Das Entwicklerteam Certain Things Studio hat modulare Ersatz-Platinen für ältere Apple-iPods vorgestellt. Die neuen Hauptplatinen integrieren moderne Schnittstellen wie Wi-Fi, Bluetooth und USB-C in die klassischen Musikabspielgeräte, ohne das ursprüngliche äußere Erscheinungsbild zu verändern.
Erhalt historischer Bauteile bei zeitgemäßer Ausstattung
Die Austausch-Motherboards wurden speziell für den iPod der dritten und vierten Generation sowie den iPod mini entwickelt. Bei einem Umbau ersetzen sie das werksseitige Logicboard vollständig.
Äußere Gehäuseteile, das monochrome LCD-Display, das Click Wheel und die internen Flachbandkabel bleiben hingegen im Originalzustand erhalten. Für den Einbau sind nach Angaben des Herstellers keine Lötarbeiten erforderlich; die Montage lasse sich mit einem einfachen Schraubendreher und einem Hebelwerkzeug aus Kunststoff durchführen.
Zur technischen Ausstattung der Platinen gehört Bluetooth, womit sich unter anderem drahtlose Kopfhörer wie Apples AirPods ansteuern lassen. Der integrierte USB-C-Anschluss dient nicht nur dem Aufladen des Geräts, sondern unterstützt auch Drag-and-Drop-Datenübertragungen sowie eine digitale Audioausgabe. Zudem bieten die Platinen einen Steckplatz für microSD-Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 2 TB.
Für die Klangverarbeitung ist ein Digital-Analog-Wandler des Typs Cirrus Logic CS43131 zuständig, der über einen klassischen 3,5-mm-Klinkenanschluss ausgibt. Ergänzt wird die Schnittstellenauswahl durch zwei GPIO-Pins über den Anschluss für kabelgebundene Fernbedienungen. Auf Softwareseite werden gängige Audioformate und Codecs unterstützt, darunter MP3, AAC, ALAC, FLAC und Opus.
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Zwei Varianten auf Basis von Raspberry-Pi-Hardware
Certain Things Studio plant die Veröffentlichung in zwei unterschiedlichen Modellvarianten. Die einfachere Ausführung mit der Bezeichnung Sprout Pico basiert auf dem Mikrocontroller Raspberry Pi RP2350. Dieses Modell bietet eine Sofort-Start-Funktion und ist auf die Wiedergabe lokal gespeicherter Musik und Podcasts ausgelegt.
Die weiter gefasste Variante Sprout Pi nutzt zusätzlich das Raspberry Pi Compute Module Zero. Dadurch sollen benutzerdefinierte Anwendungen sowie das Streaming über Plattformen wie Spotify, Apple Music, AirPlay und Podcast-Dienste möglich werden, wobei diese Streaming-Funktionen in der offiziellen Projektliste derzeit noch als unbestätigt geführt werden.
Mit einem Akku mit einer Kapazität von 2.500 mAh soll das Sprout Pi eine geschätzte Laufzeit von 40 Stunden erreichen. Ein vom Entwickler veröffentlichtes Marketingvideo zeigte zudem für wenige Sekunden das Spiel Crash Bandicoot auf einem iPod der vierten Generation; belastbare Belege für eine praxistaugliche Steuerung oder stabile Leistung über vollständige Level liegen jedoch nicht vor.
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Reaktionen in der Community und Vertriebswege
Das System Sprout Pi nutzt eine komplett neu geschriebene Software, deren Bedienung dem Verhalten des Originalsystems nachempfunden ist. In ersten Diskussionen innerhalb von Nutzer-Communitys wurde das Fehlen einer Unterstützung für die alternative Firmware Rockbox bemängelt.
Befürworter heben demgegenüber hervor, dass die Platine erhebliche hardwareseitige Modernisierungen mitbringt, insbesondere durch Wi-Fi, Bluetooth und den universellen USB-Standard gegenüber älteren proprietären Lösungen oder Firewire.
Offizielle Angaben zu den Preisen der Module stehen derzeit noch aus. Für den Betrieb müssen Nutzer eigene microSD-Karten beisteuern. Das Projekt wird über eine Kampagnenseite auf der Plattform Crowd Supply gelistet.

