Apple verpasst dem iPhone ein umfangreiches Update – und öffnet sich erstmals für Konkurrenz-Produkte von Garmin, Samsung und Sony.
Der neue Release bringt weit mehr als nur frische Hintergrundbilder. Mit iOS 26.5 reagiert der Konzern aus Cupertino auf zwei große Trends: den regulatorischen Druck aus Brüssel und den Siegeszug der generativen Künstlichen Intelligenz. Die Aktualisierung, die am Montag und Dienstag dieser Woche ausgerollt wurde, markiert einen strategischen Kurswechsel.
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Pride Luminance: Zwölf Farben für den Bildschirm
Ein optisches Highlight der neuen Version ist das „Pride Luminance“-Hintergrundbild. Es erlaubt Nutzern, die Oberfläche mit bis zu zwölf verschiedenen Farben zu personalisieren – eine deutliche Steigerung gegenüber früheren Versionen. Parallel dazu erscheint watchOS 26.5, das für ein einheitliches Erscheinungsbild auf der Apple Watch sorgt.
Doch die Anpassungsmöglichkeiten gehen weit über statische Designs hinaus. Die „Apple Intelligence“-Suite ermöglicht nun die Erstellung von Genmojis: per Texteingabe generierte Emojis, die den Chat individueller machen. Zudem wurden externe KI-Modelle wie ChatGPT, Claude und Gemini in CarPlay und Siri integriert – für volle Funktionalität ist allerdings teils ein Premium-Konto nötig.
Für alle, die viel tippen, gibt es eine unscheinbare, aber nützliche Neuerung: Seit iOS 18 rechnet die Tastatur mit. Wer eine mathematische Gleichung gefolgt von einem Gleichheitszeichen eingibt, erhält das Ergebnis als Vorschlag – ein Feature, das sich in den Tastatureinstellungen aktivieren lässt.
EU-Zwang öffnet die Türen für Drittanbieter
Der wohl bedeutendste Schritt betrifft die Öffnung des Systems. Unter dem Druck des Digital Markets Act (DMA) gewährt Apple erstmals Drittanbieter-Hardware Zugriff auf systemnahe Funktionen, die bislang den eigenen Produkten vorbehalten waren.
Konkret bedeutet das: Kopfhörer von Garmin, Samsung, Sony oder Bose können künftig dieselben nahtlosen Verbindungsanimationen anzeigen, die AirPods-Nutzer seit Jahren kennen. Noch wichtiger: Europäische Nutzer erhalten interaktive Benachrichtigungen und Live Activities auf fremden Smartwatches. Sportergebnisse oder Paketverfolgungen, die auf dem iPhone-Sperrbildschirm erscheinen, lassen sich nun auf eine breitere Palette externer Geräte spiegeln.
Apple betont, die Kontrolle über den Datenschutz zu behalten: Profiling, Werbung über diese Benachrichtigungen oder die Nutzung der Daten für KI-Training seien ausgeschlossen. Die Folge ist ein hybrides Ökosystem – mehr Freiheit für den Nutzer, ohne Abstriche beim vertrauten iOS-Erlebnis.
iOS 27: Die Kamera-App wird modular
Schon zeichnet sich der nächste große Wurf ab. Wie am Mittwoch bekannt wurde, plant Apple für den Herbst 2026 eine grundlegende Neugestaltung der Kamera-App. Das Update auf iOS 27 soll ein modulares Widget-System für die Kameraeinstellungen bringen.
Die Idee: Nutzer platzieren Widgets für Blitz, Belichtung, Tiefenschärfe und Auflösung frei am oberen Bildschirmrand. Die Steuerelemente werden in die Kategorien „Basic“, „Manual“ und „Settings“ unterteilt – je nach Kenntnisstand des Fotografen. Dadurch dürfte auch der mit dem iPhone 16 eingeführte separate Kameraknopf deutlich mehr Funktionen erhalten.
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Neben der Kamera stehen Änderungen für Safari, die Wetter-App und Apple Music an. Der Browser soll eine überarbeitete Startseite bekommen, während Musik und Podcasts die Navigation umkrempeln – die Suchfunktion wandert vermutlich in die untere Leiste, um die Einhandbedienung zu verbessern.
Sicherheit: 52 Lücken geschlossen
Jedes große Update hat auch eine weniger glamouröse Seite. iOS 26.5 schließt 52 Sicherheitslücken, darunter zehn Schwachstellen in der WebKit-Engine sowie den als „DarkSword“ bekannten Fehler. Auch Kernel und Sandbox-Umgebungen wurden gepatcht.
Apple zeigt sich zudem großzügig gegenüber Besitzern älterer Geräte. Zeitgleich erschienen Sicherheitsupdates für iOS 15.8.8, 16.7.16 und 18.7.9. Damit bleiben selbst Nutzer von iPhone 6s oder iPhone X geschützt – auch wenn sie auf die neuen KI-Funktionen verzichten müssen.
Die Akzeptanz von iOS 26 liegt aktuell bei 62 Prozent aller aktiven iPhones. Ein starkes Signal, dass die neuen KI- und Anpassungsmöglichkeiten auf reges Interesse stoßen. Allerdings müssen sich Nutzer für einige der am sehnlichsten erwarteten Funktionen – etwa die verbesserte Siri – noch bis zum Herbst gedulden.
Wohin steuert das iPhone?
Der Trend ist klar: Apple bewegt sich auf ein hybrides Modell der Personalisierung zu. Auf der einen Seite setzt das Unternehmen auf generative KI, damit Nutzer eigene visuelle Inhalte erschaffen können – von Genmojis bis hin zu bildgenerierenden Funktionen in der Notizen-App. Auf der anderen Seite zwingen die Regulierungsbehörden Apple, Drittanbieter-Hardware tiefer in das iOS-Ökosystem zu integrieren.
Die anstehende Entwicklerkonferenz im Sommer dürfte zeigen, wie „Visual Intelligence“ und externe KI-Partner die Bedienung weiter verfeinern. Die geplanten Änderungen an der Kamera-App und den systemweiten Widgets deuten auf eine Zukunft hin, in der Profi-Funktionen durch hochgradig anpassbare Oberflächen für jedermann zugänglich werden. Für Unternehmen und professionelle Anwender entsteht so eine flexible Plattform, die sich an spezifische Anforderungen anpassen lässt – ohne die Sicherheitsstandards zu opfern, die moderne mobile Kommunikation erfordert.

