iPhone-Diebe greifen jetzt in Geschäften an

Verbesserter Diebstahlschutz von Apple führt zu aggressiveren Methoden. Kriminelle stehlen entsperrte Geräte in Läden und nutzen Phishing-Attacken, um die Sicherheit zu umgehen.

Diebstähle von iPhones verlagern sich von der Straße in Verkaufsräume. Polizei und Sicherheitsexperten warnen vor einer neuen, aggressiven Taktik organisierter Banden. Der Grund: Der verbesserte technische Diebstahlschutz der Geräte zwingt Kriminelle zu riskanteren Methoden.

Von der Fußgängerzone in den Supermarkt

Aktuelle Polizeiberichte, etwa aus dem Hochtaunuskreis, zeigen eine klare Verschiebung. Täter operieren nicht mehr nur im Gedränge, sondern suchen gezielt die scheinbare Sicherheit von Läden, Cafés und Supermärkten auf. Dort fühlen sich Nutzer oft unbeobachtet – ein fataler Fehler.

Die Masche ist simpel und perfide: Kunden entsperren ihr Gerät, um mit Apple Pay zu zahlen oder eine Einkaufsliste zu prüfen. In diesem Moment beobachten Diebe den eingegebenen Passcode („Shoulder Surfing“) und entreißen anschließend das entsperrte iPhone. Oft nutzen sie körperliche Gewalt oder Ablenkungsmanöver.

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Ein entsperrtes iPhone mit bekanntem Code ist auf dem Schwarzmarkt ein Vielfaches wert. Der Handelsverband Deutschland (HDE) verzeichnet bereits eine Zunahme aggressiver Ladendiebstähle, bei denen zunehmend auch Kundeneigentum gestohlen wird.

Technik als Treiber: Apples „Stolen Device Protection“

Hinter der neuen Brutalität steht eine technische Innovation. Apples „Stolen Device Protection“ (seit iOS 17.3) hat den klassischen Diebstahl massiv erschwert. Die Funktion verlangt für kritische Aktionen wie Passwort-Änderungen zwingend eine biometrische Prüfung per Face ID oder Touch ID.

Kennt ein Dieb nur den Code, kann er das Gerät nicht vollständig übernehmen – es sei denn, er erbeutet es im bereits aktiven Zustand. Genau dazu zwingt der verbesserte Schutz die Kriminellen. Im offenen Zustand haben sie oft noch Zugriff auf Banking-Apps oder können das Gerät für den Ersatzteilhandel vorbereiten.

Digitale Nachhut: Phishing nach dem Raub

Schlägt der direkte Zugriff fehl, folgt oft eine digitale Attacke. Wie das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit warnte, erhalten Opfer täuschend echte SMS-Nachrichten, angeblich von Apple oder dem „Wo ist?“-Support.

Die Nachricht behauptet, das Gerät sei geortet, und fordert zur Eingabe der Apple-ID auf einem gefälschten Login-Portal auf. Gelingt dieser Betrug, können Diebe die Aktivierungssperre entfernen und das iPhone als neuwertig verkaufen. Apple versendet niemals proaktiv Links zur Ortung per SMS.

So schützen Sie sich in Geschäften

Angesichts der Bedrohung raten Experten zu drei konkreten Maßnahmen:

  • Biometrie statt Code: Geben Sie Ihren Passcode in der Öffentlichkeit möglichst nie ein. Nutzen Sie stattdessen Face ID oder Touch ID. Ist ein Code nötig, schirmen Sie das Display mit der Hand ab – wie am Geldautomaten.
  • Einstellungen verschärfen: Aktivieren Sie „Stolen Device Protection“ unter „Face ID & Code“ und stellen Sie die Sicherheitsverzögerung auf „Immer“. Das erzwingt auch an vertrauten Orten eine Wartezeit für kritische Änderungen.
  • Aufmerksam bleiben: Legen Sie Ihr Smartphone im Laden nicht gut sichtbar auf den Tresen oder in den Einkaufswagen. Seien Sie besonders wachsam, wenn Sie von Fremden angesprochen werden – klassische Ablenkungsmanöver.

Ein Milliardengeschäft verändert sich

Der Markt für gestohlene Smartphones bleibt lukrativ. Selbst ein gesperrtes Gerät (ein „Brick“) bringt durch hochpreisige Ersatzteile noch Gewinn. Die aktuelle Entwicklung zeigt: Technische Sicherheit verlagert die Kriminalität oft nur, statt sie zu beenden.

Für die Zukunft erwarten Branchenbeobachter KI-gestützte Funktionen, die ein abruptes Entreißen erkennen und das Gerät sofort sperren. Bis dahin ist die Aufmerksamkeit des Nutzers der wichtigste Schutz.

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