Die Sicherheitsforschergruppe Calif, zu der unter anderem Stefan Esser gehört, hat in einer Videodemonstration einen erfolgreichen Jailbreak eines iPhone 18 Pro vorgeführt.
Bemerkenswert an dem gezeigten Angriff ist der Umstand, dass auf dem betroffenen Gerät der sogenannte Blockierungsmodus (Lockdown Mode) aktiviert war. Bei diesem Sicherheitsfeature handelt es sich um eine gehärtete Betriebssystemumgebung von Apple, die eigentlich vor hoch entwickelter Spionagesoftware schützen soll.
Angriffsweg über manipulierte Datei via AirDrop
Der demonstrierte Exploit stützt sich auf eine bösartige PDF-Datei, die über die drahtlose Übertragungsfunktion AirDrop an das Zielgerät gesendet wird. Es handelt sich dabei nicht um einen sogenannten Zero-Click-Angriff: Damit die Ausführung gelingt, muss der Anwender die Dateiübertragung aktiv bestätigen und das Dokument anschließend manuell öffnen. Zudem setzt das Szenario voraus, dass sich die angreifende Partei in direkter physischer Funkreichweite des Opfers befindet.
Das erfolgreiche Durchdringen des Schutzmechanismus deutet auf tiefer liegende Schwachstellen im System hin. Im regulären Betrieb schränkt der Blockierungsmodus die Funktionalität des Geräts spürbar ein. So werden unter anderem die meisten Dateianhänge in Nachrichten blockiert, komplexe Web-Technologien deaktiviert, eingehende FaceTime-Anrufe von unbekannten Nutzern abgewiesen und Geodaten automatisch aus Bilddateien entfernt.
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Fortbestand nach Aktualisierung auf iOS 27.2
Nach Angaben der Forscher blieb die Modifikation selbst nach dem Einspielen der offiziellen Systemaktualisierung auf iOS 27.2 und einem anschließenden Neustart des Smartphones intakt. Das iPhone habe die neu installierte Betriebssystemversion weiterhin als jailbroken ausgewiesen.
Ob der Angriff auch direkt auf Geräten durchführbar ist, auf denen iOS 27.2 bereits vor dem Exploit installiert war, blieb unklar. Auch zur ursprünglichen Systemversion des im Video genutzten Testgeräts wurden am 3. November 2026 keine technischen Einzelheiten öffentlich bekannt gegeben.
Calif kündigte an, die aufgedeckten Schwachstellen an Apple zu übermitteln. Die Veröffentlichung eines Programms zur freien Nutzung durch Endanwender sei nicht vorgesehen. Eine abschließende Bestätigung der Ergebnisse durch den Hersteller oder unabhängige Sicherheitsanalysten stand zum Zeitpunkt der Berichte noch aus.
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Unterstützung durch KI-Modelle bei der Exploit-Entwicklung
Laut einem Vortrag von Calif.io griff das Team bei der Vorbereitung auf ein bislang unveröffentlichtes KI-Modell von OpenAI aus der Astra-Reihe zurück, das für Cybersicherheitsanalysen ausgelegt sei. Mit derartigen Systemen ließen sich komplexe Angriffe mit geringer oder gar keiner Interaktion innerhalb weniger Stunden konstruieren.
Bereits auf der Fachkonferenz Hexacon in Paris hatte die Gruppe PDF-gestützte Angriffe über Kommunikationsdienste wie Signal und iMessage sowie einen Jailbreak für Systeme bis Version iOS 27.0.1 präsentiert.
Am Launch-Tag, dem 23. Oktober, meldete das Team zudem einen erfolgreichen Jailbreak des iPhone Duo. Die Mehrheit der Schwachstellen, die für den früheren Jailbreak des iPhone 18 Pro bis iOS 27.0.1 genutzt wurden, hatte Apple mit der Bereitstellung von iOS 27.2 behoben.
Als Schutzmaßnahme gegen den gezeigten Angriffsvektor wird Anwendern geraten, die Sichtbarkeit von AirDrop in den Einstellungen auf gespeicherte Kontakte zu beschränken und unverlangt übertragene Dateien von unbekannten Absendern konsequent abzulehnen.

