iOS 26.5: Apple schließt 61 Sicherheitslücken und bringt neue Screenshot-Funktionen

Apple schließt mit iOS 26.5 über 60 Sicherheitslücken und erweitert die Bildschirmaufnahme-Funktionen für iPhone-Nutzer.

5 aktualisiert. Das Update, das am 12. Mai 2026 erschien, bringt iPhone-Nutzern erweiterte Werkzeuge für Bildschirmaufnahmen und eine umfassende Sicherheitsüberholung. Mehr als 60 Schwachstellen wurden geschlossen, darunter die kritische Exploit-Serie „DarkSword“. Doch die Neuerungen gehen weit über reine Sicherheitspatches hinaus.

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Die Veröffentlichung kommt zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt: Nur wenige Wochen vor der Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni 2026, auf der Apple voraussichtlich die nächste Betriebssystem-Generation iOS 27 vorstellen wird. Analysten sehen in den aktuellen Verbesserungen den letzten großen Feinschliff vor dem Generationswechsel.

Der „Back Tap“ wird zum Profi-Werkzeug

Im Mittelpunkt der neuen Bedienungsmöglichkeiten steht die „Back Tap“-Funktion. Ursprünglich als Barrierefreiheit-Tool gestartet, hat sie sich zum Geheimtipp für Power-User entwickelt. Durch Doppel- oder Dreifachtippen auf der Rückseite des iPhones lassen sich Screenshots auslösen – ohne die seitlichen Tasten zu belasten. Das minimiert Verwacklungen und schont die Hardware.

Die Einstellung findet sich unter: Einstellungen → Bedienungshilfen → Tippen → Rückseite.

Besonders praktisch: Die „Ganze Seite“-Funktion im Safari-Browser. Wer einen normalen Screenshot einer Webseite macht, kann in der Vorschau auf die Vollansicht wechseln. Daraus entsteht ein PDF-ähnliches Dokument der gesamten scrollbaren Seite – ideal für juristische, akademische oder berufliche Zwecke, bei denen der vollständige Inhalt einer Webseite erhalten bleiben muss.

Für Besitzer älterer Modelle wie dem iPhone SE bleiben die Funktionen „Erreichbarkeit“ und „QuickTake“ relevant. Ersteres verschiebt die oberen Bildschirmelemente nach unten, sodass sie mit dem Daumen erreichbar sind. QuickTake wiederum erlaubt den nahtlosen Übergang vom Foto- zum Videomodus – nützlich, um dynamische Bildschirminhalte oder physische Umgebungen schnell festzuhalten.

Automatisierung per Kurzbefehle: Vom Chat-Verlauf zum Langbild

Die Kurzbefehle-App erlebt mit iOS 26.5 eine Renaissance. Neue Workflows erlauben es, mehrere Screenshots automatisch zu einem einzigen „Langbild“ zusammenzufügen. Schluss mit dem manuellen Stitching in Drittanbieter-Apps: Die Automatisierung übernimmt Ausrichtung und Zusammenführung – ein Segen für alle, die lange Chat-Verläufe oder Social-Media-Feeds archivieren müssen.

Weitere Automatisierungstrends:

  • „News Report AI“: Ein Kurzbefehl, der RSS-Feeds in Apple Notes zusammenfasst
  • Automatischer Video-Download: Neue Workflows für Plattformen wie X (ehemals Twitter)
  • „MusicBot“: Steuerung der Wiedergabeumgebung
  • „Take a Break“: Aktiviert gleichzeitig „Bitte nicht stören“, senkt die Bildschirmhelligkeit und startet einen Timer – ideal für konzentrierte Arbeitsphasen

Besonders bemerkenswert: Die Integration generativer KI-Tools in die Kurzbefehle. Nutzer können nun „Low-Battery-Announcements“ mit ChatGPT-ähnlicher Logik einrichten. Das System gibt dann personalisierte Audio-Warnungen aus, wenn bestimmte Akku-Schwellenwerte erreicht werden.

Privatsphäre: Mehr Kontrolle über Standortdaten

Apple hat die Kontrollmöglichkeiten für Metadaten in Fotos und Screenshots verschärft. Über die Teilen-Optionen eines Bildes lässt sich jetzt die Standortinformation deaktivieren, bevor die Datei an Dritte gesendet wird. Das verhindert die versehentliche Weitergabe von Koordinaten – etwa des eigenen Wohnorts oder eines sicheren Arbeitsplatzes – die standardmäßig in den EXIF-Daten gespeichert sind.

Die bekannten Privatsphäre-Indikatoren – orangener Punkt für Mikrofon, grüner Punkt für Kamera – bleiben ein zentrales Element der Benutzeroberfläche. Sie erscheinen selbst bei Bildschirmaufnahmen und Screenshots und bieten so eine permanente Kontrolle über App-Berechtigungen.

Ein Novum: Die „Begrenzte genaue Position“-Einstellung für Mobilfunkanbieter. Auf Geräten mit C1- oder C1X-Modem (iPhone Air, 16e und M5-iPad Pro) verhindert diese Funktion, dass Dienstanbieter hochpräzise Standortdaten verkaufen können. Aktuell ist die Funktion auf bestimmte US-Anbieter wie Boost Mobile beschränkt – ein wichtiger Schritt in Apples übergreifender Datenschutzstrategie.

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Sicherheitsupdate: 61 Schwachstellen geschlossen

Hinter den Kulissen ist iOS 26.5 ein massives Sicherheitsupdate. 61 Schwachstellen wurden behoben, darunter drei kritische Remote-Exploits. Konkrete Patches betreffen:

  • Kernel (CVE-2026-28950): Verhindert unbefugten Zugriff auf den Arbeitsspeicher
  • IP-Tracking (CVE-2026-28906): Blockiert die Verfolgung von Nutzeraktivitäten über Netzwerkanfragen
  • Bildschirmaufnahme (CVE-2026-28963): Schließt eine Lücke, die heimliche Aufnahmen ermöglichte

Ein technischer Meilenstein: Die Beta-Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS (Rich Communication Services). Mit dem Message Layer Security (MLS)-Protokoll und dem GSMA RCS 3.0-Standard ermöglicht Apple erstmals sichere, verschlüsselte Nachrichten zwischen iPhone und Android. Branchenkenner sehen darin eine Reaktion auf regulatorischen Druck und sich wandelnde Industriestandards.

Ausblick: Was kommt auf der WWDC?

iOS 26.5 gilt als letzte große Verfeinerung vor der Vorstellung von iOS 27 auf der WWDC am 8. Juni 2026. Gerüchten zufolge wird das neue Betriebssystem ein „Liquid Glass“-Design und einen deutlich leistungsfähigeren Siri-Chatbot enthalten. Statt einfacher Sprachbefehle soll ein umfassender KI-Assistent entstehen.

Die Hardware-Anforderungen für Apple Intelligence bleiben hoch: Mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher, wie im iPhone 15 Pro und neueren Modellen. Nutzer sollten daher ihre Modem-Firmware prüfen und die neuen Standortkontrollen aktivieren, um ihre Geräte optimal zu schützen.

Ein Hinweis noch: Nach dem Update vom 12. Mai wurden vereinzelt Probleme mit Wi-Fi 7 und der mobilen Datenverbindung gemeldet. Apple arbeitet nach eigenen Angaben an einem schnellen Patch. Trotz dieser Kinderkrankheiten macht die Kombination aus verbesserten Aufnahmewerkzeugen und robusten Sicherheitspatches iOS 26.5 zu einem der wichtigsten Updates des Jahres.