Der iPhone-Konzern macht ernst: Apples neue KI-Funktionen für Siri werden in der Europäischen Union vorerst nicht auf iPhones und iPads erscheinen. Grund ist der Streit um den Digital Markets Act (DMA).
Apple hatte bereits Anfang der Woche angekündigt, dass die erweiterten Sprachassistenten-Funktionen mit dem Start von iOS 27 und iPadOS 27 nicht für EU-Nutzer verfügbar sein werden. Das Unternehmen beruft sich auf die Anforderungen des DMA, der eine stärkere Öffnung der Plattformen für Drittanbieter vorschreibt.
Datenschutz als Knackpunkt
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Am 8. Juni 2026 erklärte Apple, die vom DMA geforderten Interoperabilitätsregeln könnten die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer gefährden. Die Führungsetage in Cupertino befürchtet, dass Drittanbieter zu umfassenden Zugriff auf Systemdaten erhalten müssten – ein Risiko für mögliche Sicherheitslücken.
Die EU-Kommission wies die Bedenken umgehend zurück. Sprecher Thomas Regnier stellte am 9. Juni klar: „Die Entscheidung, die Technologie vom europäischen Markt fernzuhalten, liegt allein bei Apple.“ Der DMA verbiete nicht die Einführung neuer Funktionen, sondern stelle lediglich sicher, dass diese fairen Wettbewerbsregeln folgen. Regnier betonte: „Der Rechtsrahmen der EU steht nicht zur Verhandlung.“
Vorschläge gescheitert
Um den Konflikt zu entschärfen, hatte Apple einen sogenannten „Trusted System Agent“ vorgeschlagen – eine Art sicheren Mittelsmann für die KI-Datenverarbeitung. Zudem beantragte der Konzern eine 18-monatige Ausnahmegenehmigung von bestimmten DMA-Pflichten.
Die EU-Regulierer lehnten beide Vorschläge ab. Ihre Begründung: Apple habe noch keine Lösung präsentiert, die den Interoperabilitätsanforderungen des Gesetzes gerecht werde. Greg Joswiak, Apples Marketingchef, bezeichnete die Haltung der Kommission als Aufforderung zu einem „riskanten Experiment mit Millionen europäischer Nutzer“.
Betroffen: iPhones, iPads – aber nicht Macs
Die Verzögerung betrifft in erster Linie mobile Plattformen. Während iPhone- und iPad-Nutzer in der EU leer ausgehen, werden die neuen Siri-KI-Funktionen auf macOS 27 und visionOS 27 in der Region verfügbar sein. Auch die Apple Watch ist betroffen – sie benötigt ein gekoppeltes iPhone für die erweiterten KI-Fähigkeiten.
Die Blockade hat unmittelbare Folgen für Europas Entwickler-Szene. EU-basierte Programmierer können die neuen Siri-KI-Funktionen auf iOS 27, iPadOS 27 und watchOS 27 derzeit nicht testen. Branchenbeobachter warnen: Das könnte heimische Entwickler gegenüber internationalen Wettbewerbern benachteiligen, die vollen Zugriff auf die neuen Werkzeuge haben.
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Europa als Schlüsselmarkt – ohne Zeitplan
Der europäische Markt ist für Apple von enormer Bedeutung: Rund 27 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet der Konzern hier. Trotz dieser wirtschaftlichen Abhängigkeit gibt es keinen Zeitplan für eine Freigabe der mobilen KI-Funktionen in der EU, wie Craig Federighi, Senior Vice President bei Apple, einräumte.
Die EU ist nicht die einzige Region mit Einschränkungen. Auch in China bleiben die neuen KI-Features vorerst blockiert. Apple hatte auf der jüngsten Entwicklerkonferenz WWDC große Teile der Präsentation der KI-Integration gewidmet. Doch das Fehlen einer klaren Roadmap für zwei der wichtigsten Weltmärkte zeigt: Der Spagat zwischen Plattform-Innovation und regionaler Digitalregulierung wird für den Konzern zunehmend zur Zerreißprobe.

