Apple bringt mit iPadOS 27 künstliche Intelligenz auf das Tablet – und setzt dabei auf Google.
Der Technologiekonzern hat auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2026 ein umfassendes Update für das iPad vorgestellt. Im Zentrum stehen eine neuartige Automatisierungsfunktion und ein grundlegend überarbeiteter Sprachassistent. Die Botschaft ist klar: Apple will das iPad smarter machen – ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben.
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„Describe a Shortcut“: Per Sprachbefehl zum Workflow
Die wohl auffälligste Neuerung betrifft die Kurzbefehle-App. Mit der Funktion „Describe a Shortcut“ können Nutzer komplexe Arbeitsabläufe einfach per Texteingabe erstellen. Wer etwa „Schalte nach fünf Minuten den Energiesparmodus ein“ eingibt, bekommt einen fertigen Workflow – ohne sich durch Menüs klicken zu müssen.
Erste Tests zeigen jedoch: Bei einfachen Aufgaben funktioniert das System zuverlässig, bei mehrstufigen Prozessen hapert es noch. Versuche, mit der KI URLs von Tracking-Parametern zu befreien, scheiterten in mehreren Fällen. Das System erkannte die Webadressen nicht oder lieferte fehlerhafte Ergebnisse. Nutzer müssen bei komplexeren Automatisierungen weiterhin manuell nachbessern.
Siri AI: Mit Google Gemini im Hintergrund
Deutlich tiefgreifender ist der umbau von Siri. Der Sprachassistent heißt nun offiziell „Siri AI“ und basiert auf einer Kombination aus Apples eigenen KI-Modellen und Googles Gemini-Technologie. Das System kann Bildschirminhalte erkennen und darauf reagieren – etwa eine geöffnete Datei per Sprachbefehl an einen Kontakt senden.
Herzstück ist ein sogenannter „Semantischer Index“, der Daten aus Apples原生Apps organisiert. In der Entwickler-Beta gelang es dem Assistenten, Termine aus unstrukturierten E-Mails zu extrahieren und in den Kalender einzutragen. Für rechenintensive Aufgaben nutzt Apple weiterhin die hauseigene Private-Cloud-Infrastruktur.
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Ein Wermutstropfen: Drittanbieter-Apps wie WhatsApp oder Gmail müssen erst aktualisiert werden, um die neuen Funktionen vollständig zu nutzen.
Deutliche Leistungssprünge
Neben den KI-Funktionen bringt iPadOS 27 handfeste Leistungsverbesserungen. Apple verspricht:
- App-Start: Bis zu 30 Prozent schneller
- Fotobibliothek: Lädt bis zu 70 Prozent flotter
- AirDrop: Übertragungsraten um bis zu 80 Prozent gesteigert
- Externe Laufwerke: Deutlich höhere Datentransferraten
Auch die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet. Der Home-Bildschirm unterstützt nun Rückgängig- und Wiederherstellungsfunktionen, und die „Heute“-Ansicht zeigt extra große Widgets. Ein neues Design-Element namens „Liquid Glass“ erlaubt Transparenzanpassungen für verschiedene Oberflächenkomponenten.
Hardware-Voraussetzungen und Verfügbarkeit
Die KI-Funktionen bleiben High-End-Modellen vorbehalten. Erforderlich ist ein iPad mit M1-Chip oder neuer – also das iPad Pro ab 2021, das iPad Air der fünften Generation und aufwärts sowie das iPad mini mit A17-Pro-Chip.
Die Entwickler-Beta ist seit dem 9. Juni verfügbar, eine öffentliche Beta folgt im Laufe des Sommers. Die finale Version von iPadOS 27 erscheint voraussichtlich im Herbst 2026.
EU zunächst außen vor
Ein Dämpfer für europäische Nutzer: Aufgrund des Digital Markets Act (DMA) werden die neuen KI-Funktionen in der Europäischen Union zunächst nicht ausgerollt. Apple begründet den Schritt mit regulatorischen Anforderungen. Analysten sehen darin eine strategische Vorsichtsmaßnahme – der Konzern wolle vermeiden, dass die KI-Integration von den Wettbewerbshütern als Verstoß gegen die neuen Regeln gewertet wird.
Branchenbeobachter loben dennoch den Ansatz: Apple setze darauf, KI „unsichtbar“ und nutzenorientiert zu integrieren – weniger auf spektakuläre Spielereien, sondern auf echten Mehrwert im Arbeitsalltag.

