Apple plant eine Überprüfung von Dateien und Medien, die über öffentliche Links aus der iCloud geteilt werden. Wie aus einem veröffentlichten Support-Dokument des Konzerns hervorgeht, sollen ab der Betriebssystemversion 27.3 von iOS, iPadOS, macOS sowie visionOS automatisierte Prüfungen auf schädliche Inhalte greifen, sobald Freigaben für jedermann mit entsprechendem Link eingerichtet werden.
Umfang der Kontrollen und mögliche Sanktionen
Von der Neuerung sind Freigaben betroffen, die über die Option für jeden Nutzer mit dem Link bereitgestellt werden. Dies betrifft unter anderem Fotos aus iCloud Photos sowie Dokumente und Dateien, die in iCloud Drive gespeichert sind.
Sollten Inhalte im Rahmen der Überprüfung als schädlich eingestuft werden, behält sich Apple weitreichende Schritte vor. Das Unternehmen kann betroffene Daten jederzeit verschieben, ablehnen, anpassen, entfernen oder vollständig löschen. Darüber hinaus behält sich der Konzern das Recht vor, das zugehörige Apple-Konto vorübergehend zu sperren oder gänzlich zu deaktivieren.
In solchen Fällen kann auch eine Neuregistrierung unter Verwendung derselben E-Mail-Adresse oder Telefonnummer blockiert werden. Bei schwerwiegenden Verstößen zieht der Konzern zudem die Weitergabe von Informationen an Strafverfolgungsbehörden in Betracht.
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Technische Umsetzung und Ausnahmen
Dass diese Kontrollen technisch möglich sind, hängt mit der Architektur der Freigabefunktion zusammen. Öffentliche Verknüpfungen verfügen über keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dies gilt auch dann, wenn Anwender den erweiterten Datenschutz aktiviert haben, da die kryptografischen Schlüssel in diesem Fall bei Apple verbleiben.
Die Prüfung erstreckt sich jedoch nicht auf alle iCloud-Funktionen. Ausdrücklich nicht erfasst werden Freigaben, die gezielt für ausgewählte Personen eingerichtet wurden, sowie gemeinsame Alben oder Daten, die lediglich im persönlichen Speicher abgelegt und nicht öffentlich verlinkt sind.
Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass die Verfügbarkeit der Funktionen je nach Region variieren kann; spezifische Ausnahmeregelungen für Deutschland, Österreich oder die Schweiz wurden dabei nicht gesondert aufgeführt.
Offene Fragen und historischer Kontext
Das Support-Dokument lässt wesentliche Punkte der praktischen Umsetzung offen. So bleibt die Definition dessen, was genau unter schädliche Inhalte fällt, unbestimmt. Ebenso fehlen Angaben zu konkreten Prüfverfahren sowie zu Möglichkeiten für Anwender, gegen Sperrungen oder Löschungen Widerspruch einzulegen.
Unklar ist bislang auch, ob die Maßnahmen rückwirkend für Links greifen, die vor der Veröffentlichung von Version 27.3 erstellt wurden, und in welchem Umfang neben automatisierten Systemen auch manuelle Kontrollen stattfinden.
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Die Maßnahme steht vor dem Hintergrund früherer Kontroversen um den Schutz vor Missbrauchsmaterial auf den Plattformen des Unternehmens. Im Jahr 2021 hatte der Konzern bestätigt, E-Mails im Dienst iCloud Mail bereits seit 2019 auf entsprechendes Material hin zu analysieren. Ein zwischenzeitlich geplanter automatisierter Erkennungsmechanismus direkt für iCloud Photos wurde nach breiter Kritik im Dezember 2022 wieder verworfen.
Erste Vorabversionen für Entwickler von iOS 27.3 wurden am 3. November 2026 bereitgestellt. Diese enthalten neben den Vorbereitungen für die Link-Prüfungen auch Aktualisierungen für die Sprachassistenz, neue Funktionen für den Webbrowser Safari sowie eine überarbeitete Gesundheitsanwendung. Die breite Veröffentlichung des Betriebssystem-Updates für alle Nutzer ist für Dezember vorgesehen.
Mehr zum Thema bei AppleInsider: „Apple to scan public iCloud content in iOS 27.3“

