iOS 26.5: Apple schließt 50 Sicherheitslücken und verschlüsselt RCS

Apple schließt mit iOS 26.5 über 50 Sicherheitslücken und führt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten ein.

Apple hat am Dienstag ein umfangreiches Update für iPhone und iPad veröffentlicht. Im Fokus: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den Nachrichtenaustausch mit Android-Nutzern und über 50 Sicherheitspatches.

Der US-Konzern reagiert damit auf wachsenden Druck aus Europa und die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe. iOS 26.5 bringt nicht nur die lang erwartete Verschlüsselung für RCS-Nachrichten – jenen Standard, der SMS zwischen iPhone und Android ablöst –, sondern öffnet das Apple-Ökosystem erstmals deutlich für Drittanbieter-Hardware.

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Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle

Das Herzstück des Updates ist die Beta-Einführung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) für RCS. Bislang blieb die Sicherheit bei Nachrichten zwischen iPhone und Android hinter dem hauseigenen iMessage-Standard zurück. Zwar konnten Nutzer bereits seit iOS 26 über RCS kommunizieren und etwa hochauflösende Bilder verschicken – doch die Verschlüsselung fehlte.

Mit dem neuen Update sind diese Unterhaltungen nun standardmäßig geschützt. Dritte oder Dienstanbieter können die Inhalte nicht mehr mitlesen. Die Funktion befindet sich allerdings noch im Beta-Stadium. Experten rechnen damit, dass die Stabilität in den kommenden Wochen je nach Netzbetreiber variieren wird.

Auch die Gruppenchats und der Dateitransfer zwischen den Plattformen wurden verbessert. Apple adressiert damit einen jahrennlangen Kritikpunkt: Die sogenannte „grüne Blase“ – also Chats mit Android-Nutzern – galt bislang als unsicherer als die „blaue Blase“ von iMessage.

EU-konform: Apple öffnet sich für Frem-Hardware

Ein weiterer Schwerpunkt des Updates liegt auf der Einhaltung europäischer Regulierungen. Apple geht hier deutlich weiter als in früheren Versionen:

  • Proximity Pairing für Nicht-Apple-Kopfhörer: Drittanbieter-Kopfhörer können sich künftig ähnlich einfach koppeln wie AirPods.
  • Live Activities für Fremd-Wearables: Smartwatches und Fitness-Tracker von Konkurrenten zeigen künftig Echtzeit-Daten auf dem iPhone-Sperrbildschirm an – eine Funktion, die bislang der Apple Watch vorbehalten war.

Diese Änderungen geben Verbrauchern mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Peripheriegeräte. Für Apple bedeuten sie einen strategischen Kurswechsel: Der Konzern öffnet sein „walled garden“ – zumindest teilweise.

Die Apple Maps-App erhielt zudem in den USA und Kanada ein Update: Die neue Funktion „Suggested Places“ bereitet den Weg für Werbung im Navigationsdienst. Ob und wann diese Funktion nach Europa kommt, ist noch offen.

50 Sicherheitslücken geschlossen – auch für alte Geräte

Parallel zum Hauptupdate veröffentlichte Apple am 11. und 12. Mai eine Reihe von Sicherheitsupdates für ältere Geräte. Die Liste der geschlossenen Lücken ist lang:

  • iOS 26.5 und iPadOS 26.5: Über 50 einzelne Sicherheitsfixes
  • iOS 18.7.9 für iPhone XS, XR und iPad der siebten Generation
  • iPadOS 17.7.11 und iOS 16.7.16 für das iPhone X
  • iOS 15.8.8 für iPhone 6s, iPhone 7 und das originale iPhone SE
  • Updates für macOS Tahoe 26.5, macOS Sequoia 15.7.7 und macOS Sonoma 14.8.7

Die Patches schließen kritische Lücken in Komponenten wie mDNSResponder, dem Kernel und der Sandbox-Umgebung. Ein besonders schwerwiegender Fehler im Kernel hätte es Angreifern ermöglicht, Root-Rechte zu erlangen. Zwar betont Apple, dass keine aktiven Angriffe bekannt seien – die Zahl und Schwere der Lücken veranlasst Sicherheitsexperten jedoch zur sofortigen Installation.

Die Legacy-Updates adressieren spezifisch Schwachstellen in WebKit, WLAN-Konnektivität und dem System-Kernel – und schützen so auch Geräte, die mehrere Generationen alt sind.

Neue Funktionen: Genmojis, Rechner-Trick und Regenbogen-Wallpaper

Neben den Sicherheits- und Kompatibilitätsverbesserungen bringt iOS 26.5 auch einige Neuerungen für den Alltag:

  • Apple Intelligence für iPhone 15 Pro und neuer sowie iPads und Macs mit M1-Chip: Nutzer können per Texteingabe „Genmojis“ erstellen und ChatGPT in Siri integrieren.
  • Taschenrechner im Keyboard: Seit iOS 18 können Nutzer mathematische Gleichungen direkt in Textfelder tippen. Mit einem Gleichheitszeichen erscheint die Lösung als Vorschlag über der Tastatur. Der Trick funktioniert für Grundrechenarten, komplexe Berechnungen und Einheitenumrechnungen.
  • „Pride Luminance“-Wallpaper: Ein interaktives Design, bei dem sich Farbstreifen beim Wischen vom Sperrbildschirm zum Home-Bildschirm verschieben. Nutzer können bis zu 12 Farben wählen.

Bekannte Probleme und Lösungen

Wie bei größeren Updates üblich, gibt es auch diesmal kleinere Startschwierigkeiten. Einige Nutzer berichten von Problemen mit Mobildaten und eingehenden Anrufen. Technische Tutorials vom 13. Mai empfehlen folgende Schritte:

  1. Flugmodus ein- und ausschalten
  2. Netzwerkeinstellungen zurücksetzen
  3. Mindestens 5 bis 10 GB freien Speicherplatz sicherstellen

Der größere Zusammenhang: Phishing-Welle und Plattform-Wettbewerb

Die Veröffentlichung von iOS 26.5 fällt in eine Zeit zunehmender Phishing-Angriffe auf Apple-Nutzer. Am 12. Mai warnten Sicherheitsforscher vor einer neuen Welle betrügerischer iCloud-Speicher-Warnungen, die per SMS und E-Mail verschickt werden. Die Nachrichten führen zu gefälschten Websites, die Apple-IDs, Kreditkartendaten und Bankinformationen abgreifen sollen.

Apple betont, dass das Unternehmen niemals sensible Daten per Textnachricht anfordert. Sicherheitsexperten raten, den iCloud-Status direkt über die Geräteeinstellungen zu prüfen – nicht über Links in Nachrichten.

Die 50 Sicherheitsfixes sind eine direkte Reaktion auf dieses Bedrohungsumfeld. Angreifer zielen zunehmend auf Kernel-Schwachstellen und Speicherfehler, um sich unbemerkt Zugang zu mobilen Geräten zu verschaffen.

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Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Die Beta-Phase der RCS-Verschlüsselung wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Apple und die Netzbetreiber werden die Stabilität des Protokolls genau beobachten.

Eine grundlegend überarbeitete Version von Siri wird frühestens mit iOS 27 im Herbst 2026 erwartet. Bis dahin dürften die neuen Interoperabilitäts-Funktionen und die „Suggested Places“ in Maps im Fokus stehen – und die Frage, ob Apple diese Werbefunktion auch nach Europa bringt.

Für Unternehmen und Privatnutzer gilt jetzt: iOS 26.5 installieren – die 50 geschlossenen Sicherheitslücken lassen keinen Aufschub zu.