Apple hat die öffentliche Beta von iOS 27 veröffentlicht – und bringt damit nicht nur neue Funktionen, sondern auch tiefgreifende Änderungen bei der Datensicherung und Gerätewiederherstellung. Während Tester die KI-gestützte Siri und verbesserte Fotobearbeitung erkunden, stehen Nutzer vor komplexen Entscheidungen beim Datenmanagement.
Manuelle Wiederherstellung: Der neue Rettungsanker
Seit dem 13. Juli 2026 können Beta-Tester auf eine neue manuelle Wiederherstellungsfunktion zugreifen. Durch Gedrückthalten der Seitentaste während des Bootvorgangs erscheint ein Bildschirm mit integrierten Werkzeugen. Dazu gehören ein Wiederherstellungsassistent, Software-Updates, Diagnosetools und eine direkte Löschfunktion.
Auf neueren iPhone-Modellen kommt zudem die „Nearby Device Recovery“ hinzu. Sie ermöglicht die Wiederherstellung über ein zweites Gerät in der Nähe – ein praktisches Feature, wenn das Hauptgerät nicht mehr reagiert.
Die finale Version von iOS 27 wird für September erwartet. Zu den meistdiskutierten Neuerungen zählen eine Siri-KI auf Basis von Apple Foundation Models (unter Nutzung von Google Gemini) sowie ein verbessertes Bereinigungswerkzeug in der Fotos-App.
Downgrade: Zurück zur alten Version – aber nicht ohne Risiko
Wer die Beta testet und auf Stabilitätsprobleme stößt, kann theoretisch zurück zu iOS 26.5.2 wechseln. Der Weg führt über den Wiederherstellungsmodus an Mac oder PC. Voraussetzung: Ein Backup, das vor der Beta-Installation erstellt wurde, sowie die passenden iOS-26-IPSW-Dateien.
Die gute Nachricht: eSIM-Daten bleiben bei der Wiederherstellung in der Regel erhalten. Systemeinstellungen werden jedoch zurückgesetzt.
Nach großen Systemänderungen wie dem Wechsel auf iOS 27 sollten Nutzer ihre Privatsphäre-Einstellungen genau prüfen. Apple-Experte Detlef Meyer zeigt in diesem kostenlosen Ratgeber, welche Klicks nach einem Update entscheidend für Ihre Datensicherheit sind. Sicherheits-Checkliste für iOS-Updates gratis herunterladen
Deutlich kniffliger wird es bei der Apple-ID-Wiederherstellung. Wer seine Zugangsdaten verliert, muss mit Wartezeiten von mehreren Tagen bis Wochen rechnen. Telefonische Ausnahmen gibt es nicht – Apple gewährt keine manuellen Freigaben. Beschleunigen lässt sich der Prozess nur durch vertrauenswürge Geräte oder hinterlegte Wiederherstellungskontakte.
iCloud+: Preiserhöhungen in acht Ländern – Deutschland verschont
Apple hat die Preise für iCloud+ in acht internationalen Märkten angehoben. Betroffen sind Ägypten, Indonesien, Japan, Neuseeland, Nigeria, die Philippinen, die Türkei und Vietnam. In Nigeria stieg der Einstiegstarif (50 GB) von 900 auf 1.300 Naira, in der Türkei von 39,99 auf 49,99 Lira.
In den USA und Europa bleiben die Preise vorerst stabil. Die bekannten Stufen reichen von 50 GB bis 12 TB.
Kritik gibt es weiterhin am kostenlosen 5-GB-Speicher, der seit seiner Einführung 2011 unverändert ist. Eine Sammelklage vor dem US-Bezirksgericht für Nordkalifornien wirft Apple vor, diesen niedrigen Wert bewusst zu halten, um Nutzer in kostenpflichtige Abos zu drängen.
Android-Nutzer betroffen: Google zieht bei Speicher nach
Auch im Android-Lager tut sich etwas – und zwar mit spürbaren Folgen. Seit dem 7. Juli 2026 werden Android-Backups auf das Google-Kontingent angerechnet. Dazu gehören Textnachrichten, Anrufprotokolle und Geräteeinstellungen. Bisher waren diese Daten ausgenommen.
Bestehende Nutzer erhalten eine Übergangsfrist von 45 Tagen ab Benachrichtigung. Für die meisten bedeutet das: Bis etwa Anfang September müssen sie entscheiden, ob sie Speicher freigeben oder ein kostenpflichtiges Abo abschließen.
Neue Sicherheitswarnung: Wenn der Dieb sich selbst einschließt
Russische Sicherheitsbehörden warnen vor einer neuen Betrugsmasche. Kriminelle erlangen demnach iCloud-Zugangsdaten und aktivieren aus der Ferne die Aktivierungssperre über die „Mein iPhone suchen“-Funktion. Das Opfer wird so von seinem eigenen Gerät ausgesperrt – die Täter fordern Lösegeld.
Es handelt sich nicht um eine Sicherheitslücke, sondern um die gezielte Manipulation einer bestehenden Schutzfunktion. Die Botschaft an Nutzer: Passwörter schützen, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und niemals Zugangsdaten preisgeben.
Ob Apple-ID, AirDrop oder iCloud – wer sein Gerät vor Manipulationen schützen will, muss die Technik dahinter verstehen. Dieses Gratis-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe in einfachen Worten und hilft Ihnen, Apple-Fachchinesisch endlich sicher zu meistern. Kostenloses iPhone-Lexikon jetzt sichern
WhatsApp: Chatten ohne Nummer
WhatsApp führt eine neue Benutzernamen-Funktion ein. Künftig können Nutzer kommunizieren, ohne ihre Telefonnummer preiszugeben. Voraussetzung: Der genaue Benutzername muss bekannt sein – ein öffentliches Verzeichnis gibt es nicht.
Für Umsteiger zwischen den Systemen bleibt die „Move to iOS“-App die erste Wahl. Sie überträgt Kontakte und Medien von Android 5.0 oder neuer auf iOS 9 oder neuer. Drittanbieter-App-Daten und Musikbibliotheken werden allerdings nicht migriert.

