Seit Monaten kursierten Gerüchte, iOS 26.4 werde den Startschuss für „Siri 2.0“ geben – einen grundlegenden, von großen Sprachmodellen angetriebenen Relaunch des Assistenten. Doch in dieser Beta-Version fehlt jede Spur einer größeren Siri-Überholung.

Analysten gehen davon aus, dass das Projekt auf iOS 26.5 oder sogar iOS 27 verschoben wurde, das für später im Jahr 2026 erwartet wird. Apple scheint sich zusätzliche Zeit für die Feinarbeit seiner ambitioniertesten KI-Features zu nehmen.

Verfügbarkeit und Ausblick

Die Developer Beta von iOS 26.4 ist ab sofort für registrierte Entwickler verfügbar. Eine Public Beta soll in den kommenden Wochen folgen. Weitere kleinere Neuerungen betreffen die Kollaborations-App Freeform und die Erinnerungen-App, die eine intelligente Liste für dringende Aufgaben erhält.

Die endgültige Version für alle Nutzer wird für das frühe Frühjahr 2026 erwartet. Auch ohne die neue Siri zeigt das Update: Apple treibt die Integration generativer KI beharrlich voran – und setzt gleichzeitig ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit und Datenschutz.