iOS 27.0: iPhone-Tastatur schlägt 4.513 englische Phrasen nicht vor

Die Tastatur filtert bestimmte Ausdrücke aus Wortvorschlägen und Wischeingaben; Apple nennt den Schutz vor unangemessenen Vorschlägen als Ziel.

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Der Sicherheitsforscher Derik Kauffman hat am 6. November 2026 eine in das mobile Betriebssystem iOS 27.0 integrierte Liste von 4.513 englischen Phrasen identifiziert, die von der iPhone-Tastatur weder über die automatische Worterkennung vorgeschlagen noch regulär über die Wischfunktion QuickPath erzeugt werden.

Die Ergebnisse wurden auf der Plattform Swipeblocked publiziert, während der zugrundeliegende Programmcode und die extrahierten Daten auf GitHub bereitgestellt wurden.

Rekonstruktion aus Systemdateien

Kauffman stieß erstmals im September 2026 auf Auffälligkeiten, als ihm beim Tippen per Wischgeste Fehler bei Wendungen wie „bad boy“ und „white man“ auffielen, während Kombinationen wie „bad girl“ und „black man“ problemlos funktionierten.

In der Folge extrahierte der Forscher den Datensatz direkt aus den Tastaturdateien von iOS 27.0. Die Einträge lagen dort als Hash-Tabelle aus 32-Bit-Fingerabdrücken spezifischer Wort-Identifikatoren vor und wurden mithilfe der Werkzeuge OpenAI Codex sowie Anthropic Claude Code rekonstruiert.

Der Ingenieur Matt Suiche vom Unternehmen Tolmo stellte unabhängig eine nahezu identische Fassung der Aufstellung wieder her und bestätigte deren Existenz gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Laut einer Website von Swipeblocked, die tausende blockierte Wörter und Phrasen dokumentiert, gilt die Systematik über alle Sprachversionen hinweg.

Umfang und historische Entwicklung

Nach Einschätzung Kauffmans vom 6. November 2026 umfasst das Gesamtsystem über alle Sprachen hinweg – chinesische Schriftzeichen ausgenommen – konservativ geschätzt rund 100.000 Begriffe und Wendungen. Vergleichbare Sperrtabellen existieren für 27 weitere Sprachen und Schriftsysteme.

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Innerhalb der englischsprachigen Liste wuchs der Bestand von etwa 1.700 Einträgen unter iOS 14.0 im Jahr 2020 auf 4.513 unter iOS 27.0 an, was einem Anstieg um das 2,7-Fache entspricht. Eine gesonderte englische Swipe-Liste umfasst rund 2.800 Phrasen.

Die Filtermechanismen wurden über verschiedene Betriebssystem-Generationen hinweg angepasst. So wurden politische Ausdrücke wie „dictator Trump“ in iOS 16.1 und „sleepy Joe“ in iOS 16.2 hinzugefügt, während Bezeichnungen wie „President Trump“ und „President Bush“ in iOS 26.3 wieder gestrichen wurden.

Das Regelwerk orientiert sich an exakten Wortfolgen: Während „Taiwan is country“ blockiert ist, bleibt „Taiwan is a country“ zulässig. Auch Unterschiede wie die Blockade von „read gay smut“ gegenüber der Freigabe von „read smut“ oder die Sperre von „I’m white“ bei gleichzeitiger Zulassung von „I’m black“ sind enthalten.

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Zu den politischen Begriffen zählen unter anderem Wendungen wie „United Ireland“, „Tibetan independence“, „left wing conspiracy“ oder „Covid was a hoax“. Zudem ist der Name Trayvon Martin der einzige vollständige Personenname in der englischen Aufstellung.

In anderen Sprachversionen finden sich regionsspezifische Filter: Die chinesische Liste enthält historische und politische Verweise wie „June Fourth“ oder Namen wie „Liu Xiaobo“, während in der türkischen Fassung der Begriff „Armenian genocide“ geführt wird. Im Deutschen sind nationalsozialistische Parolen hinterlegt.

Technische Umsetzung und Reaktionen

Kauffman betonte, dass es sich bei dem Mechanismus um kein Schreibverbot handele. Anwender können sämtliche Ausdrücke weiterhin Buchstabe für Buchstabe manuell eingeben; das System greift ausschließlich bei Vorhersagen und der Wischtexteingabe ein. Bei Swipe-Eingaben werden gesperrte Begriffe häufig zu ähnlichen Wörtern verzerrt, sodass beispielsweise aus „United Ireland“ die Wendung „United Iceland“ wird.

Intern differenziert Apple nach Angaben Kauffmans vom 6. November 2026 zwischen vulgären, beleidigenden und sensiblen Kategorien. Während vulgäre Begriffe erst nach dreimaliger manueller Eingabe vorgeschlagen werden, bleiben beleidigende Inhalte dauerhaft von Vorschlägen ausgeschlossen. Kauffman bezeichnete das Vorgehen als eine sehr leichtgewichtige Form der Zensur und vermutete den Schutz vor Klagen sowie Öffentlichkeitsrisiken als Hintergrund.

Apple erklärte gegenüber Reuters, das Ziel der Funktion bestehe darin, unangemessene Textvorschläge zu verhindern, wobei Nutzer die Vorgaben jederzeit manuell überschreiben könnten. Zu Kriterien oder dem Gesamtumfang machte der Konzern keine Angaben.

David Greene, Anwalt bei der Electronic Frontier Foundation, bezeichnete die Erfassung als unheimlich, sah jedoch sachliche Gründe für Regulierungen; allerdings forderte er Transparenz und Einstellungsoptionen für Nutzer, da eine solche Liste nicht geheim bleiben sollte.