Apple hat am Donnerstag weitreichende Änderungen für sein mobiles Betriebssystem in Brasilien angekündigt. Mit dem Update auf iOS 26.5 dürfen Entwickler künftig eigene App-Marktplätze betreiben und Zahlungen außerhalb des Apple-Systems abwickeln. Die Anpassungen folgen auf eine Einigung mit der brasilianischen Wettbewerbsbehörde CADE vom Dezember 2025.
Die fortschreitende Regulierung großer Technologieplattformen wie Apple zeigt, wie wichtig ein fundiertes Verständnis neuer Gesetzgebungen für Unternehmen ist. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über Pflichten und Fristen moderner Digital-Verordnungen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Druck aus Lateinamerikas größtem Markt
Auslöser des Verfahrens war eine Beschwerde des E-Commerce-Riesen MercadoLibre aus dem Jahr 2022. Brasilien reiht sich damit in die Liste der Regionen ein – neben der Europäischen Union, Japan und Südkorea – in denen Apple sein geschlossenes System für mehr Wettbewerb öffnen musste. Die neue Regelung erlaubt Entwicklern den Betrieb eigener Stores oder die Nutzung von Drittanbieter-Marktplätzen.
Ein direktes Sideloading von Apps aus dem Internet bleibt jedoch verboten. Um die Systemsicherheit zu gewährleisten, müssen alle Anwendungen außerhalb des offiziellen App Stores einen sogenannten Notarisierungsprozess durchlaufen. Apple beschreibt dies als grundlegende Sicherheitsprüfung auf Schadsoftware und Betrug.
Neue Provisionen: Weniger für Apple, mehr Auswahl für Entwickler
Die überarbeitete Gebührenstruktur bringt deutliche Veränderungen für Entwickler im brasilianischen Markt:
- App Store (Standard): Die Provision sinkt von 30 auf 21 Prozent
- Kleinere Entwickler: Mögliche Ermäßigung auf 10 Prozent
- Apple-Zahlungssystem: Zusätzliche 5 Prozent bei Nutzung des In-App-Kaufs
- Externe Zahlungslinks: 15 Prozent Store-Service-Gebühr (ermäßigt auf 10 Prozent für Berechtigte)
- Alternative Marktplätze: 5 Prozent Core Technology Commission (CTC) – ersetzt das ältere CTF-Modell
Entwickler müssen die aktualisierte Lizenzvereinbarung bis zum 6. Juli 2026 unterzeichnen, um die neuen Optionen zu nutzen. Bei Verstößen drohen Strafen von umgerechnet bis zu 25 Millionen Euro.
Kinderschutz und Sicherheitsvorkehrungen
Apple hat spezifische Schutzmechanismen für den brasilianischen Markt integriert. Apps für Kinder dürfen keine externen Zahlungslinks enthalten. Für Nutzer unter 18 Jahren ist ein „Parental Gate“ Pflicht, ergänzt durch neue APIs für erweiterte Kindersicherung.
Das Unternehmen warnt: Trotz der Notarisierung könnten alternative Marktplätze und externe Zahlungssysteme das Risiko von Malware und Betrug erhöhen. Nutzer können in den iOS-Einstellungen ihren bevorzugten Standard-Marktplatz auswählen.
Während Apple vor neuen Sicherheitsrisiken durch die Marktöffnung warnt, müssen Unternehmen ihre IT-Strategie proaktiv an neue Bedrohungen anpassen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?
Gemischte Reaktionen aus der Branche
Die Ankündigung stößt auf geteiltes Echo. Epic Games kündigte Pläne für einen eigenen Store in Brasilien an, kritisierte Apples neue Bedingungen jedoch als wettbewerbsschädigend. Auch die Coalition for App Fairness äußerte sich ablehnend zur überarbeiteten Gebührenstruktur.
Trotz der Kritik markiert die Öffnung einen Wendepunkt für Lateinamerikas größte Volkswirtschaft. Der Schritt folgt dem globalen Trend zu strengeren Kartellaufsichten für die großen Technologieplattformen – und könnte Signalwirkung für andere Märkte haben.

