Apples neue Tablet-Software bringt eine komplett neu aufgebaute Sprachassistentin und Desktop-Features auf das iPad.
Drei Wochen nach der ersten Vorstellung auf der WWDC am 8. Juni 2026 werden die Details zu iPadOS 27 konkreter. Erste Praxisberichte und technische Analysen zeigen: Apple verfolgt eine aggressive Strategie, um das iPad näher an den klassischen Desktop-Rechner zu rücken. Das Herzstück ist eine völlig neu entwickelte Siri, die nun auf Künstlicher Intelligenz basiert.
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Siri AI: Vom Assistenten zum Betriebssystem-Kern
Apple hat einen radikalen Schnitt vollzogen. Statt die alte Siri schrittweise zu verbessern, entschieden sich die Entwickler für einen kompletten Neuanfang. Die neue Siri AI versteht nicht nur Sprache, sondern analysiert gleichzeitig den Bildschirminhalt, führt komplexe Befehle über mehrere Apps hinweg aus und merkt sich den persönlichen Kontext des Nutzers.
Die technische Basis bilden Apples dritte Generation der Foundation Models mit geschätzten 1,2 Billionen Parametern. Entwickelt wurde das System in Zusammenarbeit mit Google Gemini 3 – allerdings betont Apple, dass keine Nutzerdaten an den Suchmaschinenriesen fließen. Für rechenintensive Aufgaben setzt Apple auf Private Cloud Compute, wobei Berichten zufolge Google-TPU-Server angemietet werden.
Eine neue, eigenständige Siri-App synchronisiert den Gesprächsverlauf über alle Geräte via iCloud. Und Apple denkt auch an die psychische Gesundheit der Nutzer: In den Beta-Versionen vom 16. Juni fanden Tester eine Funktion, die nach längeren Interaktionen daran erinnert, dass Siri kein Mensch ist – inklusive Pausen-Empfehlung.
Desktop-Features für Profis
iPadOS 27 richtet sich gezielt an professionelle Nutzer. Das neue Magic Keyboard löst beim Andocken oder Abnehmen automatisch vorher festgelegte Aktionen aus. Die Dateiübertragung in der Files-App ist bis zu fünfmal schneller als zuvor.
Erstmals bringt Apple ein richtiges Fenstermanagement auf das Tablet, eine permanente Menüleiste und die Möglichkeit, das Control Center auf externen Monitoren anzuzeigen. Für Kreative gibt es eine Neuerung: Handschriftliche Notizen mit dem Apple Pencil werden indexiert und sind durchsuchbar – das System kann sogar Zusammenfassungen erstellen.
Mit den neuen Desktop-Funktionen nähert sich das iPad immer weiter dem Mac an – und damit auch die Möglichkeiten zur effizienten Bedienung. Welche cleveren Kniffe und Tastenkombinationen Profis nutzen, um im Apple-Alltag massiv Zeit zu sparen, erfahren Sie in dieser kompakten Übersicht. Die 19 besten Tastenkürzel kostenlos sichern
Eine Visual Intelligence genannte Funktion erkennt Objekte und Texte in jedem Bild auf dem Bildschirm, ausgelöst durch Screenshots oder den Apple Pencil.
Kreativ-Tools und Safari-Upgrade
Apple Intelligence 2.0 bringt generative Werkzeuge auf das iPad. Image Playground erstellt fotorealistische Bilder, Image Wand arbeitet direkt in der Notes-App. Die Fotos-App erhält Funktionen zur räumlichen Neuanordnung, Bildverlängerung und Objektentfernung. Alle KI-generierten Inhalte erhalten einen SynthID-Wasserzeichen-Stempel.
Safari gruppiert Tabs künftig automatisch nach Themen. Entwickler erhalten einen Generator für Browser-Erweiterungen, und Safari kann Benachrichtigungen bei bestimmten Inhaltsänderungen auf Webseiten auslösen.
Das neue Liquid Glass-Design durchzieht das gesamte System – mit einem Schieberegler für die Transparenz der Oberflächenelemente.
Hardware-Anforderungen und Verfügbarkeit
Die vollen Siri-AI-Funktionen bleiben iPads mit M4-Chip oder neuer vorbehalten. Standard-KI-Funktionen laufen auf allen M-Serie-Chips sowie dem A17 Pro des iPad mini.
Kompatible Geräte:
– iPad Pro 11 Zoll (2. Generation und neuer)
– iPad Pro 12,9 Zoll (4. Generation und neuer)
– iPad Air (4. Generation und neuer)
– iPad (9. Generation und neuer)
– iPad mini (6. Generation und neuer)
Nicht mehr unterstützt werden das erste 11-Zoll-iPad Pro und das dritte 12,9-Zoll-iPad Pro. Für die Installation sind 30 Gigabyte freier Speicher nötig.
Eine Beta-Version ist bereits verfügbar, der öffentliche Release folgt im Herbst 2026. Siri AI startet zunächst nur auf Englisch – und wird bei der Markteinführung weder in der EU noch in China verfügbar sein.

