Das Reparaturportal iFixit hat sein Teardown des iPhone 18 Pro und Pro Max veröffentlicht und dabei ein zentrales Problem der neuen Kamera-Technik offengelegt: Die erstmals in einem iPhone verbaute variable Blende lässt sich im Schadensfall kaum reparieren. Stattdessen muss die komplette Kamera-Baugruppe ausgetauscht werden.
Präzisionstechnik mit Reparatur-Nachteilen
Im Zentrum der neuen Kamera-Generation stehen sechs überlappende Polymer-Blätter, jedes etwa so dünn wie ein menschliches Haar. Sie werden magnetisch angetrieben und ermöglichen laut iFixit vier von der App wählbare Blendenstufen: ƒ/1.48, ƒ/1.8, ƒ/2.8 und ƒ/4.0. Die weiteste Öffnung ƒ/1.48 gilt mit 4,6 mm als die größte Blende, die je in einem iPhone verbaut wurde, und lässt laut iFixit 7,3-mal mehr Licht durch als die engste Stufe ƒ/4.0. Auch GSMArena beschreibt die Blätter als „blattförmig“ und den Antrieb über einen Ring mit Mini-Elektromagneten.
iFixit bezeichnete die Konstruktion als Meisterstück präziser Fertigung, wie The Verge in einem Bericht vom 21. September 2026 wiedergab. Gleichzeitig sei die Reparatur der Blende selbst nahezu unmöglich. Techspot und AppleInsider beschreiben den Austausch des gesamten Kamera-Moduls dagegen als vergleichsweise unkompliziert beziehungsweise „schmerzlos“.
The Register führte die schwierige Reparierbarkeit auf enge Fertigungstoleranzen und den verwendeten Kleber zurück und bezeichnete den Zustand als „so nah an unmöglich, wie es nur geht“. Bei einem Defekt bleibt Nutzern demnach nur der Komplettaustausch der Kamera-Einheit.
Als Referenzwert nennt iFixit die Kosten für das entsprechende Bauteil beim iPhone 17 Pro mit 249 US-Dollar; ein Preis für das Kamera-Assembly des iPhone 18 Pro wurde bislang nicht veröffentlicht. Das südkoreanische Portal digitaltoday.co.kr bezifferte den Vergleichswert in einem Bericht vom 22. September 2026 auf umgerechnet rund 339.100 Won.
Einordnung zur variablen Blende
Toms Guide bewertete die variable Blende in einem Bericht vom 21. September 2026 als „netten Gimmick“: Der vergleichsweise kleine Sensor von etwa 0,5 Zoll und die kurze Brennweite würden den Effekt auf die Freistellung des Hintergrunds begrenzen.
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Auch macobserver.com wies darauf hin, dass Sensorgröße und Brennweite eines Smartphones der Bokeh-Wirkung physikalische Grenzen setzen und dass eine Unterstützung durch Drittanbieter-Apps von künftigen Schnittstellen für Entwickler abhänge.
The Register erinnerte zudem daran, dass Samsung eine variable Blende bereits 2018 im Galaxy S9 einführte, sie aber wegen aus Unternehmenssicht begrenztem Nutzen für Smartphone-Kameras später wieder aufgab. The Verge bewertete die fotografischen Verbesserungen des iPhone 18 Pro insgesamt als „im Allgemeinen marginal“.
Weitere Reparatur-Aspekte
Auch abseits der Kamera zeigt das Teardown gemischte Befunde. Der Akku sitzt in einem Schraubentray mit 13 Schrauben und ist über elektrisch lösbaren Kleber fixiert, der Zugang führt aber über das verklebte Frontdisplay – bei drei von vier untersuchten Geräten brach dabei laut iFixit der Displayrahmen.
Der neue A20-Pro-Chip sitzt außen auf dem Logic Board für einen direkteren Wärmepfad, ergänzt um eine deutlich vergrößerte Vapor Chamber, die laut GSMArena nahezu die gesamte Rückseite abdeckt. Techspot verweist auf Apple-Angaben, wonach dies bis zu 40 Prozent mehr Dauerleistung gegenüber dem Vorgänger ermöglichen soll.
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Die Face-ID-Infrarotkamera wurde unter das Display verlegt, was laut Cult of Mac das kleinere Dynamic Island erklärt. Im US-Modell des iPhone 18 Pro Max verbaute Apple laut GSMArena und Toms Guide erstmals wieder ein Qualcomm-Modem (Snapdragon X75) anstelle des hauseigenen Apple-C2-Chips, während alle anderen Varianten der Reihe beim C2-Modem bleiben.
In der Gesamtbewertung vergab iFixit für das iPhone 18 Pro einen Reparierbarkeits-Score von 7 von 10 Punkten – identisch mit dem Vorjahresmodell, wie Wired berichtete. The Register merkte jedoch an, dass iFixit das neue Modell insgesamt als „generell weniger reparierbar“ einstufe als seinen Vorgänger.

