iOS 26.5: Apple öffnet sein Ökosystem für Android-Nutzer

Apple bringt mit iOS 26.5 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für plattformübergreifende Chats und erleichtert den Datenumzug zu Android.

5 einen der bedeutendsten Schritte zur Öffnung seines geschlossenen Systems unternommen. Das Update bringt erstmals Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für plattformübergreifende Nachrichten und erleichtert den Wechsel von iPhone zu Android erheblich. Ausgeliefert wurde die neue Version am 11. und 12. Mai – pünktlich zu einer Zeit wachsenden regulatorischen Drucks aus Europa.

Mit rund 1,61 Gigabyte für Flaggschiff-Modelle wie das iPhone 17 Pro Max ist das Update kein Leichtgewicht. Verfügbar ist es für alle Geräte ab dem iPhone 11 sowie dem iPhone SE der zweiten Generation. Doch die Größe erklärt sich durch die Fülle an Neuerungen, die unter der Haube stecken.

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Datenmitnahme leicht gemacht: Der Abschied vom iPhone

Bislang galt der Verlust der gesamten Chat-Historie als eines der größten Hindernisse für Nutzer, die vom iPhone zu Android wechseln wollten. Mit iOS 26.5 ändert Apple diesen Ansatz grundlegend. Statt einer „Alles-oder-nichts“-Lösung können Anwender jetzt genau festlegen, welche Nachrichten sie mitnehmen möchten.

Das System bietet drei Optionen: den kompletten Verlauf, die Nachrichten des letzten Jahres oder nur die vergangenen 30 Tage. Zusätzlich lassen sich Anhänge gezielt auswählen. Das erleichtert nicht nur den Umstieg, sondern schont auch den Speicherplatz auf dem neuen Gerät.

Diese Funktion kommt nicht zufällig. Die Datenportabilität ist ein zentrales Anliegen von Verbraucherschützern und Regulierungsbehörden weltweit. Indem Apple den Abschied erleichtert, senkt das Unternehmen die Hürden für den Plattformwechsel – ohne die Sicherheit der hauseigenen Migrationstools zu opfern.

Revolution in der Nachrichtenkommunikation: Verschlüsselung für alle

Der wohl wichtigste technische Fortschritt in iOS 26.5 ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS (Rich Communication Services). Diese Funktion befindet sich derzeit in der Beta-Phase und wird schrittweise ausgerollt. Sie nutzt das MLS-Protokoll (Message Layer Security), um Gespräche zwischen iOS- und Android-Nutzern abzusichern.

Bislang galt: iMessage verschlüsselte Nachrichten zwischen Apple-Geräten, doch sobald ein Android-Nutzer in der Runde war, fiel die Sicherheit auf ein niedrigeres Niveau. Das ändert sich jetzt. Ein Schloss-Symbol im Chat zeigt an, ob die Unterhaltung vollständig verschlüsselt ist. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und arbeitet nahtlos mit Google Messages zusammen – auch dort erscheint ein entsprechendes Symbol.

Der Rollout hängt allerdings von der Unterstützung der Mobilfunkanbieter ab. Die Deutsche Telekom gehört bereits zu den Teilnehmern der Beta-Phase. Gelingt die flächendeckende Einführung, wäre das eine kleine Revolution: Erstmals wären Nachrichten zwischen den beiden dominierenden Mobilplattformen durchgehend sicher.

Europas Einfluss: Der DMA zwingt Apple zur Öffnung

Die Handschrift des Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union ist in iOS 26.5 unübersehbar. In der EU-Version des Updates öffnet Apple sein System für Drittanbieter-Hardware in einem bisher nicht gekannten Ausmaß.

Konkret bedeutet das: Kopfhörer und andere Peripheriegeräte von Drittanbietern können sich jetzt mit dem gleichen Komfort mit dem iPhone verbinden wie Apple-Produkte. Die proximity-basierte Kopplung zeigt ein grafisches Interface, das dem der AirPods ähnelt. Noch bedeutender: Auch Benachrichtigungen und „Live Activities“ – Echtzeit-Updates etwa für Sportergebnisse oder Lieferstatus – können jetzt an Smartwatches und Wearables anderer Hersteller weitergeleitet werden.

Bislang waren diese tiefen Systemintegrationen den Apple-eigenen Produkten wie der Apple Watch und den AirPods vorbehalten. Mit der Öffnung dieser Schnittstellen für Drittanbieter in Europa erfüllt Apple die regulatorischen Vorgaben, ohne das grundlegende Nutzererlebnis des iPhones zu beeinträchtigen.

Sicherheit und praktische Helfer

Neben den großen Neuerungen bringt iOS 26.5 auch zahlreiche praktische Verbesserungen. Eine besonders nützliche: Der Taschenrechner ist jetzt in die Systemtastatur integriert. Nutzer können grundlegende Rechenoperationen, Prozentrechnungen, Quadratwurzeln und Einheitenumrechnungen direkt in jeder App durchführen. Einfach die Gleichung gefolgt von einem Gleichheitszeichen eingeben – die Tastatur schlägt das Ergebnis als Textvorhersage vor. Die Funktion muss in den Systemeinstellungen unter den Optionen für die Texterkennung aktiviert werden.

Sicherheitstechnisch hat Apple ebenfalls nachgelegt. Das Update schließt über 50 Sicherheitslücken in verschiedenen Systemkomponenten, darunter Kernel, WebKit und mDNSResponder. Besonders hervorgehoben wird die Behebung der Schwachstelle CVE-2026-28950, bekannt als TCLBANKER. Auch Angriffe aus der Ferne, die zu Systemabstürzen oder Denial-of-Service-Attacken führen könnten, wurden abgesichert.

Apple hat zudem ältere Geräte nicht vergessen. Für Nutzer, die noch nicht auf iOS 26 umgestiegen sind, gibt es Legacy-Updates wie iOS 18.7.9, iOS 16.7.16 und iOS 15.8.8. Diese schützen selbst Geräte wie das iPhone 6s vor modernen Bedrohungen, darunter IP-Tracking und Wi-Fi-basierte Schwachstellen.

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Ein Blick auf die Zahlen

Die Verbreitung von iOS 26 ist beeindruckend: Bereits 62 Prozent aller kompatiblen Geräte laufen mit dem aktuellen Betriebssystem. Diese schnelle Adoption zeigt, wie wichtig solche inkrementellen Updates für die Nutzerbasis sind.

Die strategische Neuausrichtung hin zu besserer Android-Kompatibilität und regulatorischer Offenheit ist mehr als ein Zugeständnis. Indem Apple die häufigsten Kritikpunkte von Verbrauchern und Regulierern proaktiv angeht – RCS-Verschlüsselung, flexiblere Datenübertragung – entschärft das Unternehmen potenzielle Konflikte, bevor sie eskalieren.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

iOS 26.5 ist die letzte große Brücke zur nächsten Generation von Apples Betriebssystemen. Am 8. Juni 2026 beginnt die Worldwide Developers Conference (WWDC), auf der iOS 27 erwartet wird. Während sich das aktuelle Update auf Verfeinerung, Sicherheit und Compliance konzentriert, dürfte iOS 27 grundlegendere Veränderungen bringen – darunter umfassendere Siri-Verbesserungen und die tiefere Integration generativer KI-Funktionen.

Für den Moment liegt der Fokus auf der stabilen Einführung der RCS-Beta und dem weiteren Ausbau der DMA-konformen Funktionen in Europa. In den kommenden Monaten wird die Grenze zwischen den Mobilplattformen weiter durchlässig werden. Der Wettbewerb verschiebt sich dann vom reinen Ökosystem-Lock-in hin zu konkreten Hardware- und Service-Vorteilen.

Besitzer kompatibler iPhones sollten das Update zeitnah installieren – nicht nur wegen der neuen Funktionen, sondern vor allem wegen der umfangreichen Sicherheitspatches.