iOS 27 Beta 3: Apple koppelt Premium-Siri an Hardware und Abo

Apples Sprachassistent Siri erhält in der dritten iOS-27-Beta Zugriff auf externe Apps, während erste Code-Hinweise auf kostenpflichtige Premium-Funktionen hindeuten.

Apple treibt die Entwicklung seiner KI-Assistentin voran. Die dritte Entwickler-Beta von iOS 27 bringt weitreichende Neuerungen – und erste Hinweise auf Bezahlschranken.

Mit der aktuellen Beta-Version von iOS 27 erreicht Apples überarbeitete Siri-KI einen wichtigen Meilenstein. Der virtuelle Assistent kann erstmals direkt auf Daten von Drittanbieter-Apps zugreifen. Doch die Freude über die neuen Fähigkeiten wird getrübt: Erste Analyse des Codes deutet darauf hin, dass Premium-Funktionen sowohl an bestimmte Hardware als auch an kostenpflichtige Abonnements gekoppelt sein könnten.

Siri öffnet sich für fremde Apps

Das neue App Intents Framework ersetzt das veraltete SiriKit und ermöglicht der KI den Zugriff auf Live-Daten externer Anwendungen. In aktuellen Tests greift Siri bereits auf Informationen aus Auto-Apps wie Ford oder der Tesla-Anwendung Tessie zu. Nutzer können so beispielsweise den Ladestand ihres Elektroautos direkt über den Assistenten abfragen.

Die Freigabe erfolgt nicht automatisch: Für jede App ist eine explizite Zustimmung des Nutzers erforderlich. Branchenbeobachter sehen darin einen Schritt hin zu einem „persönlichen Intelligenzsystem“, das proaktiv agiert. Allerdings ist die Unterstützung derzeit auf eine ausgewählte Gruppe von Entwicklern beschränkt. Eine vollständige Liste der kompatiblen Anwendungen hat Apple bislang nicht veröffentlicht.

Premium-Funktionen nur für neue Hardware?

Im Code der Beta fanden sich Hinweise auf ein gestaffeltes Preismodell für Apples KI-Dienste. Demnach könnten erweiterte Siri-Funktionen – darunter ein verbessertes Kontextverständnis und tiefere Systemintegration – ausschließlich Geräten mit dem A19 Pro-Chip vorbehalten sein. Das betrifft voraussichtlich die kommenden iPhone 17 Pro und Pro Max Modelle, die über 12 Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen.

Noch weiter geht der Hinweis auf eine mögliche Abo-Pflicht: Bestimmte Apple Intelligence-Funktionen in der Home-App und anderen Bereichen sollen offenbar ein 2-Terabyte iCloud+-Abonnement voraussetzen. Mit rund zehn Euro monatlich wäre dies das erste Mal, dass Apple für spezifische Siri-Funktionen eine wiederkehrende Gebühr verlangt. Der Basis-Assistent bleibt auf dem iPhone 15 Pro und neueren Modellen weiterhin nutzbar – die fortschrittlichsten Sprachfunktionen jedoch nicht.

Sprachsteuerung wird persönlicher

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Die dritte Beta aktiviert zudem neue Regler zur Sprachindividualisierung. Nutzer können Siris Sprechgeschwindigkeit und Ausdrucksstärke in fünf Stufen anpassen. Eine Echtzeit-Audiovorschau zeigt die Wirkung der Einstellungen, die sich auch auf andere Systemanwendungen wie Safari und Apple Maps übertragen lassen.

Allerdings offenbarten Tests des aktuellen Builds vom 7. Juli auch Rückschritte. Im Vergleich zur vorherigen Beta lieferte Siri teilweise weniger detaillierte Antworten, reagierte langsamer und zeigte gelegentlich vorzeitige Abstürze. Solche Schwankungen sind in frühen Beta-Phasen nicht ungewöhnlich – sie treten auf, während das System im Hintergrund Optimierungsprozesse durchführt.

EU-Regulierer bremsen den Rollout

Ein großes Hindernis für Apples KI-Pläne bleibt der europäische Markt. In der vergangenen Woche führte Apple-Chef Tim Cook virtuelle Gespräche mit EU-Kommissarin Henna Virkkunen über die Verzögerung von Siri AI in der Europäischen Union. Grund sind die Auflagen des Digital Markets Act (DMA).

Apple schlug einen „Trusted System Agent“ vor und beantragte eine 18-monatige Übergangsfrist. Die EU-Regulierer lehnten beide Vorschläge ab. Die Konsequenz: Während Siri AI auf macOS 27 und visionOS 27 in der EU mit US-Englisch starten soll, bleibt die Funktion auf iOS und iPadOS in der Region vorerst ausgesperrt.

Wettbewerb schläft nicht

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Der Wettlauf um sogenannte „agentische“ KI-Fähigkeiten – bei denen Assistenten mehrstufige Befehle selbstständig ausführen – ist in vollem Gange. Amazon arbeitet Berichten zufolge an einem ähnlichen Projekt namens „Moonraker“ für Alexa, das massive Investitionen in GPU-Infrastruktur erfordert.

Apple setzt derweil auf eine Drei-Ebenen-Architektur: On-Device-Hardware, Private Cloud Compute und externe Modelle wie Googles Gemini für komplexe Anfragen. Eine öffentliche Beta von iOS 27 wird für Mitte Juli erwartet, der finale Start für Verbraucher ist für September 2026 geplant.