iPhone-Besitzer verfügen über eine Reihe von Sicherheitsfunktionen, die im Ernstfall Leben retten können – vorausgesetzt, sie sind bereits vorab eingerichtet. Aktuelle Anleitungen weisen darauf hin, dass sechs spezifische Funktionen aktiviert werden sollten, um im Notfall bestmöglich geschützt zu sein und den vollen Nutzen des Geräts auszuschöpfen.
Sechs Funktionen im Überblick
Zu den empfohlenen Funktionen zählen Crash Detection, Safety Check, Notfallkontakte, Emergency SOS, medizinische Infos sowie Notfallwarnungen. Jede dieser Funktionen deckt einen unterschiedlichen Aspekt der persönlichen Sicherheit ab und lässt sich über die iOS-Einstellungen unter dem Menüpunkt Notfall-SOS und Sicherheit konfigurieren.
Crash Detection nutzt die Sensoren des iPhones, um schwere Unfälle automatisch zu erkennen. Reagiert der Nutzer nach einem erkannten Aufprall zehn Sekunden lang nicht, alarmiert das Gerät selbstständig die Rettungskräfte. Emergency SOS ergänzt diese Funktion, indem es bei einem Notruf automatisch den Standort des Nutzers freigibt. Sind Notfallkontakte hinterlegt, werden diese bei aktiviertem Emergency SOS ebenfalls automatisch benachrichtigt.
Safety Check, seit iOS 16 verfügbar, richtet sich vor allem an Personen in potenziell gefährdenden Beziehungen oder Situationen. Die Funktion umfasst zwei Optionen: Emergency Reset sowie Manage Sharing and Access. Damit lässt sich der Zugriff bestimmter Personen und Apps auf einen Schlag beenden, eine iCloud-Abmeldung auf allen verbundenen Geräten durchführen, die Kommunikation auf ein einzelnes Gerät beschränken und die Standortfreigabe stoppen.
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Die medizinischen Infos werden im Gesundheitsprofil des iPhones hinterlegt und können im Notfall direkt vom Sperrbildschirm aus abgerufen werden – auch ohne dass das Gerät entsperrt werden muss. Notfallwarnungen wiederum liefern behördliche Warnmeldungen in Echtzeit auf das Gerät und informieren Nutzer etwa über akute Gefahrenlagen in ihrer Umgebung.
Vorherige Einrichtung entscheidend
Anleitungen zu den Funktionen betonen ausdrücklich, dass alle sechs Einstellungen bereits vor einem Notfall konfiguriert sein müssen, um im Ernstfall tatsächlich zu greifen.
Wer erst während einer akuten Krise versucht, die Funktionen einzurichten, kann nicht mehr auf ihren vollen Nutzen zurückgreifen. Nutzer werden daher angehalten, sich in ruhigen Momenten mit den Einstellungen vertraut zu machen und Notfallkontakte sowie medizinische Daten zeitnah zu hinterlegen.
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Beispiel aus der Praxis
Wie wirkungsvoll Crash Detection sein kann, zeigt ein dokumentierter Fall aus Denbighshire im Vereinigten Königreich: Eine Frau stürzte mit ihrem Fahrzeug 330 Fuß in die Tiefe, das Auto fing anschließend Feuer.
Die Frau konnte sich aus dem brennenden Wagen befreien, während ihr iPhone durch die automatische Unfallerkennung bereits einen Notruf ausgelöst und Rettungskräfte alarmiert hatte. Die Frau überlebte den Unfall, musste jedoch vier Monate im Krankenhaus verbringen und sich mehreren Operationen unterziehen.
Dieser Fall verdeutlicht, weshalb Sicherheitsexperten empfehlen, die genannten Funktionen nicht erst bei Bedarf, sondern frühzeitig und vollständig einzurichten. Da moderne iPhones die entsprechenden Werkzeuge bereits standardmäßig mitbringen, ist der Aufwand für die Konfiguration überschaubar – der potenzielle Nutzen im Ernstfall dagegen erheblich.

