Mit dem Jahreswechsel hat Apple die Benennung seines Betriebssystems an das Kalenderjahr angeglichen und springt direkt auf iOS 26. Doch hinter dem neuen Namen und der „Liquid Glass“-Oberfläche verbergen sich tiefgreifende Änderungen für die Privatsphäre und Sicherheit. Ein kürzlich veröffentlichter kritischer Sicherheitspatch und neue, datenhungrige Funktionen machen eine sofortige Überprüfung der Einstellungen unerlässlich.
Dringend: Der kritische Sicherheitspatch iOS 26.2
Noch vor den Feiertagen Ende 2025 veröffentlichte Apple einen dringenden Patch: iOS 26.2. Das Update schließt zwei sogenannte Zero-Day-Schwachstellen in der WebKit-Browser-Engine, die Safari antreibt. Diese Lücken könnten es bösartigen Webseiten ermöglichen, unbemerkt Code auf dem Gerät auszuführen.
Viele Nutzer verlassen sich auf automatische Updates, doch gerade in der Ferienzeit werden Installationen oft verschoben. Die Überprüfung ist simpel: Unter Einstellungen > Allgemein > Software-Update sollte die Version iOS 26.2 angezeigt werden. Wer noch auf iOS 18.x oder einer früheren Version von iOS 26 ist, sollte sofort aktualisieren. Dieser Patch ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren Sicherheitsmaßnahmen – er schließt die Hintertür, die andere Schutzvorkehrungen unwirksam machen könnte.
Eine der auffälligsten Neuerungen ist die Überarbeitung der Karten-App. Sie führt die Funktion „Besuchte Orte“ ein. Anders als die versteckte und weitgehend verschlüsselte Funktion „Bedeutende Orte“ aus früheren Versionen, ist dieses Logbuch nutzerfreundlicher gestaltet. Es soll helfen, sich an Restaurants, Veranstaltungsorte und Reiserouten zu erinnern.
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Safari: Fingerabdruck-Schutz für alles Surfen
Digitelles Fingerprinting ist eine raffinierte Tracking-Methode, bei der Werbetreibende anhand einzigartiger Geräteeigenschaften wie Bildschirmauflösung oder installierter Schriftarten ein Profil erstellen. Bislang war der „Erweiterte Tracking- und Fingerabdruckschutz“ von Apple in iOS oft nur im Privatmodus standardmäßig aktiv.
Experten empfehlen nun dringend, diesen Schutz auf alle Browseraktivitäten auszudehnen. Diese Einstellung „verrauscht“ die Gerätedaten und macht Ihr iPhone für Drittanbieter-Tracker ununterscheidbar von Millionen anderer Geräte. Die Konfiguration ist einfach: Unter Einstellungen > Apps > Safari und dann Erweitert > Erweiterter Tracking- und Fingerabdruckschutz die Option „Alle Browseraktivitäten“ (nicht nur „Privates Surfen“) wählen.
Die KI-Einwilligung: Kontrolle über Drittanbieter-Daten
Eine wichtige Entwicklung betrifft den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Angesichts der Flut von Apps, die generische große Sprachmodelle (LLMs) integrieren, hat Apple neue Richtlinien für den App Store durchgesetzt. Entwickler müssen nun eine explizite Einwilligung der Nutzer einholen, bevor sie persönliche Daten an Drittanbieter-KIs weitergeben dürfen.
Diese „KI-Einwilligung“ taucht zunehmend als separates Berechtigungs-Pop-up in aktualisierten Apps auf. Sie regelt, ob Ihre Eingaben – Texte oder Fotos – zur Verarbeitung an externe KI-Server gesendet werden dürfen. Nutzer sollten in Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit die Berechtigungen prüfen und bei neuen Abfragen genau hinschauen. Die sicherste Standardantwort für die meisten Apps lautet: „Nicht erlauben“. Eine Ausnahme bilden nur spezialisierte Chatbot-Apps, deren Kernfunktion darauf basiert.
Strategie und Spannungsfeld: Apples „Jahr der Privatsphäre“
Der Sprung auf iOS 26 ist mehr als ein Rebranding. Er unterstreicht Apples Strategie, die Verarbeitung auf dem Gerät als entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Cloud-lastigen Konkurrenten wie Google zu positionieren. Die Namensangleichung an das Jahr 2026 soll zudem den Upgrade-Zyklus für Verbraucher vereinfachen.
Doch Funktionen wie „Besuchte Orte“ zeigen das klassische Spannungsfeld zwischen Komfort und Privatsphäre. Intelligente, lokale Empfehlungen erfordern die Sammlung von Daten, die früher ignoriert wurden. Der dringende Patch für iOS 26.2 erinnert daran: Je komplexer Betriebssysteme werden, desto größer kann auch die Angriffsfläche sein. Die Branche beobachtet nun gespannt das Beta-Update iOS 26.3, das seit dem 1. Januar getestet wird. Es könnte weitere Datenschutz-Verfeinerungen bringen, etwa bei der „Benachrichtigungsweiterleitung“ an Wearables von Drittanbietern.
Was Nutzer in den kommenden Monaten erwartet
Der Fokus im ersten Quartal 2026 liegt zunächst auf dem stabilen Release von iOS 26.3, das für Ende Januar erwartet wird. Nutzer können sich auf Verfeinerungen beim „Schutz bei Gerätediebstahl“ einstellen. Zum Europäischen Datenschutztag am 28. Januar pflegt Apple zudem traditionell datenschutzbezogene Kampagnen oder Ankündigungen zu veröffentlichen.
Gleichzeitig werden Apps ihre Datenschutz-Labels und Berechtigungsabläufe an die neuen KI-Regeln anpassen. Das große Thema im Frühjahr wird aber voraussichtlich die mit Spannung erwartete „LLM-Siri“ sein, die möglicherweise mit iOS 26.4 kommt. Bis dahin bietet eine zehnminütige Überprüfung der genannten Einstellungen den besten Schutz vor Sicherheitslücken und unerwünschter Datensammlung im neuen Jahr.





