Apple schaltet seine KI-Funktionen nur gegen Aufpreis frei – und nur auf den teuersten Geräten.
Die dritte Beta von iOS 27, die Anfang dieser Woche an Entwickler ausgeliefert wurde, zeigt erstmals detailliert, wie der iPhone-Konzern seine generative KI monetarisieren will. Wer die volle Leistung der neuen „Apple Intelligence“-Funktionen nutzen möchte, muss tief in die Tasche greifen – sowohl beim Abo als auch beim Gerät.
Smarthome-KI nur mit teurem iCloud+-Abo
Besonders deutlich wird die neue Strategie im Bereich Smart Home. Die erweiterten KI-Funktionen in der Home-App bleiben Nutzern mit dem 2-Terabyte-iCloud+-Tarif vorbehalten. Dieser kostet umgerechnet rund 9 Euro pro Monat. Dafür bietet Apple KI-generierte Zusammenfassungen der Hausaktivität, natürlichsprachliche Suche in aufgezeichneten Videosequenzen und automatische Hervorhebung relevanter Clips aus HomeKit Secure Video.
Positiv: Der Speicher, den diese Videofunktionen belegen, wird nicht auf das persönliche 2-TB-Kontingent angerechnet. Das Abo ist dennoch Pflicht – es schaltet die serverbasierten Modelle frei, die die Daten verarbeiten. Die Funktionen sollen nach dem offiziellen Launch auch auf iPadOS 27 und macOS 27 „Golden Gate“ verfügbar sein.
High-End-Hardware für Premium-Siri
Noch exklusiver wird es bei Siri. Die fortschrittlichste Version des Sprachassistenten mit verbesserter Stimmerkennung, tiefem Kontextverständnis und erweiterter App-Integration bleibt den kommenden iPhone-17-Pro-Modellen vorbehalten. Diese sollen mit dem A19-Pro-Chip und 12 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet sein.
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Für Besitzer älterer Geräte wie dem iPhone 15 Pro oder der iPhone-16-Serie gibt es zumindest neue Anpassungsmöglichkeiten. Die Beta führt „Pace“- und „Expressivity“-Regler ein, mit denen sich Sprechgeschwindigkeit und emotionale Tonlage in fünf Stufen justieren lassen. Diese Einstellungen übertragen sich auch auf Apple Maps und Safari. Das volle Paket der „Siri Expressive Voices“ bleibt jedoch Geräten mit mindestens 12 GB RAM vorbehalten – also dem iPhone Air sowie bestimmten M-Serie-iPads und Macs.
Drittanbieter-Integration und Datenschutz-Hinweise
Die Beta 3 erweitert zudem Siris Fähigkeiten im Umgang mit Drittanbieter-Apps. Über das finalisierte App-Intents-Framework kann der Assistent mit expliziter Nutzererlaubnis auf Daten externer Anwendungen zugreifen. Erste Implementierungen erlauben etwa das Abfragen des Akkustands von Tesla-Fahrzeugen über die Tessie-App oder kompatible Ford-Anwendungen. Offizielle Hersteller-Apps werden möglicherweise noch nicht vollständig unterstützt.
Ein interessantes Detail: Die Datenschutzhinweise der neuen Beta warnen Nutzer explizit, dass bestimmte KI-Daten über die Cloud-Infrastruktur von Google verarbeitet werden könnten. Apple setzt damit für rechenintensive Aufgaben auf externe Servermodelle.
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Kosmetische Neuerungen und Leistungsdaten
Neben den KI-Funktionen bringt der Build 24A5380H vom 8. Juli auch optische und funktionale Verbesserungen. Dazu gehören ein überarbeiteter Akku-Warnhinweis, neue Icons für die Erinnerungen- und Feedback-Apps sowie ein farbiger Reflexionseffekt unter der Siri-Kugel. Das Kontrollzentrum zeigt nun gleichzeitig 5G- und WLAN-Symbole an, und die Musik-App präsentiert sich mit überarbeitetem „Now Playing“-Bildschirm und neuer Suchleiste.
Erste Leistungstests deuten auf leichte Verbesserungen bei Geekbench-Werten und Akkulaufzeit hin. Allerdings bleibt die Beta fehlerbehaftet: Probleme beim Löschen von Ordnern und lokalisierte Textfehler in der Tastatur werden gemeldet.
Eine öffentliche Beta wird für die Woche ab dem 13. Juli erwartet. Die finale stabile Version für iPhone 11 und neuere Modelle soll im September erscheinen. Allerdings mit einer Einschränkung: Die fortschrittlichsten Siri-KI-Funktionen werden voraussichtlich in der EU und China nicht verfügbar sein.

