iOS 27.2: Apple führt Ausschlussliste für Siri-KI-Zugriffe ein

iOS 27.2 ermöglicht den gezielten Ausschluss einzelner Apps von Siri-KI, Suche und Vorschlägen; Trainingsdaten bleiben separat geregelt.

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Mit dem Betriebssystem-Update iOS 27.2 hat Apple die neue Menüeinstellung „Excluded Apps“ eingeführt. Die Funktion erlaubt es Nutzern, ausgewählte Anwendungen manuell vom Datenzugriff durch Siri-AI-Funktionen auszunehmen. Bislang mussten Einstellungen zum Datenschutz über mehrere Menüpunkte verteilt vorgenommen werden oder erforderten die vollständige Deaktivierung der KI-Dienste.

Zentrale Steuerung und Funktionsweise der Ausschlussliste

Die Neuerung ersetzt die bisherige Einstellung „App Access“ und bündelt die Zugriffsrechte für Siri, die Systemsuche und Vorschläge an einer zentralen Stelle. Die Option findet sich in den Geräteeinstellungen unter dem Pfad Einstellungen > Siri > Excluded Apps > „Add Apps“.

Wie das Fachportal MacRumors berichtete, war es zuvor notwendig, jede Anwendung einzeln über mehrere Auswahlschalter zu konfigurieren oder gänzlich auf „Siri Classic“ zurückzufallen. Über das Menü können hinzugefügte Anwendungen über die Bearbeiten-Schaltfläche, ein rotes Kreissymbol und ein Bestätigungshäkchen wieder von der Ausschlussliste entfernt werden.

Wird eine Anwendung auf die Liste gesetzt, verliert sie sämtliche Siri-AI-Integrationen und wird zugleich aus den Suchergebnissen sowie Vorschlägen des Betriebssystems entfernt. Wird beispielsweise Messages ausgeschlossen, unterbleibt das automatisierte Lesen oder Beantworten von Nachrichten.

Ein Ausschluss von Signal blockiert zudem die Funktion „Onscreen Awareness“, wodurch Bildschirminhalte nicht mehr erfasst werden. Ebenso entfallen Sprachbefehle zur Erstellung von E-Mail-Entwürfen oder WhatsApp-Nachrichten.

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Ohne entsprechende Beschränkungen kann Siri AI unter anderem Nachrichten durchsuchen, Objekte und Personen in der Fotos-App identifizieren, den Safari-Verlauf sowie die Leseliste einsehen und auf Kalenderdaten oder Voicemails zugreifen. Der Zugriff auf Drittanbieter-Apps bleibt dabei von der Unterstützung der jeweiligen Entwickler abhängig.

Verfügbarkeit, Systemgrenzen und Sicherheitsaspekte

Siri AI befindet sich weiterhin im Betastatus und setzt Hardware mit Unterstützung für Apple Intelligence voraus, was Geräte ab dem iPhone 16 sowie das iPhone 15 Pro und iPhone 15 Pro Max umfasst. Zudem steht die Funktion Nutzern unter 13 Jahren sowie in der Europäischen Union und Festlandchina nicht zur Verfügung.

Neben der neuen Ausschlussliste bietet das Update zusätzliche Sprachunterstützung für Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch sowie Spanisch und ermöglicht es dem Assistenten, sich an Gesprächsinhalte der vergangenen Woche zu erinnern.

Die Einstellung „Excluded Apps“ regelt jedoch nicht die Weitergabe von Daten zu Trainingszwecken. Diese bleibt ein separates Opt-in-Verfahren unter den Datenschutz- und Analyse-Einstellungen. Der Rückgriff auf Siri Classic lässt sich weiterhin über die Bildschirmzeit-Beschränkungen festlegen.

In den Sicherheitshinweisen zu iOS 27.2 führt Apple zwei Siri-bezogene Einträge auf, bei denen Apps potenziell auf sensible Nutzerdaten zugreifen konnten; diese Schwachstellen wurden laut Dokumentation durch verbesserte Eingabevalidierung und ein überarbeitetes Berechtigungs-Zustandsmanagement behoben. Das Update selbst steht für Geräte ab dem iPhone 11 bereit; parallel erschien iOS 26.7.2 mit Sicherheitskorrekturen.

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Datenschutzrechtliche Bewertung und Branchenvergleich

Bürgerrechtsorganisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) sehen in der Neuerung die teilweise Umsetzung einer Forderung aus ihrer Kampagne „Encrypt It Already“ aus dem Jahr 2026. Ohne granulare Kontrollen bestehe das Risiko, dass Inhalte Ende-zu-Ende-verschlüsselter Messenger über Cloud-Verarbeitungen unbemerkt vom Endgerät übertragen werden.

Laut der EFF lasse sich auf Systemebene nicht nachvollziehen, ob eine Anfrage lokal auf dem Gerät oder über Private Cloud Compute verarbeitet werde. Die Organisation stuft die Einstellung als freiwillige Maßnahme ein, die sich an Prinzipien wie Artikel 25 der DSGVO anlehnt, und verweist auf Samsungs Galaxy AI als Vorbild für rein gerätebasierte KI-Modi.

Im Vergleich dazu gestaltet sich die Rechteverwaltung bei Googles Gemini unter Android anders: Dort lässt sich der Zugriff lediglich über die Einstellungen der Gemini-App für verknüpfte Dienste widerrufen. Eine App-spezifische Kontrolle für Bildschirminhalte existiert nicht, und Gemini kann über Geräteassistenz-Funktionen Benachrichtigungen sowie Bildschirminhalte erfassen, sofern dies nicht global deaktiviert wird.