iOS 27.2 Beta 2: Apple testet Sensor-Sperre gegen Schüttel-Werbung

Apples neue iPhone-Einstellung blockiert in China den Sensorzugriff einzelner Apps, wirkt in Tests aber nicht gegen alle Schüttel-Werbeformate.

Apple hat in der zweiten Beta-Version von iOS 27.2 eine neue Funktion eingeführt, die es Nutzern ermöglicht, den Zugriff einzelner Applikationen auf Bewegungssensoren gezielt zu unterbinden.

Mit der Einstellung „Restrict Motion Data“ reagiert der Technologiekonzern auf die in China verbreitete Praxis der sogenannten „Shake-to-open“-Werbung, bei der Nutzer durch einfache Bewegungen des Smartphones unfreiwillig zu Werbeangeboten oder Drittanbieter-Apps weitergeleitet werden.

Funktionsweise und regionale Beschränkung der Sensoren-Sperre

Die neue Option wurde im Rahmen der Testphase von iOS 27.2 im September 2026 bekannt und ist in den Systemeinstellungen unter dem Pfad Datenschutz & Sicherheit im Bereich Bewegung & Fitness hinterlegt.

Sobald ein Nutzer eine App für diese Beschränkung auswählt, erhält die betreffende Anwendung keine Daten mehr vom Beschleunigungssensor und vom Gyroskop des iPhones. Dies soll verhindern, dass Werbenetzwerke bereits geringfügige Erschütterungen – etwa beim Gehen, beim Aufheben des Geräts oder durch Stöße während einer Autofahrt – als bewusste Interaktion interpretieren und eine Weiterleitung auslösen.

Nach vorliegenden Berichten ist die Sichtbarkeit dieser Funktion derzeit strikt an die Region des App-Store-Kontos gebunden. Die Einstellmöglichkeit erscheint demnach nur bei Profilen, die für Festlandchina registriert sind. Sollte ein Nutzer zu einem ausländischen Konto wechseln, wird die Option ausgeblendet und die zuvor angelegte Sperrliste verliert ihre Wirksamkeit.

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Apple hat sich bislang weder zum offiziellen Starttermin noch zu einer möglichen globalen Verfügbarkeit geäußert. Branchenanalysten gehen derzeit nicht davon aus, dass die Funktion mit der finalen Veröffentlichung von iOS 27.2 einer breiten internationalen Nutzerschaft zugänglich gemacht wird.

Auswirkungen auf den App-Betrieb und Testergebnisse

Die Unterbindung der Sensordaten bringt für die betroffenen Anwendungen technische Einschränkungen mit sich. Es wird davor gewarnt, dass die Sperre reguläre Funktionen beeinträchtigen kann. Davon betroffen sein könnten unter anderem die Navigation, die Steuerung in Spielen oder die automatische Bildschirmdrehung. In einigen Fällen könnten Apps, denen der Zugriff entzogen wurde, instabil reagieren oder abstürzen.

Erste Anwendungstests zeigen ein gemischtes Bild hinsichtlich der Wirksamkeit gegen aggressive Werbeformate. In einem Versuch mit der Anwendung Baidu Maps konnte die Weiterleitung durch Schütteln nach Aktivierung der Sperre erfolgreich unterbunden werden.

Umfangreichere Tests von Jiemian News an mehr als zehn Applikationen ergaben jedoch, dass Programme wie Douban, Zhihu, QQ Music und Baidu Netdisk weiterhin Schüttel-Werbung anzeigten.

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Bei anderen Diensten wie NetEase Cloud Music wurden trotz Sensoreinschränkung weiterhin werbliche Weiterleitungen durch Wischgesten ausgelöst. In einigen Fällen, etwa bei QQ Music, dienten auch Neigungen oder einfaches Tippen als Auslöser für die unerwünschten Sprünge zu externen Inhalten.

Regulatorischer Druck und wirtschaftliche Hintergründe

Die Einführung der Sensor-Sperre erfolgt vor dem Hintergrund massiver Nutzerbeschwerden und verstärkter staatlicher Aufsicht in China. Auf der Plattform Black Cat Complaints wurden mehr als 2.000 Beschwerden im Zusammenhang mit Schüttel-Werbung registriert, wobei Nutzer insbesondere über Sprünge zu Zahlungsseiten berichteten.

Bereits im Jahr 2023 wurde ein Branchenstandard definiert, der ein wirksames Schütteln auf mindestens 15 m/s², eine Drehung von 35 Grad und eine Dauer von 3 Sekunden festlegte, um Fehlaktivierungen zu vermeiden. Dennoch kam es weiterhin zu Vorfällen; im Juni 2026 wurde berichtet, dass eine durch Fahrzeugerschütterungen ausgelöste Werbung in einer Navigations-App beinahe zu einem Unfall führte.

Die chinesische Regulierungsbehörde MIIT intensivierte zuletzt ihre Maßnahmen gegen regelwidrige App-Weiterleitungen. Im Mai 2026 wurden 31 Apps und Software-Entwicklungskits (SDKs) gemeldet, gefolgt von einer Sondersitzung zu diesem Thema im Juni 2026. Der wirtschaftliche Anreiz für App-Betreiber bleibt jedoch hoch: Branchenkenner schätzen die Einnahmen pro Fehlleitung auf einige Zehntel Yuan bis zu 2 Yuan.

Führende Anwendungen könnten damit tägliche Erlöse im Bereich von Zehntausenden Yuan erzielen. Dem stehen im Werbegesetz Höchststrafen von 30.000 Yuan gegenüber, wobei in der Vollzugspraxis bei bösartigen Pop-ups Bußgelder bis zu 100.000 Yuan verhängt werden. Es wird erwartet, dass Apples Vorstoß auch andere Smartphone-Hersteller zu ähnlichen technischen Sperren anregen könnte.