Während Apple offenbar an einer Kamera-Lösung für seine AirPods arbeitet, setzt Meta auf leichte und erschwingliche Konkurrenz zum Vision Pro. Branchenberichte und Beta-Versionen aktueller Software deuten auf einen grundlegenden Wandel hin: weg von klobigen Headsets, hin zu vielfältigeren und alltagstauglicheren Wearables.
Apples geheimes Projekt: Kameras für die Ohren
In der zweiten Beta von iOS 27, die Anfang Juli 2026 veröffentlicht wurde, haben Entwickler Hinweise auf ein neues Apple-Hardwareprojekt mit dem Codenamen B790 entdeckt. Analysten vermuten dahinter eine „AirPods Ultra“-Variante oder eine neue Generation der AirPods Pro. Das Besondere: Das Gerät soll über ein Dual-Kamera-System verfügen, das für „Visuelle Intelligenz“ ausgelegt ist.
Die Beta-Software enthält JSON-Dateien, die eine stereoskopische Bildverarbeitung beschreiben. Diese Technologie soll es dem Gerät ermöglichen, Objekte, Texte und Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm zu erkennen – und das völlig freihändig. Ein echter Quantensprung für KI-gestützte Assistenten.
Doch der Zeitplan ist ungewiss. Während Bloomberg bereits im Mai 2026 von fortgeschrittenen Tests berichtete, mehren sich nun die Stimmen, die eine Entwicklungspause vermuten. Grund dafür sollen Probleme bei der KI-Integration von Siri sowie mögliche Komponentenengpässe sein. Branchenkenner rechnen entweder mit einem Launch im Herbst 2026 – pünktlich zum 20. Jubiläum des iPhones – oder erst Ende 2027.
Meta setzt auf Leichtbauweise
Meta arbeitet derweil an einer neuen Kategorie von extrem leichten XR-Brillen. Unter den Codenamen Puffin, Loma und Phoenix entsteht ein Gerät, das weniger als 110 Gramm wiegen soll. Der Clou: Statt eines All-in-One-Headsets setzt Meta auf eine externe Recheneinheit, die die Prozessorleistung übernimmt.
Die Brille wird voraussichtlich hochauflösende Micro-OLED-Displays mit 2560×2560 Pixeln pro Auge bieten und sowohl Augen- als auch Handtracking unterstützen. Ziel ist ein Launch im Jahr 2027. Mit einem voraussichtlichen Preis von unter 1.500 Euro positioniert sich Meta als direkter Konkurrent zum Apple Vision Pro – und das zu einem deutlich niedrigeren Preis.
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Für den Massenmarkt hat Meta bereits die Quest 3S aktualisiert. Für rund 300 Euro bietet sie das LCD-Panel und die Fresnel-Linsen früherer Modelle, kombiniert mit dem leistungsstarken Snapdragon XR2 Gen2-Chipsatz und 8 GB RAM. Auffällig: Der klassische Näherungssensor wurde durch Infrarot-Flutlichter ersetzt, der Kopfhöreranschluss entfällt.
Wettbewerb wird härter – Snap und XREAL mischen mit
Der Markt für visionäre Wearables wächst rasant. Snap hat Mitte Juni 2026 seine neueste AR-Brille vorgestellt. Sie soll im Herbst an Entwickler in den USA, Großbritannien und Frankreich ausgeliefert werden – zum Preis von umgerechnet rund 2.200 Euro. Mit zwei Qualcomm-Chips und einer Akkulaufzeit von vier Stunden ist sie leistungsstark, aber teuer. Die Ankündigung ließ die Snap-Aktie zwischenzeitlich um zehn Prozent einbrechen.
XREAL kontert mit der AURA-Brille für rund 1.500 Euro und unterbietet Snap damit um satte 700 Euro. Auch hier ist ein Launch für Herbst 2026 geplant. Der Preiskampf zeigt: Die Branche sucht nach der richtigen Mischung aus Leistung und Erschwinglichkeit.
Vision Pro bekommt neue Funktionen – Führungswechsel bei Apple
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Während Apple neue Hardwareformate erforscht, wird das bestehende Vision-Pro-Ökosystem weiterentwickelt. Nach der Einführung von visionOS 3 im Frühjahr 2025 testet das Unternehmen nun eine Augen-Scroll-Funktion. Sie erlaubt es, Inhalte allein durch die Blickrichtung zu navigieren – und reduziert so die Abhängigkeit von Handgesten.
Ein bedeutender Personalwechsel sorgt derweil für Gesprächsstoff: Paul Meade, Vizepräsident für räumliche Hardware bei Apple, hat das Unternehmen verlassen und ist zu OpenAI gewechselt. Ein klares Zeichen dafür, dass der Kampf um die besten Köpfe in der Branche weitergeht – und die Zukunft des räumlichen Computings noch lange nicht entschieden ist.

