Das System, das im Herbst 2026 erscheinen soll, integriert generative KI tief in die Bedienoberfläche. Von intelligenten Schreibwerkzeugen über eine rundum erneuerte Siri bis hin zu automatischen Bildunterschriften reicht die Palette. Die Ankündigung kommt pünktlich vor der Entwicklerkonferenz WWDC, die am 8. Juni beginnt.
Schreibassistent und Bildgenerator für alle
Das Herzstück von iOS 27 sind die neuen KI-Schreibfunktionen. Sie arbeiten systemweit – in jeder App, jedem Textfeld, jeder Nachricht. Rechtschreibkorrektur, Stilvorschläge und Umformulierungen laufen auf Knopfdruck. Ein neuer „Schreiben mit Siri“-Button macht die KI in Drittanbieter-Apps und nativen Programmen verfügbar. Das dürfte besonders für Vielschreiber interessant sein: Kein lästiges Wechseln zwischen Tools mehr.
Doch Apple denkt weiter. Mit „Image Playground“ können Nutzer per Sprachbefehl KI-generierte Hintergrundbilder und Grafiken erstellen. Einfach „Sommerlicher Sonnenuntergang im Retro-Stil“ eingeben – und das iPhone liefert das passende Motiv. Hinzu kommt eine automatische Untertitel-Funktion für selbst gedrehte Videos. Die Spracherkennung läuft lokal auf dem Gerät und erzeugt in Echtzeit Text für gesprochene Inhalte. Zunächst ist die Funktion für englischsprachige Märkte in den USA und Kanada vorgesehen.
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Siri wird zum echten Assistenten – mit Bildschirmverständnis
Die größte Veränderung betrifft Siri. Der Sprachassistent bekommt ein komplett neues Gesicht – und vor allem: Augen. Die sogenannte „Screen Awareness“ erlaubt es Siri, den aktuellen Bildschirminhalt zu verstehen. Nutzer können sagen: „Tippe auf den lila Ordner“ oder „Öffne die dritte App in der oberen Reihe“. Der Assistent navigiert dann eigenständig durch die Benutzeroberfläche.
Das hat seinen Preis: Für die lokale Verarbeitung benötigt das System bis zu 12 Gigabyte Arbeitsspeicher. Apple setzt auf eine Hybrid-Architektur aus On-Device-Processing und Cloud-Intelligenz. In einer strategischen Kehrtwende arbeitet das Unternehmen mit externen Partnern zusammen – darunter eine Integration von Google Gemini. Die neue Siri versteht natürliche Sprache deutlich besser: „Mach ein foto von mir“ statt des umständlichen „Öffne Kamera“ reicht aus.
Barrierefreiheit und EU-konforme Öffnung
Apple denkt auch an Nutzer mit Einschränkungen. Der VoiceOver Image Explorer analysiert Bilder detailliert für Sehbehinderte. Die neue Magnifier-App beschreibt die Umgebung per KI-Sprachausgabe. Vision-Pro-Nutzer können künftig Rollstühle per Augensteuerung kontrollieren.
Parallel dazu öffnet sich das System – nicht ganz freiwillig. Der Druck aus der Europäischen Union zeigt Wirkung. Bereits das aktuelle iOS 26.5, das am 21. Mai erschien, verbessert den Datentransfer zu Android-Geräten. Nutzer können ihre Daten nun einfacher exportieren. Die Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Kommunikation funktioniert in Kooperation mit Anbietern wie der Telekom. Auch Live-Aktivitäten von Drittanbietern und eine vereinfachte Bluetooth-Kopplung mit Nicht-Apple-Hardware sind jetzt möglich.
Sicherheitsupdate mit Rekord-Patch
Bevor iOS 27 kommt, schließt Apple erstmal die Gegenwart ab. Am 19. und 20. Mai stoppte das Unternehmen die Signierung von iOS 26.4.2. Wer auf iOS 26.5 aktualisiert hat, kann nicht mehr zurück. Das ist übliche Sicherheitspraxis – doch das Ausmaß des aktuellen Updates ist bemerkenswert: 8,73 Gigabyte groß, schließt es 61 Sicherheitslücken, darunter 52 kritische Schwachstellen. Die als CVE-2026-28950 bekannte Lücke gehört dazu, ebenso mehrere Patches für die WebKit-Engine und den Systemkernel.
Neben der Sicherheit bringt das Update praktische Verbesserungen. Die Überhitzungsprobleme des iPhone 17 und iPhone 17 Air wurden behoben. Neue Akku-Einstellungen erlauben Ladegrenzen bei 80, 85 oder 90 Prozent – ein Segen für alle, die ihren Akku langfristig schonen wollen.
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Wettbewerb schläft nicht: Android 17 im Anmarsch
Apple ist nicht allein auf dem Feld der KI-Integration. Google veröffentlichte Mitte Mai die Beta von Android 17, Codename „Cinnamon Bun“. Die Konkurrenz bringt eigene KI-Werkzeuge mit: „Gemini Intelligence“ für automatisierte Aufgaben und „Live Threat Detection“ für Echtzeit-Sicherheit. Der Wettlauf um die intelligenteste Plattform ist eröffnet.
Abschied und Neuanfang bei Apple
Die WWDC im Juni wird eine besondere sein: Es ist die letzte große Bühne für Tim Cook als CEO. Am 1. September übernimmt John Ternus das Ruder. Nach der Preview im Juni geht iOS 27 in die Beta-Phase, die öffentliche Version erscheint im September. Analysten rechnen damit, dass die fortschrittlichsten KI-Funktionen – insbesondere die neue Siri – ein iPhone 15 Pro oder neuer voraussetzen. Die Hardware muss schließlich die Rechenarbeit leisten.

