iOS 27: Apple sperrt Siri-KI in der EU wegen Digital Markets Act

Apple verweigert EU-Nutzern neue Siri-KI-Funktionen wegen DMA-Konflikt. Deutsche Anwender haben bereits einen Workaround gefunden.

Apple verweigert iPhone- und iPad-Nutzern in der EU die neuen Siri-KI-Funktionen – der Digital Markets Act (DMA) ist der Grund. Während der WWDC 2026 bestätigte der Konzern, dass iOS 27 ohne die umstrittenen Features in die 27 Mitgliedsstaaten kommt. Deutsche Tüftler haben jedoch bereits einen Weg gefunden, die Sperre zu umgehen.

Streit um Interoperabilität und Datenschutz

Im Zentrum des Konflikts steht die EU-Forderung nach Interoperabilität. Apple argumentiert, der DMA würde das Unternehmen zwingen, Drittanbietern Zugriff auf seine Private-Cloud-Compute-Infrastruktur zu gewähren. Das gefährde die Privatsphäre der Nutzer und die Datensicherheit, so der Konzern.

Die Entscheidung fiel nach einem Urteil der EU-Kommission vom 9. Juni 2026. Die Kommission stellte fest, dass Apples aktuelle Siri-KI-Implementierung nicht den DMA-Standards entspricht. Apples Antrag auf eine 18-monatige Ausnahme von der Haftung wurde abgelehnt – die Kommission sieht keine ausreichenden interoperablen Lösungen seitens Apple.

Anzeige

Die rechtlichen Anforderungen durch den EU AI Act betreffen längst nicht mehr nur Tech-Giganten, sondern jedes Unternehmen, das KI-Systeme einsetzt oder entwickelt. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten, Risikoklassen und Fristen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Craig Federighi, Apples Senior Vice President für Softwareentwicklung, bestätigte die Blockade für mobile Geräte. Neben der KI-Assistentin selbst sind auch Funktionen wie iPhone Mirroring und SharePlay Screen Sharing in der EU gestoppt. Interessant: Für Mac, Vision Pro und watchOS-Geräte plant Apple die Einführung der Siri-KI sehr wohl – hier gelten andere regulatorische Rahmenbedingungen.

Deutsche Nutzer knacken die Sperre

Trotz der offiziellen Blockade haben deutsche Nutzer bereits während der Beta-Phase Wege gefunden, die Siri-KI zu aktivieren. Wie aus Berichten vom 14. Juni 2026 hervorgeht, lässt sich die Software durch Anpassungen der Geräteeinstellungen freischalten.

Der Trick: Eine US-basierte Apple-ID verwenden, die Geräteregion auf die Vereinigten Staaten stellen und die Systemsprache auf Englisch ändern. Nach einem Neustart erscheint ein Wartelisten-Button für die neuen KI-Funktionen. Apples offizieller Beta-Start der Siri-KI ist für Ende 2026 in den USA geplant.

Google Cloud als Partner für KI-Infrastruktur

Um die enormen Rechenanforderungen der neuen KI-Systeme zu stemmen, arbeitet Apple mit Google Cloud zusammen. Die auf der WWDC 2026 vorgestellte Partnerschaft konzentriert sich auf Private-Cloud-Compute-Systems (PCC). Die Plattform nutzt Google-Cloud-Infrastruktur mit Confidential-Computing-Technologie, Intel TDX und NVIDIA Blackwell GPUs, um die Datensicherheit während der Verarbeitung zu gewährleisten.

Anzeige

Während Apple und Google neue Infrastrukturen aufbauen, können Sie KI-Tools wie ChatGPT bereits heute effektiv und zeitsparend in Ihren Alltag integrieren. Unser kostenloser PDF-Report liefert Ihnen fertige Anleitungen und Prompts für die sofortige Anwendung ohne Vorkenntnisse. Kostenlosen ChatGPT-Alltagshelfer herunterladen

Deutschland stärkt eigene Cloud-Souveränität

Parallel zu diesen Entwicklungen treibt Deutschland seine technologische Unabhängigkeit voran. Im Juni 2026 startete ein von der Deutschen Telekom geführtes Projekt die Industrial AI Cloud in München. Die Anlage beherbergt knapp 10.000 NVIDIA Blackwell GPUs und wurde innerhalb von sechs Monaten entwickelt. Die Infrastruktur soll Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Sektor Hochleistungsrechnen bieten – und die Abhängigkeit von nicht-europäischen Cloud-Anbietern reduzieren.

Gerichtsurteil: Plattformen haften für KI-Fehlinformationen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für KI in Deutschland verschärfen sich. Ein deutsches Gericht entschied im Juni 2026, dass Plattformbetreiber für falsche Behauptungen haften können, die von KI-Übersichten generiert werden.

Der Fall betraf Googles KI-generierte Zusammenfassungen und markiert einen Wendepunkt für den rechtlichen Schutz von KI-Plattformen. Rechtsexperten erwarten, dass das Urteil auch Anbieter wie Perplexity und ChatGPT betrifft. Die Unternehmen müssen strengere Kontrollen KI-generierter Inhalte einführen, um Markenintegrität und Faktenrichtigkeit zu gewährleisten. Als Reaktion könnten Plattformen konservativere Inhaltsstrategien verfolgen, um rechtliche Risiken zu minimieren.