Apple-Nutzer berichten seit Wochen über flackernde Bildschirme bei der iPhone-15-Reihe. Jetzt zeigt sich: Meist steckt ein Software-Problem dahinter, kein Fertigungsfehler.
Technische Analysten haben am heutigen Sonntag eine Reihe von Lösungsansätzen veröffentlicht, die das Problem in den Griff bekommen sollen. Die Empfehlungen gelten für alle Modelle der Serie – vom iPhone 15 über das Plus-Modell bis hin zu den Pro-Varianten. Demnach lassen sich die meisten Fälle von Bildschirmflimmern durch Anpassungen in der Software beheben.
Acht Schritte gegen das Flackern
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Die Experten von Technobezz haben acht konkrete Maßnahmen zusammengestellt. Dazu gehören ein erzwungener Neustart, das Entfernen von externem Zubehör sowie die Anpassung der Helligkeitseinstellungen inklusive der Auto-Helligkeit. Auch das Reduzieren von visuellen Effekten und ein Update auf die aktuellste iOS-Version sollen helfen.
Ein weiteres Ärgernis: Manche Geräte bleiben beim Start am Apple-Logo hängen. Steht die Fortschrittsanzeige länger als eine Stunde still, handelt es sich um einen eingefrorenen Prozess. Die Experten raten dann, die USB-C-Verbindung zu prüfen, iOS über den Wiederherstellungsmodus neu zu installieren – das erhält die Daten – oder im Notfall eine komplette Systemwiederherstellung durchzuführen.
Alte iPhones bekommen Sicherheits-Update
Während die aktuellen Modelle Performance-Optimierungen erhalten, hat Apple zeitgleich einen kritischen Sicherheitspatch für ältere Geräte veröffentlicht. iOS 15.8.4 steht für das iPhone 6s und alle neueren Modelle bereit. Der Patch schließt eine als CVE-2024-27804 bekannte Sicherheitslücke im CoreTelephony-Framework. Dabei handelt es sich um einen Zero-Click-Exploit – Angreifer konnten das Gerät vollständig übernehmen, ohne dass der Nutzer auch nur einen Klick tätigen musste. Das Update bringt zudem Verbesserungen für CarPlay, Nachrichten und Mail.
Hardware-Lücke: Kein Software-Patch möglich
Für ältere Geräte gibt es jedoch eine schlechte Nachricht. Zwischen dem 19. und 21. Juni wurde der sogenannte usbliter8-Exploit öffentlich gemacht. Der Sicherheitsforscher Paradigm Shift entdeckte eine nicht patchbare BootROM-Sicherheitslücke in den A12- und A13-Chips. Betroffen sind die iPhone-11-Serie, das iPhone XR, XS sowie das iPhone SE der zweiten Generation. Der Exploit setzt zwar physischen Zugriff auf das Gerät voraus und nutzt den DFU-Modus zum Ausführen von nicht signiertem Code. Doch weil der Fehler im USB-Controller auf Hardware-Ebene liegt, ist ein Software-Fix unmöglich. Branchenexperten empfehlen daher den Umstieg auf Geräte mit A14-Chip oder neuer.
Forscher entdecken Ursache für OLED-Verschleiß
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Doch nicht nur Software-Probleme plagen die Display-Technik. Wissenschaftler der University of Michigan haben in einer am 19. Juni im Fachjournal Nature Photonics veröffentlichten Studie die physikalischen Ursachen für die Verschlechterung von OLED-Bildschirmen identifiziert. Demnach fließen elektrische Ladungsträger in konzentrierten Bahnen – die Forscher nennen sie „Flüsse“ – und erzeugen dabei nanoskopische Hotspots. Diese Überhitzungspunkte sind eine Hauptursache für Bildschirmflimmern und verkürzen die Lebensdauer der OLED-Pixel erheblich. Die Forscher schlagen vor, in Zukunft auf kristalline Materialien zu setzen, um diese thermischen Probleme zu vermeiden.
Auch Google und Samsung betroffen
Das Problem ist kein reines Apple-Phänomen. Zeitgleich wurden ähnliche technische Leitfäden für das Google Pixel 9 und das Samsung Galaxy S25 veröffentlicht. Beim Pixel 9, das eine siebenjährige Update-Garantie bietet, empfehlen die Experten den Test im abgesicherten Modus, um Konflikte durch Drittanbieter-Apps zu identifizieren. Beim Galaxy S25 liegt der Fokus auf der Anpassung der Bildwiederholrate und der Verwaltung des Systemspeichers.

