Apple hat auf der WWDC26 die umfassendste Neuausrichtung seiner Künstlichen Intelligenz vorgestellt. Die nächste Generation von Apple Intelligence und eine komplett neu aufgebaute Siri kommen im Herbst 2026.
CUPERTINO. Seit Jahren galt Siri als das schwächste Glied im Apple-Universum. Das soll sich nun grundlegend ändern. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC26 am 8. Juni präsentierte der iPhone-Konzern eine radikal überarbeitete Sprachassistentin – erstmals als eigenständige App. Die Neuerungen sind Teil von iOS 27 und macOS 27 Golden Gate, die im September erscheinen sollen.
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Siri wird zur App – und zum Alleskönner
Erstmals in der Geschichte des digitalen Assistenten gibt es Siri als dedizierte Anwendung auf iPhone, iPad und Mac. Nutzer können künftig komplexe Abfragen mit mehreren Schritten formulieren und über iCloud auf ihre Gesprächsverläufe auf allen Geräten zugreifen. Apple versteht den neuen Assistenten nicht als klassischen Chatbot, sondern als tief ins System integriertes Werkzeug, das Bildschirminhalte erkennt und Aktionen in verschiedenen Apps ausführen kann.
Die Neuerung ist tief in der Systemarchitektur verankert: Siri nutzt die Dynamic Island und greift auf sogenannte App Schemas und App Intents zurück. Diese Schnittstellen erlauben Entwicklern, die Funktionen ihrer Anwendungen für den Assistenten zugänglich zu machen. Das Ergebnis: Siri kann künftig nicht nur Informationen abrufen, sondern auch direkt in Drittanbieter-Apps handeln – etwa Termine buchen, Nachrichten verfassen oder Einstellungen vornehmen.
Fünf KI-Modelle und eine Partnerschaft mit Google
Das Herzstück der neuen Siri bilden die Apple Frontier Models (AFM) – eine Familie eigener großer Sprachmodelle. Fünf Varianten decken unterschiedliche Anforderungen ab: AFM Core und AFM Core Advanced arbeiten direkt auf dem Gerät, während AFM Cloud, AFM Cloud Image und AFM Cloud Pro für komplexere Rechenaufgaben in der Cloud zuständig sind.
Spannend ist die technische Umsetzung der Cloud-Infrastruktur. Apple bestätigt, dass die anspruchsvollsten KI-Aufgaben – verarbeitet durch AFM Cloud Pro – auf Nvidia Blackwell B200 GPUs in den Rechenzentren von Google Cloud laufen. Eine Kooperation, die auf eine Vereinbarung vom Januar 2026 zurückgeht. Allerdings betont Apple, dass die eigenen Private-Cloud-Compute-Protokolle (PCC) auch in dieser Umgebung greifen. Nutzerdaten bleiben verschlüsselt und werden nicht mit Partnern wie Google oder Nvidia geteilt.
Um Vorwürfen der Voreingenommenheit entgegenzuwirken, hat Apple strenge Richtlinien für Siri erlassen. Der Assistent ist darauf programmiert, sich ausschließlich als Software zu identifizieren – ohne Emotionen, Geschlecht, Nationalität oder persönliche Geschichte.
iOS 27: Mehr Tempo, neues Design, bessere Kindersicherung
Die neuen Betriebssysteme bringen weit mehr als nur KI-Features. Apple verspricht eine 30 Prozent schnellere App-Geschwindigkeit und eine 80 Prozent höhere AirDrop-Übertragungsrate. iPad-Nutzer sollen sogar von bis zu fünfmal schnelleren Dateiübertragungen profitieren.
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Zu den weiteren Neuerungen zählen:
- Liquid Glass Interface: Ein neues Design-Element mit einstellbarem Transparenz-Regler
- Neue Sucharchitektur: Ein komplett überarbeitetes Spotlight, das frühere Suchfunktionen ablöst
- Erweiterte iCloud-Kompatibilität: Geteilte Alben funktionieren künftig auch mit Android und Windows
- Verbesserter Kinderschutz: Neue elterliche Kontrollen mit altersgerechten Kommunikationsregeln und expertenempfohlenen Zeitlimits für soziale Medien und Spiele
Wer bekommt was? Die Hardware-Hürden
Die Entwickler-Beta von iOS 27 und macOS 27 ist seit dem 8. Juni verfügbar. Eine öffentliche Beta folgt im Juli, die finale Version erscheint planmäßig im September 2026.
Während iOS 27 bis zum iPhone 11 abwärtskompatibel ist, gilt das nicht für die KI-Funktionen. Die volle Apple-Intelligence-Palette setzt mindestens ein iPhone 15 Pro oder Pro Max voraus – beziehungsweise ein iPad oder Mac mit M1-Chip oder neuer. Für absolute Spitzenfunktionen wie erweiterte Diktier- und Sprachfunktionen wird sogar die kommende iPhone-17-Pro-Serie oder ein M5-basiertes Gerät mit mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher benötigt.
Die Private-Cloud-Compute-Infrastruktur auf Google Cloud wird schrittweise ab Sommer 2026 in Betrieb genommen.

