Apple hat den internen Entwicklungsprozess für die kommenden Betriebssysteme iOS 28, macOS 28 und zugehörige Software-Updates überarbeitet. Wie Branchenbeobachter Mark Gurman in seinem Bloomberg-Newsletter darlegte und Medienberichte vom 08.11.2026 aufgriffen, verschiebt das Unternehmen die Gewichtung der Arbeitsphasen in den frühen Entwicklungsstadien zugunsten der Feature-Entwicklung.
Neuer Rhythmus für Meilensteine und Codenamen
Der gewöhnliche Ablauf bei Apple gliedert sich in drei jährliche Hauptphasen, bezeichnet als M1, M2 und M3. Üblicherweise umfasst jeder dieser Meilensteine jeweils acht Wochen, die sich gleichmäßig in vier Wochen reine Programmierung und vier Wochen sogenannte Konvergenz zur Feature-Integration aufteilen, was insgesamt einen Zeitraum von 24 Wochen ergibt.
Für iOS 28 wurde dieser Rhythmus in der ersten Phase modifiziert: Das Team verbrachte sechs Wochen mit der Programmierung und Feature-Entwicklung, während für die Konvergenz lediglich zwei Wochen aufgewendet wurden. Dies bedeutet 50 Prozent mehr Zeit für die Programmierung und Erkundung neuer Funktionen bei reduziertem Integrationsaufwand. Dieser Schritt spiegle Fortschritte bei agentischen Programmierwerkzeugen wider.
Der M1-Meilenstein ist bereits abgeschlossen. Während frühe Phasen künftig mit weniger Integrationslast auskommen, liegt der Schwerpunkt der Zusammenführung in den späteren Abschnitten.
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Am 09.11.2026 startet die zweite Phase M2, in der final entschieden wird, welche Funktionen tatsächlich für die Endnutzer freigegeben werden. Dem Vernehmen nach zeigen sich Mitarbeiter mit der Anpassung zufrieden, da sie vor dem Festschreiben der Funktionen mehr Spielraum für Ideen erhalten.
Intern führt Apple die kommenden Systeme unter Codenamen: iOS 28 und iPadOS 28 firmieren unter der Bezeichnung „Bell“, macOS 28 trägt den Namen „Poppy“, kombiniert als „Boppy“. Zum Vergleich wurden iOS 27 und macOS 27 intern als „Rave“ und „Fizz“ geführt, im Verbund als „Rizz“.
Zeitplan und Umfeld im Vorfeld des Jubiläums-iPhones
Konkrete Funktionen für iOS 28 wurden bislang nicht genannt. Die Vorstellung des Systems wird zur Entwicklerkonferenz WWDC im Juni 2027 erwartet, eine erste Beta-Phase soll im selben Monat folgen. Der reguläre Release ist für September 2027 vorgesehen. iOS 28 gilt als Softwarebasis für das im September 2027 erwartete Jubiläums-iPhone anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens der Gerätereihe.
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Hinter den Prozessänderungen steht auch ein verändertes Tempo an der Unternehmensspitze. Apple-Chef John Ternus drängt auf eine schnellere Entwicklung sowie auf Produkteinführungen, die über das gesamte Jahr verteilt werden. Zudem fordert Ternus von Software-Chef Craig Federighi, die Software-Roadmap zu beschleunigen und über Neuerungen bei Siri hinaus zügiger auf Künstliche Intelligenz zu setzen.
Federighi fungiert seit dem Vorjahr nach der Entlassung des damaligen KI-Chefs als leitender Verantwortlicher für den Bereich. Intern gibt es Berichten zufolge Kritik an seinem engmaschigen Führungsstil, der Mitarbeitern wenig Spielraum für die Produktrichtung lasse, während sein Planungshorizont oft nur zwölf bis 18 Monate umfasse. Zudem erwäge Mike Rockwell, Vizepräsident für Siri-Engineering und Vision Pro, weiterhin einen Ausstieg im Jahr 2027.
Apple selbst hat die Berichte über die Änderungen im Entwicklungsprozess nicht kommentiert.

