Drei Wochen nach der Vorstellung auf der WWDC hat Apple die Entwickler-Beta von iOS 27 veröffentlicht. Die neue Siri-KI ist mächtig – aber auch abschaltbar.
Erste Tests und Code-Analysen zwischen dem 17. und 19. Juni zeichnen ein klares Bild: Apple rüstet sein Betriebssystem massiv auf, ohne die Privatsphäre aus den Augen zu verlieren. Die neue Siri-Generation kann Bildschirminhalte analysieren, Kalendereinträge aus Fotos erstellen und systemweit E-Mails, Nachrichten und Notizen durchsuchen. Doch das Unternehmen liefert auch Werkzeuge, um die KI zu zähmen.
Kontrolle über die neue Intelligenz
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Wer die erweiterte KI nicht nutzen möchte, kann sie in den Systemeinstellungen komplett deaktivieren. Unter dem Menüpunkt „Siri“ findet sich ein Schalter, der die Funktion entweder ganz abschaltet oder auf bestimmte Apps beschränkt.
Noch einen Schritt weiter gehen die von Entwicklern entdeckten „Take a Break“-Erinnerungen. Nach längeren Interaktionen schaltet sich die KI selbst in den Ruhemodus – und weist den Nutzer explizit darauf hin, dass Siri kein Mensch ist. Transparenz wird großgeschrieben: Die KI zeigt künftig ihre Quellen an, inklusive originaler Rechtschreibfehler, um Fehlinformationen zu vermeiden.
Drei Modelle, ein Ziel: Geschwindigkeit
Im Kern arbeitet Siri mit den neuen Apple Foundation Models. Das Basismodell AFM Core verfügt über drei Milliarden Parameter, die Advanced-Version über 20 Milliarden. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Reaktionszeiten sind um das 3,2-Fache schneller, und die KI bewältigt bis zu acht aufeinanderfolgende Arbeitsschritte in einer Anfrage.
Die Beta vom 19. Juni zeigt konkrete Neuerungen:
- Bildschirm-Analyse: Siri erkennt, was auf dem Display angezeigt wird, und beantwortet kontextbezogene Fragen.
- Visuelle Intelligenz: Aus einem einzigen Foto lassen sich mehrere Kalendereinträge erstellen.
- Systemweite Suche: Die KI durchforstet E-Mails, Nachrichten und Notizen für personalisierte Antworten.
- Natürliche Spracheingabe: Kalender und Erinnerungen verstehen freie Formulierungen und erkennen automatisch Daten, Orte und Personen.
Google und OpenAI an Bord – Claude kommt später
Apple setzt nicht nur auf eigene Modelle. Am 18. Juni gab das Unternehmen bekannt, dass Google Gemini tief in iOS 27 integriert wird. ChatGPT-5 steht mit Nutzerzustimmung zur Verfügung, eine Partnerschaft mit Claude soll im Laufe des Jahres folgen.
Hardware-Hürden und regionale Einschränkungen
iOS 27 läuft auf allen Modellen ab dem iPhone 11 und dem iPhone SE der zweiten Generation. Die volle KI-Power bleibt jedoch den Top-Modellen vorbehalten: iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max sowie die Serien 16 und 17. Für iPads sind Geräte mit M-Chip oder A17 Pro nötig.
Einige ältere Geräte fallen im Herbst ganz weg: der Apple TV HD, der Apple TV 4K der ersten Generation und fünf iPad-Modelle.
In der Europäischen Union und China wird Siri AI zum Start auf iPhone und iPad nicht verfügbar sein. Mac-Nutzer in der EU haben hingegen Glück: Das kommende macOS Golden Gate soll die KI-Funktionen enthalten.
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Tempo-Sprung beim System
Die Beta zeigt auch jenseits der KI deutliche Fortschritte. Tests vom 18. und 19. Juni belegen: Apps starten bis zu 30 Prozent schneller, Dateiübertragungen auf externe Laufwerke über die Dateien-App sind bis zu fünfmal flotter.
Siri wird zudem zur eigenständigen App, bleibt aber weiterhin über die Seitentaste erreichbar. Neue Kreativ-Tools wie die Bildspielwiese und ein verbesserter Bildbereiniger ermöglichen anspruchsvolle Bildbearbeitung direkt auf dem Gerät.

