Die globale KI-Revolution treibt die Speicherchip-Preise in die Höhe – und Apple gibt die Kosten nun an die Kunden weiter.
Speicherknappheit als Preistreiber
Tim Cook hat es am Mittwoch in einem Interview mit dem Wall Street Journal bestätigt: Die Preisstrategie des Tech-Giganten ist nicht mehr haltbar. „Die Kostenexplosion bei DRAM- und NAND-Flash-Speichern hat ein Ausmaß erreicht, das wir nicht länger abfedern können“, so der Apple-Chef. Verantwortlich sei der beispiellose Boom der Künstlichen Intelligenz, der Rechenzentren und KI-Infrastrukturen weltweit in nie dagewesenem Tempo wachsen lässt.
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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ein 12-GB-DRAM-Modul für High-End-Smartphones verteuerte sich von 39 auf rund 145 Euro. Auch 256-GB-Speicherbausteine kosten mit etwa 51 Euro inzwischen fast das Vierfache. Branchenexperten von TechInsights beziffern die Gesamtkosten für Komponenten künftiger Flaggschiff-Modelle auf rund 726 Euro – ein Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zur Vorgängergeneration.
iPhone 18 Pro könnte bei 1.400 Euro starten
Die Preiserhöhungen werden voraussichtlich mit dem Start der iPhone-18-Serie im September greifen. Branchenbeobachter rechnen mit einem Einstiegspreis von rund 1.400 Euro für das iPhone 18 Pro – ein deutlicher Sprung gegenüber den aktuellen 1.100 Euro für das iPhone 17 Pro. Die Top-Modelle Pro Max und das erwartete Falt-iPhone könnten sogar die 2.000-Euro-Marke überschreiten.
Doch nicht nur die Smartphones werden teurer. Der Mac Mini startet nach der Streichung der günstigsten Speichervariante nun bei 800 statt 600 Euro. Analysten erwarten ähnliche Anpassungen bei iPads und weiteren Mac-Modellen in den kommenden Monaten.
Branche unter Druck
Apple steht mit diesem Schritt nicht allein da. Samsung, Dell, HP, Lenovo, Acer und ASUS haben bereits Preiserhöhungen durchgesetzt. Der Unterschied: Apple hielt die Preise länger stabil als die Konkurrenz – doch nun hat die globale Verknappung auch den iPhone-Konzern eingeholt.
Die Aussichten sind düster. Morgan Stanley prognostiziert, dass das Angebot an Speicher-Wafern für die Unterhaltungselektronik bis 2027 rund 15 Prozent hinter der Nachfrage zurückbleiben wird. Seit Ende 2025 steigen die Chip-Preise demnach jedes Quartal um mindestens 50 Prozent.
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Kein eigener Speicher – aber Milliarden für die Lieferkette
Trotz der Krise will Apple keine eigenen Speicherfabriken bauen. Stattdessen setzt Cook auf die milliardenschweren Barreserven des Konzerns, um sich langfristig Lieferverträge zu sichern. Gleichzeitig forderte der CEO eine umfassende Überprüfung aller Zulieferer – unter Berücksichtigung nationaler Sicherheitsinteressen und geopolitischer Beschränkungen.
Die strategische Neuausrichtung fällt in eine Zeit des Führungswechsels: Am 1. September 2026 übernimmt John Ternus den Chefposten. Tim Cook wechselt dann in den Aufsichtsrat und bleibt als Executive Chairman für die langfristige Strategie verantwortlich – in einer Phase, die für die gesamte Tech-Branche richtungsweisend sein dürfte.

