Ältere iPhone-Generationen wie das iPhone 4, 5s, 6 und 6s bereiten Besitzern nach wie vor gelegentlich Probleme mit dem Netzempfang oder beim Einschalten. Technische Ratgeber fassen zusammen, mit welchen Schritten sich viele dieser Störungen ohne Werkstattbesuch lösen lassen und wann sich eine Reparatur oder ein Gerätewechsel eher lohnt.
Netzwerkprobleme beim iPhone 5s
Das 2013 vorgestellte iPhone 5s unterstützt nur 2G, 3G und teilweise 4G, VoLTE wird nicht angeboten. Netzprobleme entstehen einem Bericht zufolge häufig durch angesammelte System-Caches, Anpassungen der Mobilfunkanbieter an Sendefrequenzen sowie durch altersbedingten Verschleiß der Hardware.
Beim 4G-Downlink erreicht das Gerät theoretisch einen Spitzenwert von 150 Mbit/s, in der Praxis liegen die tatsächlichen Geschwindigkeiten jedoch deutlich niedriger, im Bereich von 20 bis 40 Mbit/s. Als ein Faktor für die schwächere Netzleistung wird das Betriebssystem iOS 12 genannt, mit dem das iPhone 5s betrieben wird.
Wenn ältere iPhones nicht mehr starten
Bei Startproblemen raten die Ratgeber zu einem stufenweisen Vorgehen. Beim iPhone 5s wird zunächst empfohlen, das Gerät drei bis fünf Minuten zu laden, bevor ein erzwungener Neustart über gleichzeitiges Halten von Home- und Power-Taste für zehn Sekunden versucht wird.
Führt das nicht zum Erfolg, kann der Wiederherstellungsmodus über eine Computerverbindung mit Auswahl der Option „Update“ genutzt werden, um Daten zu erhalten. Zeigt das Gerät dauerhaft nur das Apple-Logo, sollte der DFU-Modus geprüft oder das Home-Button-Kabel kontrolliert werden.
Beim iPhone 4 gilt ein ähnliches Vorgehen: zunächst ein anderes Ladegerät und Kabel testen, danach etwa 30 Minuten laden und anschließend den erzwungenen Neustart über Home- und Power-Taste versuchen.
Wer sich mit den technischen Details und Begriffen älterer oder neuerer Apple-Geräte schwertut, findet in diesem Gratis-Lexikon die 53 wichtigsten Begriffe in einfachen Worten erklärt. Jetzt iPhone-Lexikon mit Aussprachehilfen kostenlos sichern
Reagiert das Gerät bei Anschluss an einen Computer, deutet dies auf einen Bildschirmdefekt bei intakter Hauptplatine hin; bleibt jede Reaktion aus, wird eher Batterie oder Ladebuchse als Ursache vermutet. Für das iPhone 4 gilt iOS 9.3.6 als letzte verfügbare Systemversion, das WLAN-Modul unterstützt zudem nur das 2,4-GHz-Band und benötigt einen gemischten WPA/WPA2-Modus.
Beim iPhone 6 wird ein Ladevorgang von rund 15 Minuten vor dem erzwungenen Neustart empfohlen. Die verbaute Batterie mit 1810 mAh Kapazität erreicht bei älteren Geräten häufig weniger als 70 Prozent ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit. Bleibt der Bildschirm schwarz, während der Computer das Gerät erkennt, wird empfohlen, das Display-Kabel zu prüfen und vorab ein Backup anzulegen.
Für das iPhone 6s wird der erzwungene Neustart über Home- und Power-Taste für zehn Sekunden bis zum Erscheinen des Apple-Logos beschrieben, ohne dass dabei Daten verloren gehen. Hilft dies nicht, wird die Batteriekapazität als möglicher Auslöser genannt; liegt sie unter 80 Prozent, wird ein Austausch empfohlen. Als vorbeugende Maßnahme wird ein wöchentlicher Neustart sowie ein freier Speicherplatz von mindestens ein bis zwei Gigabyte genannt.
Neuere Modelle: Unterschiedliche Neustart-Sequenzen
Je nach Modellgeneration unterscheidet sich die Tastenkombination für den erzwungenen Neustart erheblich. Bei iPhone X und neueren Modellen wird zunächst die Lautstärke-hoch-Taste gedrückt, dann die Lautstärke-runter-Taste, gefolgt vom zehn- bis fünfzehnsekündigen Halten der Seitentaste.
Bei iPhone 6s und älteren Modellen genügt das gleichzeitige Halten von Home- und Power-Taste für 15 Sekunden, während beim iPhone 7 und 7 Plus die Kombination aus Lautstärke-runter- und Power-Taste zum Einsatz kommt.
Für das iPhone 6 wird zusätzlich eine leicht abweichende Sequenz beschrieben: Lautstärke hoch, Lautstärke runter, anschließend die Seitentaste halten, bis nach 20 bis 30 Sekunden das Apple-Logo erscheint.
Voraussetzung dafür sei ein Akkustand von über 30 Prozent sowie das Entfernen angeschlossener Peripheriegeräte. Bleibt der Bildschirm schwarz, wird empfohlen, die Sequenz zu wiederholen; friert das Apple-Logo ein, soll das Gerät über iTunes verbunden und die Option „Update“ gewählt werden.
Der reibungslose Betrieb hängt oft von den richtigen Einstellungen ab – dieser kostenlose Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Gerät sicher aktualisieren und optimal konfigurieren. Sicherheits-Ratgeber für iOS-Updates gratis herunterladen
Beim iPhone 11 genügt in der Regel das drei- bis fünfsekündige Halten der Seitentaste zum Einschalten. Ein Kaltstart benötigt laut einem IDC-Test rund 4,2 Sekunden, wobei die Batterie mindestens 5 Prozent Ladung aufweisen muss. Reagiert das Gerät nicht, wird ein 15-minütiger Ladevorgang mit einem 20-Watt-Netzteil empfohlen.
Für den erzwungenen Neustart gilt auch hier die Abfolge Lautstärke hoch, Lautstärke runter, dann Halten der Seitentaste für zwölf Sekunden. Liegt die Batteriegesundheit unter 80 Prozent, kann sich die Startzeit auf bis zu 25 Sekunden verlängern; bei weniger als 5 Gigabyte freiem Speicher wird eine zusätzliche Verzögerung von 3,6 Sekunden beobachtet.
Wann sich eine Reparatur noch lohnt
Bei anhaltenden Problemen empfehlen die Ratgeber, Reparaturkosten gegen den Wert des Geräts abzuwägen. Für das iPhone 5s werden je nach Fehlerbild unterschiedliche Preisspannen genannt, etwa für Batterie, Display, Hauptplatine oder Systemreparaturen.
Übersteigen die Kosten einen bestimmten Rahmen, wird teils empfohlen, stattdessen auf ein neueres Modell wie das iPhone 8 oder ein gebrauchtes Android-Gerät umzusteigen.
Bei generellen Startproblemen werden für Hardware-Defekte wie Batterie, Display, Hauptplatine oder Ladebuchse ebenfalls Kostenspannen genannt, die je nach Schweregrad stark variieren. Grundsätzlich gilt: Reagiert ein Gerät noch auf eine Computerverbindung, lassen sich Daten oft retten, bevor eine Reparatur oder ein Austausch ansteht.

