iPhone Fold: Erste Leaks sorgen für Skepsis bei Fans und Analysten

Apples erstes Falt-Handy steht vor einem schwierigen Start: Kritik an Design-Kompromissen und fehlenden Features wie Face ID und Teleobjektiv.

Erste Design-Details und Dummy-Modelle des Geräts, das intern als iPhone Ultra oder iPhone Fold gehandelt wird, haben in dieser Woche für reichlich Kritik gesorgt. Viele Nutzer und Experten zeigen sich enttäuscht über angebliche Hardware-Kompromisse und eine unkonventionelle Bauweise.**

Die durchgesickerten Informationen, die Ende April und Anfang Mai 2026 auftauchten, deuten auf ein „Book-Style“-Design hin – also ein Gerät, das sich wie ein Buch aufklappen lässt, statt einer kompakten Muschelform. Apples erster Vorstoß in den Faltmarkt zielt darauf ab, die Lücke zwischen iPhone und iPad mini zu schließen. Doch die gemeldeten Spezifikationen sorgen für eine gespaltene Reaktion in der treuen Fangemeinde.

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Verzicht auf Teleobjektiv und Face ID

Der größte Kritikpunkt: Apple scheint bei seinem Falt-Handy auf Funktionen zu verzichten, die bei den aktuellen Pro-Modellen Standard sind. Laut Dummy-Modellen, die Anfang Mai die Runde machten, fehlt dem iPhone Fold ein dediziertes Teleobjektiv. Stattdessen soll eine Dual-Kamera mit einem 48-Megapixel-Hauptsensor und einem 48-Megapixel-Ultraweitwinkel zum Einsatz kommen. Für ein Gerät, das voraussichtlich einen Premiumpreis haben wird, gilt das Fehlen eines optischen Zooms als schwerer Nachteil.

Auch die Maße geben Rätsel auf. Im gefalteten Zustand soll das Gerät deutlich breiter sein als das aktuelle iPhone 18 Pro. Zwar ermöglicht diese Breite ein größeres 7,8-Zoll-Innendisplay im 4:3-Format, doch Kritiker befürchten, dass die Einhandbedienung darunter leidet. In den sozialen Netzwerken wie Reddit und X wird das Design als unausgereift bezeichnet. Nutzer vergleichen die gefaltete Größe negativ mit Konkurrenzprodukten von Samsung und Google.

Ein weiterer umstrittener Punkt betrifft die biometrische Sicherheit. Aufgrund der extrem dünnen Bauweise – das Gehäuse soll im aufgeklappten Zustand nur 4,5 Millimeter dünn sein – konnte Apple angeblich die TrueDepth-Kamera für Face ID nicht integrieren. Stattdessen soll ein Touch-ID-Sensor in den Einschaltknopf wandern. Für viele Fans ist das ein Rückschritt für ein Gerät, das als Flaggschiff des Jahres 2026 positioniert ist.

Technische Hürden und mögliche Verzögerungen

Neben dem Design bereiten auch die technischen Herausforderungen Sorgen. Berichten zufolge befindet sich Apple derzeit in einer kritischen Phase der Engineering Verification Testing (EVT). Dabei wird die Haltbarkeit des Scharniers und die Flexibilität des Displays unter Serienbedingungen getestet.

Branchenanalysten von Barclays und Nikkei Asia haben angemerkt, dass die aktuellen Lösungen für den Scharniermechanismus möglicherweise noch nicht Apples strengen internen Standards entsprechen. Das Unternehmen soll an einer „nahezu unsichtbaren“ Falte arbeiten, unter anderem durch den Einsatz eines neuen Flüssigmetall-Materials und einer speziellen Glas-Sandwich-Struktur. Diese Innovationen führten jedoch zu Problemen bei den Fertigungsausbeuten der Zulieferer.

Während einige Insider weiterhin von einer Vorstellung im September 2026 – gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro – ausgehen, verdichten sich die Hinweise auf eine Verschiebung. Anfang Mai wurden Komponentenlieferanten über mögliche Terminanpassungen informiert. Die ersten Auslieferungen könnten sich demnach bis Dezember 2026 oder sogar ins Frühjahr 2027 verzögern.

Die „Ultra“-Preisstrategie

Trotz der fehlenden Pro-Funktionen wird das Falt-iPhone voraussichtlich das teuerste Smartphone der Firmengeschichte. Leaks vom April deuten auf einen Einstiegspreis von umgerechnet rund 1.850 Euro hin. Modelle mit 1 Terabyte Speicher könnten sogar knapp 2.700 Euro kosten.

Dieser Preis passt zu Apples Strategie, die „Ultra“-Marke auf mehrere Produktkategorien auszuweiten. Nach dem Erfolg der Apple Watch Ultra und der Einführung von Ultra-Chips soll das Faltgerät als eigenständige, ultra-premium Kategorie oberhalb des Pro Max positioniert werden. Marktforscher vermuten, dass Apple mit dem „Ultra“-Namen signalisieren will, dass es sich hier um ein experimentelles, zukunftsweisendes Gerät handelt – und nicht um einen direkten Ersatz für die volumenstarken Flaggschiff-Modelle.

Um den Preis zu rechtfertigen, soll das Gerät dennoch ordentlich Leistung bieten: der kommende A20-Chip und 12 Gigabyte Arbeitsspeicher sind im Gespräch. Diese Spezifikationen sollen erweiterte Multitasking-Funktionen ermöglichen, die das 7,8-Zoll-Display zu einem echten Produktivitätswerkzeug machen – und damit möglicherweise Verkäufe des iPad mini kannibalisieren.

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Analyse: Ein riskanter Schwenk zur Tablet-Funktionalität

Die aktuelle Kritik offenbart ein grundlegendes Spannungsfeld in Apples Designphilosophie. Fast zwei Jahrzehnte lang hat das iPhone die Ära der klassischen Smartphone-Form durch seine Portabilität und einfache Bedienung geprägt. Mit dem breiten, buchartigen Faltdesign priorisiert Apple nun das aufgeklappte Erlebnis – im Grunde ein iPad, das man zusammenfalten kann, um es in die Tasche zu stecken.

Branchenanalysten sehen in diesem „iPad-first“-Ansatz ein kalkuliertes Risiko. Während die Konkurrenz darauf setzt, dass sich Falt-Handys im geschlossenen Zustand wie normale Telefone anfühlen, scheint Apple darauf zu wetten, dass Nutzer ein klobigeres gefaltetes Gerät in Kauf nehmen, wenn sie dafür im aufgeklappten Zustand ein überlegenes Tablet-Erlebnis bekommen. Die frühe negative Reaktion auf die durchgesickerten Dummy-Modelle deutet jedoch darauf hin, dass der „mobile“ Aspekt des Mobiltelefons für den Durchschnittsverbraucher weiterhin Priorität hat.

Die Skepsis rührt auch daher, dass Apple in diesem Markt ein ungewohnter Nachzügler ist. Während Konkurrenten wie Samsung und Huawei bereits in der siebten oder achten Generation ihrer Falttechnologie stecken, steht Apple unter enormem Druck, ein Produkt zu liefern, das nicht nur funktional, sondern revolutionär ist. Sollte das endgültige Design tatsächlich auf Face ID und Telezoom verzichten und gleichzeitig doppelt so viel kosten wie ein normales Pro-Modell, könnte das Unternehmen selbst bei seinen treuesten Kunden einen schweren Stand haben.

Ausblick auf den Herbst 2026

Die kommenden Monate werden entscheidend für die Zukunft des Falt-iPhones sein. Der nächste wichtige Meilenstein wird im Juli oder Anfang August erwartet, wenn die Production Validation Testing (PVT)-Phase beginnt. Kann Apple bis dahin das Scharnier-Material finalisieren und konstante Fertigungsausbeuten erzielen, ist ein Launch Ende 2026 noch realistisch.

Sollten die technischen Rückschläge jedoch anhalten, könnte das Unternehmen das Gerät lieber ganz verschieben, als ein Produkt auf den Markt zu bringen, das seinen Ruf für Hardware-Zuverlässigkeit gefährdet. Einige Analysten spekulieren sogar, dass Apple den Fokus zunächst auf ein faltbares iPad oder ein touch-integriertes „MacBook Ultra“ verlagern könnte – Kategorien, in denen die „Produktivität-zuerst“-Designphilosophie auf weniger Widerstand bei den Verbrauchern stößt. Die Tech-Welt blickt jedenfalls gespannt auf September und wartet darauf, ob Apple die aktuelle Enttäuschung in einen weiteren epochalen Produkt-Launch verwandeln kann.