Sicherheitsforscher des Unternehmens Calif.io, darunter Stefan Esser, haben am 3. November 2026 in einem Video auf der Plattform X einen erfolgreichen Jailbreak eines iPhone 18 Pro vorgeführt. Bemerkenswert an der Demonstration ist, dass der Angriff trotz eines aktivierten Blockierungsmodus gelang und die Kompromittierung selbst ein anschließendes Betriebssystem-Update auf die Version iOS 27.2 überstand.
Manipulation über AirDrop und persistenter Root-Zugriff
Auslöser des Angriffs war nach Angaben der Forscher ein bösartiges PDF-Dokument, das über die Nahfunkfunktion AirDrop an das Testgerät übertragen wurde. Es handelte sich dabei um keinen sogenannten Zero-Click-Angriff: Der Nutzer musste die Datei manuell akzeptieren und öffnen, weshalb sich die Angreifer physisch in unmittelbarer Nähe des Zielgeräts aufhalten mussten.
Nach der Infektion wurde auf dem Gerät die Aktualisierung auf iOS 27.2 unter Eingabe des Passcodes eingespielt. Sowohl der Jailbreak als auch der erlangte Root-Zugriff blieben nach der Installation des Updates und einem anschließenden Neustart weiterhin sichtbar. Das Gerät war allerdings auf einem Build vor iOS 27.2 kompromittiert worden.
Ob ein zuvor sauberes Smartphone, auf dem iOS 27.2 bereits läuft, mit derselben Vorgehensweise manipuliert werden kann, ist bislang ungeklärt. Zudem sind die genaue Ausgangsversion und das Modell in den Berichten nicht vollständig einheitlich; während eine Quelle als Basis iOS 27.0 vermutet, fehlt für eine Variante wie das iPhone 18 Pro Max eine Bestätigung.
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Calif.io veröffentlichte keine technischen Details zu den ausgenutzten Schwachstellen. Mögliche Mechanismen wie eine Kernel-Kompromittierung, modifizierte Systemkomponenten oder ein persistenter privilegierter Zustand bleiben unbestätigt. Unabhängige Beobachter wiesen zudem darauf hin, dass der Jailbreak möglicherweise schon vor dem Beginn der Videoaufnahme vorbereitet worden sein könnte, weshalb eine externe Reproduktion noch aussteht.
Serie von Demonstrationen innerhalb von 18 Tagen
Die Veröffentlichung am 3. November 2026 markiert bereits die dritte derartige Demonstration des Teams innerhalb von 18 Tagen. Zuvor hatte Calif.io am 16. Oktober 2026 auf der Sicherheitskonferenz Hexacon in Paris einen Jailbreak auf einem iPhone 18 Pro gezeigt, der ebenfalls einen Neustart überdauerte.
Am 23. Oktober 2026 folgte eine Demonstration auf einem iPhone Duo. Im Oktober 2026 hatte die Gruppe zudem bereits einen sogenannten Untethered Jailbreak bis iOS 27.0.1 demonstriert, bei dem unter anderem eine Schwachstelle im PDF-Betrachter ausgenutzt wurde.
In einem Vortrag verwies Calif.io darauf, dass der Zugriff auf ein unveröffentlichtes Modell aus der Astra-Serie von OpenAI die Entwicklung von Zero- bis One-Click-Angriffen innerhalb weniger Stunden ermöglicht habe.
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Reaktionen von Apple und empfohlene Schutzmaßnahmen
Apple hatte am 26. Oktober 2026 das Update auf iOS 27.2 freigegeben, das insgesamt 163 Sicherheitsfixes enthielt und laut Calif.io die meisten der zuvor genutzten Lücken behob. Berichten zufolge prüft der Hersteller derzeit eine Nachbesserung in Form von iOS 27.2.1. Den aktuellen Angriff hat Apple bisher nicht offiziell bestätigt, und es wurde weder ein spezifischer Fix noch eine CVE-Kennung für den Vorgang genannt.
Der von Apple eingeführte Blockierungsmodus soll besonders exponierte Zielgruppen wie Journalisten, Aktivisten und Dissidenten vor hochentwickelter Spionagesoftware schützen. Bislang sind keine erfolgreichen Angriffe von kommerzieller Söldner-Spyware auf Geräte bekannt, bei denen dieser Modus aktiviert war.
Calif.io erklärte, die Schwachstellen an Apple zu melden und kein öffentliches Jailbreak-Werkzeug für Endanwender zu veröffentlichen. Zur Risikominimierung wird empfohlen, die Empfangseinstellungen von AirDrop auf den Modus für bekannte Kontakte zu beschränken, um unaufgeforderte Dateiübertragungen zu verhindern.

