Apple rüstet sein Betriebssystem für die Zukunft: iOS 27 bringt eine komplett überarbeitete Siri und ein neues AirPods-Menü.
Der iPhone-Konzern bereitet einen tiefgreifenden Software-Umbau vor. Wie aus mehreren Berichten vom 24. und 25. Mai hervorgeht, stehen sowohl eine grundlegende Neugestaltung der AirPods-Bedienung als auch eine massive Aufwertung des Sprachassistenten Siri bevor. Die Neuerungen sollen mit iOS 27 kommen – und signalisieren einen strategischen Schwenk: Apple setzt künftig stärker auf Künstliche Intelligenz und vereinfachte Bedienung, während die Hardware-Innovationen bei Wearables zuletzt kritischer beäugt wurden.
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Schluss mit der Menü-Fummelei: AirPods werden neu organisiert
Ein zentraler Bestandteil des Updates ist die komplette Überarbeitung der AirPods-Einstellungen. Bislang waren die Optionen für die kabellosen Ohrhörer tief im Bluetooth-Menü oder in den allgemeinen Systemeinstellungen versteckt – ein ständiger Quell der Frustration für viele Nutzer. Das soll sich nun ändern.
Laut Informationen von Bloombergs Apple-Experte Mark Gurman vom 24. Mai baut Apple die Oberfläche komplett um. Das Ziel: eine klarere Struktur und verbesserte Funktionalität. Der Umbau betrifft iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 – die Bedienung soll auf allen Geräten einheitlich sein.
Die neue Menüführung priorisiert häufig genutzte Steuerungsoptionen und ordnet Funktionen wie Geräuschunterdrückung, Spatial Audio und Gerätewechsel in übersichtliche Kategorien. Trotz immer wieder aufkeimender Gerüchte über eine eigenständige AirPods-App stellt Apple diese Pläne nicht weiter. Die Steuerung bleibt fest in den Systemeinstellungen integriert. Die Philosophie dahinter: weniger App-Chaos, intuitivere Menüs.
Der Zeitpunkt ist klug gewählt. Die AirPods Pro 3 sollen Berichten zufolge Ende 2025 mit erweiterten Gesundheitsfunktionen wie Herzfrequenzmessung und Echtzeit-Übersetzung kommen. Die neue Software schafft die Grundlage, diese komplexen Funktionen überhaupt sinnvoll bedienen zu können.
Siri bekommt Superkräfte: KI auf dem Gerät
Der eigentliche Paukenschlag ist die neue Siri. Der Sprachassistent wechselt auf ein lokales Large Language Model (LLM). Das bedeutet: Siri versteht künftig komplexere Zusammenhänge, kann mehrschrittige Befehle ausführen und behält den Überblick, was der Nutzer gerade in anderen Apps tut.
Die KI-Offensive geht aber weit über Siri hinaus. Neue systemweite Schreibwerkzeuge und verbesserte Bildgenerierung halten Einzug. Die Fotos-App bekommt KI-gestützte Bearbeitungs- und Erstellungsfunktionen. Ein neues Tool namens „Image Playground“ erlaubt es Nutzern, Bilder mit verbesserten KI-Modellen zu erstellen.
Besonders spannend: Apple öffnet Image Playground für Drittanbieter-KI-Modelle. Branchenkreisen zufolge könnten abgespeckte Versionen von Google Gemini integriert werden. Das wäre eine kleine Sensation – Apple, der sonst so auf sein geschlossenes Ökosystem bedacht ist, öffnet sich für die Konkurrenz.
Datenschutz bleibt dabei großgeschrieben. Apple setzt auf eine Mischung aus On-Device-Verarbeitung und „Private Cloud Compute“. Sensible Daten bleiben wo immer möglich auf dem Gerät. Nur rechenintensive Aufgaben wandern auf sichere externe Server – ohne die Identität des Nutzers preiszugeben. Auch KI-gestützte Gesundheitsempfehlungen sind geplant.
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Barrierefreiheit und EU-konforme Öffnung
Am 24. Mai kündigte Apple offiziell eine Reihe neuer Barrierefreiheits-Funktionen an, die in iOS 27 Einzug halten. Dazu gehört ein Sprachsteuerungssystem, das natürliche Befehle deutlich besser interpretiert. KI-generierte Videountertitel in Echtzeit sollen ebenfalls kommen.
VoiceOver und die Lupe werden leistungsfähiger und liefern beschreibende Erzählungen von Bildern und der Umgebung. Ein verbesserter Accessibility Reader vereinfacht die Aufnahme digitaler Texte. Apple nutzt maschinelles Lernen gezielt, um seine Produkte für eine breitere Nutzergruppe zugänglich zu machen.
Und dann ist da noch die EU. Um den Digital Markets Act (DMA) zu erfüllen, erlaubt iOS 27 Nutzern in der Europäischen Union offenbar, alternative Casting-Dienste als Systemstandard festzulegen. Google Cast könnte dann auf Systemebene genauso funktionieren wie Apples AirPlay. Der regulatorische Druck zeigt Wirkung.
Wohin steuert Apple?
Der Software-Schwerpunkt kommt nicht von ungefähr. Bei den Wearables stockt der Fortschritt. Beobachter sehen eine Stagnation bei der Apple Watch, während bildschirmlose Wearables im Gesundheitsmarkt boomen. Konkurrenten wie Whoop und Oura haben im High-End-Gesundheitssegment kräftig Marktanteile gewonnen. Oura, Spezialist für Smart Rings, hat kürzlich einen Börsengang angemeldet – ein klares Zeichen für das Vertrauen der Anleger in Alternativen zur klassischen Smartwatch.
Intern hat Apple zudem mehrere Führungskräfte im Gesundheitsbereich verloren. Das wirft Fragen auf. Zwar macht das Blutzucker-Projekt weiter Fortschritte, doch watchOS 27 setzt wohl eher auf Stabilität als auf bahnbrechende neue Funktionen. Apple setzt 2026 offenbar auf sein Software-Ökosystem, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ausblick: WWDC als Startschuss
Die Worldwide Developers Conference (WWDC) 2026 ist für den 8. Juni angesetzt. Dort wird Apple voraussichtlich die erste offizielle Vorschau auf iOS 27 und die begleitenden Betriebssysteme geben. Eine öffentliche Beta soll im Juli 2026 folgen.
Der finale Release von iOS 27 ist für September 2026 geplant – traditionell im Herbst, wenn auch neue Hardware vorgestellt wird. Ob die KI-Offensive und die verbesserte Bedienung ausreichen, um der wachsenden Konkurrenz aus dem Wearable-Bereich die Stirn zu bieten, wird sich dann zeigen. Apple balanciert zwischen seinem Erbe des „walled garden“ und dem wachsenden Druck nach Offenheit und smarter KI.

