Der Technologiekonzern Apple bereitet für seine kommende Smartphone-Generation eine tiefgreifende Änderung der Veröffentlichungsstrategie vor. Wie der Zulieferer Pegatron im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals 2026 bestätigte, wird das Standardmodell des iPhone 18 erst im ersten Quartal 2027 erscheinen. Die leistungsstärkeren Pro-Modelle sowie ein neues faltbares iPhone Ultra sollen hingegen wie gewohnt im September 2026 auf den Markt kommen.
Zweistufiger Rollout für sechs neue Modelle
Mit der Entscheidung für eine gestaffelte Markteinführung greift Apple erstmals seit dem iPhone 11 wieder auf ein geteiltes Release-Verfahren zurück. Insgesamt umfasst die Planung sechs verschiedene Varianten. Während das iPhone 18 Pro, das Pro Max und das iPhone Ultra für den September 2026 angekündigt sind, folgen das Basismodell iPhone 18, das iPhone 18e sowie das iPhone Air 2 im März 2027.
Für die Pro-Serie stehen die Termine bereits fest: In den USA ist der Verkaufsstart für den 9. September 2026 geplant, während die Geräte in Australien aufgrund der Zeitverschiebung am 10. September debütieren. Vorbestellungen sollen ab dem 11. September möglich sein, die allgemeine Verfügbarkeit im Handel ist für den 18. September vorgesehen.
Technische Neuerungen und steigende Produktionskosten
Die Pro-Modelle erhalten signifikante technische Upgrades, angeführt vom neuen A20-Pro-Chip. Dieser wird im 2-Nanometer-Verfahren bei TSMC gefertigt. Marktanalysen gehen davon aus, dass der neue Prozessor eine um 15 % höhere Geschwindigkeit bei einer gleichzeitig um 30 % verbesserten Effizienz bietet. Allerdings steigen die Fertigungskosten für den Chip laut Branchenberichten um 50 %.
Im Bereich der Kamera-Hardware sprechen Experten vom bisher größten Entwicklungssprung des iPhones. Zu den Neuerungen gehören eine variable Blende für das Hauptobjektiv sowie eine größere Tele-Blende. Das Design der Frontseite bleibt weitgehend unverändert, wobei die Aussparung für die sogenannte Dynamic Island um 35 % verkleinert wurde. Bei der Farbauswahl soll Apple die Variante „Cosmic Orange“ durch ein dunkles Kirschrot („Dark Cherry“) ersetzen, ergänzt durch Hellblau, Dunkelgrau und Silber.
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Die Preisgestaltung spiegelt den erhöhten technischen Aufwand wider. Schätzungen von Analysten beziffern den Preis für das iPhone 18 Pro auf 1.099 bis 1.299 US-Dollar, während das Pro Max zwischen 1.299 und 1.499 US-Dollar kosten könnte. Das Wall Street Journal geht davon aus, dass der Einstiegspreis des Pro-Modells damit um 200 US-Dollar über dem des Vorgängers iPhone 17 Pro liegen könnte.
Lieferkettenprobleme durch Speicherknappheit
Ein wesentlicher Grund für die angespannte Liefersituation ist eine weltweite Knappheit bei LPDDR5X-DRAM-Speichern, die durch den massiven Ausbau von KI-Infrastrukturen verursacht wird. Speicherhersteller priorisieren derzeit die Belieferung von Rechenzentren. Berichten zufolge lagern beim Fertiger TSMC bereits A20-Pro-Wafer im Wert von rund 1 Milliarde US-Dollar, deren Endfertigung mangels verfügbarer Speicherbausteine verzögert wird.
Der Analyst Ming-Chi Kuo bestätigte, dass Apple die geplanten Hardware-Lieferungen für 2026 aufgrund dieser Engpässe bereits gekürzt hat. Insgesamt plant der Konzern mit rund 200 Millionen Einheiten, was deutlich unter den 245 Millionen Lieferungen der Vorgängergeneration liegt. Apple-CEO Tim Cook räumte Herausforderungen in der Lieferkette ein und deutete potenzielle Lagerknappheiten sowie Lieferverzögerungen an.
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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die gestiegenen Materialkosten belasten die Margen. Für die 256-GB-Variante des iPhone 18 Pro wird ein Anstieg der Materialkosten um 38 % verzeichnet, was primär auf die Speicherpreise zurückzuführen ist, die sich seit Anfang 2025 vervielfacht haben. Um diese Mehrbelastung auszugleichen, führt Apple Berichten zufolge Verhandlungen mit Samsung Display und LG Display über deutliche Preissenkungen bei den OLED-Panels.
Trotz der logistischen Hürden präsentierte sich das Unternehmen zuletzt wirtschaftlich stark. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Apple einen Umsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 16 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Bruttomarge lag bei 50,1 %. Ob Apple die gestiegenen Produktionskosten vollständig an die Kunden weitergibt oder eine Reduzierung der eigenen Marge in Kauf nimmt, bleibt abzuwarten.

