Der Technologiekonzern Apple hat mit der Einführung von iOS 27 weitreichende Maßnahmen zur Blockade von Werbetechnologie- und Datenfirmen im Safari-Browser implementiert. Wie aus Branchenberichten von Anfang Oktober 2026 hervorgeht, nutzt das Unternehmen hierfür eine neue technische Infrastruktur innerhalb des WebKit-Frameworks, die es ermöglicht, Sperrlisten ohne ein vollständiges Software-Update des Betriebssystems zu aktualisieren.
Dynamische Sperrlisten über das WebKit-Framework
Seit Mitte September 2026 setzt Apple in Safari eine Remote-Liste ein, die von den Endgeräten in regelmäßigen Abständen abgerufen wird. Diese Methode erlaubt es dem Konzern, Firmen kurzfristig auf Sperrlisten zu setzen oder von diesen zu entfernen. Die ursprüngliche Konfiguration der Sperrfilter wurde dabei durch eine umfangreiche Bibliothek ersetzt, die hunderte Einträge umfasst.
Die erweiterte Liste kategorisiert die betroffenen Unternehmen in verschiedene Gruppen, darunter Customer-Data-Plattformen (CDPs), Anbieter von Marketing-Technologie, Datenverkäufer sowie Betreiber von Identity-Graphen. Auch Data-Management- und Demand-Side-Plattformen sind von den systemseitigen Einschränkungen betroffen.
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Technisch basieren die Blockaden auf sogenannten ContentRuleList-Regeln. Diese prüfen unter anderem, ob Anfragen an bekannte seitenübergreifende Tracker erfolgen oder ob Skripte für das sogenannte Fingerprinting genutzt werden könnten. Die vollständige Liste wird laut Berichten in einem privaten GitHub-Repository geführt und ist nicht öffentlich einsehbar.
Massive Auswirkungen auf The Trade Desk und Partner
Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen bei dem Werbetechnologie-Unternehmen The Trade Desk. Seit der Einführung von iOS 27 ist es dem Dienstleister nicht mehr möglich, Werbeanzeigen in Safari auf aktualisierten Geräten auszuliefern.
Apple blockiert hierbei die zentrale Domain adsrvr.org, die für Ad-Requests und die Auslieferung zuständig ist. Ian Meyers, Engineering Director bei The Trade Desk, betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich bei der betroffenen Domain nicht um eine reine Identitäts-Lösung handele.
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In einem dokumentierten Fall vom 21. September 2026 meldete das Unternehmen einen Fehler an das WebKit-Team. Während einer Sitzung auf den Seiten von Yahoo wurden Gebote von The Trade Desk blockiert, während Anzeigengebote von Google über die Domain ad.doubleclick.net weiterhin zugelassen wurden. Ob Google grundsätzlich auf der Sperrliste steht, bleibt derzeit unklar; aktuelle Beobachtungen zeigen jedoch, dass Google-Anzeigen weiterhin laden.
Neben The Trade Desk sind zahlreiche weitere Akteure der Branche von den dauerhaften Blockaden auf iOS-27-Geräten betroffen. Dazu gehören unter anderem LiveRamp, ID5, Permutive und Audigent sowie die Identitätslösung UID 2.0. Ein interner Fehlerbericht von The Trade Desk mit der Nummer 324771 führt insgesamt neun blockierte Einträge auf, darunter uidapi.com, id5-sync.com, rlcdn.com, pippio.com und ad.gt.
Branchenkritik und regulatorischer Druck
Die Maßnahmen stoßen in der Werbewirtschaft auf heftigen Widerstand. Mathieu Roche, CEO von ID5, bezeichnete die Einschränkungen in einem Beitrag auf einer Karriereplattform als Angriff auf das Geschäftsmodell des offenen Webs sowie auf die Publisher. Er forderte die Regulierungsbehörden dazu auf, in den Markt einzugreifen.
Apple-Privacy-Manager John Wilander erklärte dazu, man werde berichten, falls und sobald es neue Testmöglichkeiten für die Branche gebe. Unterdessen wächst der rechtliche Druck auf den iPhone-Hersteller.
In Großbritannien läuft eine Sammelklage über 2 Milliarden Pfund gegen das Unternehmen wegen der Verschärfung von Tracking-Standards für Drittanbieter. Zudem prüfen Regulierungsbehörden in Deutschland, Frankreich und Italien die Auswirkungen der App-Tracking-Transparency (ATT) auf den Wettbewerb.

