iPhone-Engpass: Milliarde Dollar Prozessoren warten auf Speicherbauteile

Apples A20-Pro-Prozessoren warten auf DRAM-Chips. Parallel startet die Fertigung des iPhone Fold und OLED-Lieferant BOE verliert Aufträge.

Rund eine Milliarde Dollar teure Prozessoren warten derzeit auf ihren Einsatz – und das mitten in der wichtigsten Produktionsphase des Jahres. Ein Engpass bei Speicherchips bremst Apples Pläne für die nächste iPhone-Generation. Doch das ist nur eine von mehreren Baustellen, die der Konzern gerade auf drei Kontinenten gleichzeitig bearbeitet.

Der DRAM-Engpass: Ein teures Warten

Die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz hat den weltweiten Markt für Speicherchips regelrecht leergefegt. Die Folgen spürt nun auch Apple: Berichten aus den ersten Augusttagen zufolge fehlt es an DRAM-Bausteinen, die für die Endmontage des neuen A20-Pro-Prozessors benötigt werden. Chips im Wert von schätzungsweise einer Milliarde Euro sollen derzeit bei Auftragsfertiger TSMC auf ihre Speicherkomponenten warten.

Die Prozessoren entstehen im modernsten Fertigungsverfahren der Branche: 2-Nanometer-Technologie mit spezieller Wafer-Level-Mehrfachmodul-Verpackung (WMCM). Doch ohne die fehlenden Speicherbausteine können sie nicht ausgeliefert werden. Apple führt offenbar Verhandlungen mit den drei großen Speicherherstellern Micron, SK Hynix und Samsung, um die Produktion zu sichern. Das Problem: Alle drei liefern bevorzugt an KI-Unternehmen, die bereit sind, Höchstpreise zu zahlen.

Brasilien und Indien: Die neue Fertigungsstrategie

Währenddessen treibt Apple die geografische Streuung seiner Produktion voran – ein strategischer Schachzug, der vor allem Logistik und Steuervorteile im Blick hat. In Brasilien läuft die Fertigung des iPhone 17 bereits seit Anfang des Jahres im Foxconn-Werk in Jundiaí. Einheimische Geräte erkennen Kunden an der Kennung „BR/A“ im Modellnamen. Branchenkenner betonen: Von günstigeren Preisen für Verbraucher sollte man deshalb nicht ausgehen.

Deutlich ambitionierter ist das Engagement in Indien. Der Foxconn-Standort in Chennai ist auf 160 Hektar angewachsen und beschäftigt rund 40.000 Arbeiter. Im Mai 2026 flossen umgerechnet rund 11 Millionen Euro in ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Energiedienstleister CleanMax. Ziel: 150 Megawatt zusätzliche Kapazität aus erneuerbaren Energien. Apple will seine gesamte Lieferkette bis Ende des Jahrzehnts klimaneutral stellen – die indische Produktion spielt dabei eine Schlüsselrolle.

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Displays: Ein Lieferant fliegt raus

Auch bei den Bildschirmen für die kommenden Pro-Modelle hat sich die Lage verändert. Die Produktion der OLED-Panels für iPhone 18 Pro und Pro Max startete Anfang August – allerdings ohne einen bisherigen Zulieferer. Der chinesische Hersteller BOE fiel bei den neuen LTPO+-Displays durch: Mit einer Ausbeute von 65 bis 70 Prozent verfehlte man die geforderte Mindestquote von 85 Prozent deutlich.

Die Aufträge verteilen sich nun auf zwei etablierte Hersteller: Samsung übernimmt 64 Prozent der Bestellungen, LG Electronics die restlichen 36 Prozent. Für BOE ist das ein herber Rückschlag im Bemühen, in die Premium-Liga der Display-Lieferanten aufzusteigen.

Technische Neuerungen: Kleinere Insel, faltbare Zukunft

Die Pro-Modelle der nächsten Generation bekommen ein deutlich kompakteres Dynamic Island: Die Aussparung am oberen Bildschirmrand schrumpft um 35 Prozent auf etwa 13,5 Millimeter. Im Inneren arbeiten ein hauseigenes C2-Modem und eine Kamera mit variabler Blende – ein Feature, das bislang vor allem Profi-Kameras vorbehalten war.

Parallel nimmt ein lange erwartetes Projekt Gestalt an: die Massenproduktion des ersten faltbaren iPhones. Seit Ende Juli laufen die Bänder, wie aus technischen Datenblättern hervorgeht. Das Gerät, intern schlicht „iPhone Fold“ genannt, kombiniert ein 5,5-Zoll-Außendisplay mit einem 7,8-Zoll-Innenbildschirm. Angetrieben wird es vom A20-Pro-Chip, unterstützt von 12 Gigabyte LPDDR6X-Arbeitsspeicher. Der Akku soll zwischen 5.000 und 5.800 Milliamperestunden liefern – ein Wert, der sich im oberen Feld der aktuellen Smartphone-Klasse bewegt.

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NATO-Zertifizierung und neue Regeln in Brasilien

Abseits der Hardware-Fragen gewinnt das iPhone zunehmend an Bedeutung in sicherheitskritischen Bereichen. Die NATO hat kürzlich ausgewählte iPhone- und iPad-Modelle für die Verarbeitung vertraulicher Informationen freigegeben – und zwar ohne zusätzliche Schutz-Hardware. Voraussetzung: iOS 26 oder neuer sowie die Nutzung von Face ID, Verschlüsselung und der Funktion „Memory Integrity Enforcement“.

In Brasilien sorgte derweil die Wettbewerbsbehörde CADE für Anpassungen im App-Store-Betrieb. Nach einer Einigung mit den Behörden wurden die Altersfreigabe-Fragebögen für soziale Apps überarbeitet. Auch die Anforderungen an kreative Assets für Entwickler haben sich geändert – ein Schritt, der die Position von Apples Plattform im wichtigen südamerikanischen Markt festigen dürfte.